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Sommerblut-Festival zeigt ungewöhnliche Wanderausstellung

"Museum der gebrochenen Herzen" bald in Köln

Das 15. Sommerblut-Festival wartet vom 29. April bis 16. Mai stadtweit wieder mit Kunstevents der besonderen Art auf. Eines der Highlights verspricht das „Museum Of Broken Relationships“ im Alten Pfandhaus zu werden.

Hier sieht der Besucher in einer Wanderausstellung Exponate, die eine zerbrochene Partnerschaft dokumentieren. Besonderer Clou: Die Kölner können in den kommenden Wochen eigene Artefakte beisteuern.

koeln.de sprach mit Kurator und Organisator Kai Kullen (43) über die Kunst des Scheiterns.

koeln.de: Herr Kullen, was sieht der Gast im „Museum Of Broken Relationships“?

Kai Kullen: Er findet eine Reihe unterschiedlichster Gegenstände. Alle Objekte tragen eine Geschichte mit sich – die Story einer gescheiterten Beziehung. Wenn man so will, handelt es sich um ein emotionales Erbe, das die Stifter den Veranstaltern mit oder ohne erläuternde Texte zukommen lassen.

Wie entstand die Idee zur Ausstellung?

Kullen: Der Anlass war die Trennung des Künstlerpaares Olinka Vištica und Dražen Grubišić aus Zagreb. Das Museum gibt es in seiner Form der Wanderausstellung schon seit 2006. In Köln sind wir das erste Mal. Vorher waren wir in Helsinki und danach geht es nach Korea.

Sie rufen die Kölnerinnen und Kölner dazu auf, Exponate für die Wanderausstellung zu stiften. Wie können sich die Menschen konkret beteiligen?

Kullen: Das ist ganz einfach. Jeder kann seine Stücke auf der Internetseite join-MoBR.sommerblut.de vorstellen. Die Absender erhalten bei Akzeptanz eine Bestätigungsmail mit weiteren Hinweisen.

Welche Artefakte sind erlaubt, welche nicht?

Kullen: Eigentlich ist alles erlaubt, was nicht den menschlichen Anstand verletzt, also rassistisch, frauenfeindlich oder generell beleidigend ist. Vom Porsche bis zum Reisnagel ist alles erlaubt.

Gibt es bereits Kölner Stücke für die Ausstellung?

Kullen: Bisher weiß ich von einer Bildcollage. Ich habe momentan jedoch keinen Zugriff auf die Datenbank und weiß nicht, was sich schon alles getan hat. Die Ausstellung beinhaltet jedoch eine Mischung aus Kölner Objekten und bereits vorhandenem Material aus anderen Städten. Insgesamt werden es 60 bis 80 Stücke sein. Das Museum kann insgesamt auf rund 2.000 Exponate zurückgreifen.

Wie lange können die Menschen sich um eine Präsentation ihrer eigenen Favoriten bewerben?

Kullen: Wir nehmen Einreichungen bis zum 25. März an.

Erhalten die Stifter ihre Objekte zurück?

Kullen: Nein. Aber die Stücke erhalten ein würdiges Zuhause in der Wanderausstellung.

Was entgegnen Sie Kritikern, die Ihre öffentliche Sammlung als makaber und verletzend bezeichnen?

Kullen: Das ist natürlich nicht unsere Absicht. Jeder, der etwas abgibt, macht das freiwillig und gewährt damit einen intimen Einblick in sein Leben. Alle Werke werden anonym ausgestellt.

Beteiligen Sie sich mit einem persönlichen Ausstellungsstück?

Kullen (lacht): Ich habe, wie die meisten im Team, sofort überlegt, was es da gäbe. Ich konnte aber nichts eindeutiges finden.

Wäre eine permanente Präsentation der Objekte in Köln denkbar?

Kullen: Das ist sicherlich denkbar.

Hilft das „Museum Of Broken Relationships“ bei der Überwindung des Liebesschmerzes?

Kullen: Ja, das glaube ich schon. Ich denke, dass jedes Ritual helfen kann, besonders schwere Situationen zu meistern. Unser Museum bietet die Möglichkeit, sehr bewusst mit einer Trennung umzugehen.

Verraten Sie bitte einige Exponate, die zu sehen sein werden.

Kullen: Es gibt da zum Beispiel eine gelbe Segelbootfahne, die uns eine Dame gespendet hat. Die Stifterin hat ihre Unschuld auf einem Boot verloren. Der Schiffsinhaber und Liebhaber hat ihr als Abschied die Fahne geschenkt, die in der Seefahrersprache so viel wie „Alles in Ordnung“ bedeutet. Die Frau hat ihren Romeo danach nie wieder gesehen. Dann gibt es da noch eine stark verbrannte Dose Liebesweihrauch, wie sie häufig auf asiatischen Märkten zu erwerben ist. Darauf findet sich der lapidare Spruch: „Hat nicht geholfen.“ Es gibt auch eine Axt, die uns ein enttäuschter Mann gespendet hat. Der Herr wurde seinerzeit von seiner neuen Freundin genötigt, möglichst schnell zusammenzuziehen. Dann verliebte sich die Partnerin in einen anderen. Der genervte Ex wurde darüber aufgeklärt, dass die Möbel aus dem gemeinsamen Hausrat nach und nach abgeholt werden würden. Der Mensch kaufte sich daraufhin im Baumarkt eine Axt und zerlegte jeden Tag einen Teil des Mobiliars. Von dem Spender aus Berlin ist übrigens folgender Ausspruch überliefert: „Je mehr sich das Zimmer optisch in den Zustand meiner Seele verwandelte, desto besser ging es mir.“

Das Interview führte Thomas Dahl. 

Adresse: Altes Pfandhaus, Kartäuserwall 20, 50678 Köln
Ausstellungszeitraum: 30. April bis 16. Mai 2016
www.sommerblut.de
Eintritt frei

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