Neue Schnellverbindung
Mit dem Thalys nach Paris - nur für einen Tag
Die neue Thalys-Hochgeschwindigkeitsstrecke ab der belgischen Grenze wurde am Sonntag eröffnet und verkürzt die Netto-Fahrzeit Köln - Paris auf 3:14 Stunden. Grund genug für koeln.de, mitzufahren, um sich Strecke, Zug und Service einmal genauer anzusehen und die Frage zu stellen, ob sich die Nutzung des Thalys gegenüber einem Flug für Paris-Reisende lohnt.
Von Christian Rentrop
Es ist früher Morgen und noch dunkel, als der schicke rote Thalys 9416 mit zehn Minuten Verspätung mit den Gewinnern des koeln.de-Gewinnspiels vom Kölner Hauptbahnhof aufbricht. Das Ziel heißt Paris, ist die offizielle Premieren-Fahrt auf der neuen Schnellstrecke: Bis vor wenigen Tagen rollte der Thalys zwischen Aachen und Lüttich über alte Schienenstränge, konnte die Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h nicht ausfahren. Das ändert sich jetzt, das neue Stück ist extra für den Hochgeschwindigkeitszug konstruiert und soll die Fahrtzeit um über eine halbe Stunde reduzieren.
Vor Aachen geht es allerdings quälend langsam: Fast 45 Minuten zockelt der Zug, bis er endlich in Aachen ankommt. Der größte Teil der Zeit wird von Schleichfahrten durch die Kölner und Aachener Peripherie eingenommen, hier rollt der Zug langsamer als die Regionalexpress-Waggons, die links und rechts vorbeiziehen. "Ich dachte, das ist ein Schnellzug", lacht einer der Gewinner, und er hat recht: Auf dem deutschen Streckenteil darf der Thalys nicht die ICE-Hochgeschwindigkeitsspur nutzen, muss auf alten Gleisen brav langsam fahren. Mancher Autofahrer schafft die Strecke schneller.
Hochgeschwindigkeit nur in Frankreich und Belgien
(Erstellt am 14. Dezember 2009 - 15:06 Uhr; aktualisiert 14. Dezember 2009 - 19:40 Uhr)
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