"Do drugs and sex!"
Marilyn Manson schockt nicht mehr
"Schockrocker" Marilyn Manson ist vor allem für eines bekannt: seinblass geschminktes Gesicht, die pechschwarzen Haare und die schreiendeStimme. Doch das skandalöse Image hat sich mittlerweile selbst überholt.
Von Julia Schmitz
Die Bühne des Palladiums ist verhangen mit einem riesigen schwarzen Tuch, Scheinwerfer färben es blutig rot, aus dem Hintergrund ertönt ein mächtiges Brummen. Dann fällt der Vorhang, die Bühne ist vollkommen vernebelt nur gelegentlich blitzt der Sänger aus dem trüben Dunst hervor: Brian Warner, besser bekannt als Marilyn Manson, weiß sich zu inszenieren.
Los geht es mit dem düster-melodischen "Cruci-Fiction in Space", zu dem Manson sich fast schon sexy-lasziv um das Mikrofon schlängelt und mit an den Fingern festgebundenen Laserpointern ins Publikum blitzt.
Noch ist die Stimmung verhalten, die rund 2.000 Fans, die sich am Donnerstagabend in Mülheim zusammengefunden haben, scheinen noch unentschlossen. Doch mit "Disposable Teens" bricht das Eis: Manson taut auf, wickelt sich als Begrüßung eine Deutschlandfahne um die Schultern und bringt das Publikum mit seiner Beteuerung, viel lieber in Deutschland als in Amerika wohnen zu wollen, zum Schreien.
"Schockrocker" war gestern
Doch so richtig überzeugt das nicht. Offenbar scheinen die Zeiten als berühmt-berüchtigter "Schockrocker" vorbei zu sein, niemand empört sich als der Sänger seine Fans zu Drogenkonsum und Polygamie aufruft oder sich vermeintlich eine Linie Koks in die Nase zieht. Alles schonmal gesehen, möchte man entgegnen.
Manson stört sich offensichtlich jedoch nicht an der eher trägen Stimmung: "Marilyn Manson and Rock are not dead!" röhrt er ins Mikrofon und stimmt seine zweifelhafte Hymne "We're from America" an. Auch wenn die Manson-Klassiker "Sweet Dreams" und das großartige "Dope Show" durchaus Lichtblicke sind, wirkt dieser Abend an vielen Stellen eher wie der verzweifelte Versuch Mansons, zu einem skandalösen Image zurückzukehren, welches sich längst selbst überholt hat.
(20. November 2009 - 15:05)
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Kommentare
Danke, daß wir jetzt auch
Danke, daß wir jetzt auch wissen, wer die Vorband war, nachdem die Angestellten des Palladium auf Anfrage hin selbst zu beantworten leider nicht in der Lage waren.
Daß "Cruci-Fiction in Space" gespielt wurde, ist durchaus interessant, denn das ist ein alter Song aus den 90ern, der sonst von MM nicht mehr zum besten gegeben wird.
Allein deshalb war das Konzert sehenswerter, wie es hier behauptet wird.
Die Vorband hieß
Die Vorband hieß "Esoterica".
cruci fition in space, ist
cruci fition in space, ist kein song aus denn 90ger. sondern vom album holy wood von 2001.
hat er auch wieder denn oldschool klassiker, Dried Up, Tied and Dead to the World gespielt?















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