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Ohne Produktionszentrum

Wird das Opernquartier doch billiger?

Das Opernquartier lässt sich auch für 300 anstatt 364 Millionen Euro realisieren, sagen die Architekten. Gemeinsam mit Bau- und Kulturdezernent der Stadt diskutierten sie am Donnerstag Einsparpotentiale - und versuchten, die Kostenexplosion zu erklären.

Am Anfang waren es 230, dann wurden es 270 - und auf einmal 364 Millionen Euro. Die Planungen zum Neubau des Kölner Opernhauses verkommen zum Zahlenpoker. Jetzt warfen die Architekten eine neue Zahl in den Ring: Für unter 300 Millionen ließe sich der Neubau finanzieren, wenn das ursprünglich geplante Produktionszentrum nicht integriert würde. So ließe sich die Anzahl der benötigten Quadratmeter reduzieren - mit der nicht unerheblichen Folge, dass auf ein komplettes Kellergeschoss verzichtet werden könne. Bei dieser Variante fiele die gesamte Grundwasserproblematik weg, was nicht nur den Bau entscheidend vereinfachen, sondern auch die Kosten senken würde, erläuterte Jürgen Steffens, Geschäftsführer des mit der Planung beauftragten Architekturbüros JSWD.

Steffens diskutierte am Donnerstag gemeinsam mit den Dezernenten Georg Quander (Kultur) und Bernd Streitberger (Bau), Opernintendant Uwe Erich Laufenberg und den im Kulturausschuss stimmberechtigten Parteien. Als Ursache der Kostensteigerung führte das Architekturbüro die Flächen für die technische Ausstattung an. Diese seien im ersten Planungsabschnitt nur näherungsweise erfasst worden und hätten sich später konkretisiert. So sei der Bedarf an Räumen für die Haustechnik erst in der zweiten Phase klar geworden. Die ursprünglich angepeilten 230 Millionen Euro Gesamtkosten ließen sich aber in keinem Fall erreichen, stellten die Planer fest.

Die Kostenexplosion sorgt nicht nur im Stadtrat, sondern auch bei den Kölner Bürgern für Unmut, reiht sie sich doch ein in eine lange Liste von öffentlichen Bauvorhaben, bei denen die ursprünglich eingeplanten Kosten ganz erheblich überschritten werden. Markantestes Beispiel hierfür ist der Bau der neuen Nord-Süd-Bahn: Dort verdoppelten sich die ursprünglich geplanten Kosten auf 954 Millionen Euro - weitere Erhöhungen nicht ausgeschlossen.

Planungen vorerst gestoppt

Oberbürgermeister Fritz Schramma hatte sich entsetzt über die Kostenexplosion gezeigt und einen Baustopp verfügt, "bis belastbare Zahlen und damit Entscheidungsgrundlagen dem Rat vorliegen". Auf der Grundlage der Analysen sollen Alternativen zum Neubau des Schauspielhauses durchkalkuliert werden. So besteht die Möglichkeit, die bestehenden Gebäude von Schauspielhaus und Oper lediglich zu sanieren und die Technik zu optimieren. Auch ein Neubau des Opernquartiers an einer anderen Stelle ist als Alternative weiterhin im Gespräch.

(Erstellt am 17. Juli 2009 - 10:11 Uhr; aktualisiert 17. Juli 2009 - 13:21 Uhr)


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