Premiere im Theater am Dom

Theaterspaß mit Seitensprüngen und Jochen Busse

Es beginnt mit einem Feuerwerk der Pointen und endet nicht weniger spritzig. Dazwischen ein aufgedrehter Jochen Busse, an seiner Seite fünf nicht weniger spielfreudige Bühnenkolleginnen und Kollegen. Dazu ein wohl dosierter Spritzer Lebenshilfe. Das alles mit viel Tempo zusammengerührt ergibt die Boulevardkomödie „In jeder Beziehung“ – in jeder Beziehung ein sehr vergnüglicher Abend im Theater am Dom.

Von Jürgen Schön

Routiniert feiern Paul (Jochen Busse) und Leah (Claudia Rieschel) ihren 24. Hochzeitstag und damit 24 glückliche Ehejahre. Glauben sie – doch ihre Freunde Katja (Monica Kaufmann) und Dieter (Marko Pustisek) nähren Zweifel. Die beiden überzeugten Singles schwärmen von sexuellem Glück mit wechselnden Partnern. Da merkt das Ehepaar, dass in ihrer Beziehung vielleicht doch zu viel Routine herrscht, und setzt auf den „geplanten“ Seitensprung. Die Freunde helfen als Kuppler.

Das kann nur schief gehen. Obwohl sich beide gründlich darauf vorbereiten bleibt es – sehr zum Vergnügen des Publikums – beim jämmerlichen Versuch, bei dem selbst das Liebesgestöhn falsch ist. Das Ergebnis ist letztlich genau so vorhersehbar wie die „Überraschung“, dass die beiden Seitensprungpartner in spe (Kerstin Radt als Sandy und Fabian Goedecke als Pekko) sich als Liebespaar zusammenfinden.

Am Ende der Zeitsprung: Paul und Leah feiern ihren 25. Hochzeitstag, Sandy und Pekko erwarten ein gemeinsames Kind, und auch Katja und Dieter wollen fortan gemeinsam und auf Dauer durchs Leben gehen. So wird nach rasanten Verwicklungen am Ende schließlich das hohe Lied von trauter Zweisamkeit und wenn schon nicht ewiger, dann doch zumindest langer Treue gesungen. Boulevard ist im Grunde eben wert-konservativ (wie ja auch die chaotische Simpsons-Familie), mag auch noch so offen und bisweilen auch ein klein bisschen zotig über Verklemmtheit und sexuelle Freiheit fabuliert werden.

Regisseur Horst Johanning hat das Stück (eine Übernahme aus dem Düsseldorfer Theater an der Kö) mitreißend verpackt und lässt dem Publikum kaum Zeit, zwischen den Pointen Atem zu holen. Besonders Busse darf sich – nölend, pedantisch, komödiantisch – austoben. Sich etwa in einem langen Solo über die Sexaffinität von Politikern auslassen. Und dabei auch aus der Rolle fallen und das Publikum direkt ansprechen. Als er aber wissen will, wer schon einmal einen Seitensprung gehabt hat – zeigt keiner, zeigt keine auf.

„In jeder Beziehung“ – bis 6. Mai, täglich 20 Uhr, sonntags auch 17 Uhr, Weiberfastnacht, Karnevalssonntag bis Karnevalsdienstag geschlossen, Theater am Dom, Opern-Passagen, Glockengasse 11, 50667 Köln. Karten: Theaterkasse 0221 / 258 01 53 sowie in unserem KölnTicket-Shop.

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Premiere im Theater am Dom
Theaterspaß mit Seitensprüngen und Jochen Busse
Es beginnt mit einem Feuerwerk der Pointen und endet nicht weniger spritzig. Dazwischen ein aufgedrehter Jochen Busse, an seiner Seite fünf nicht weniger spielfreudige Bühnenkolleginnen und Kollegen. Dazu ein wohl dosierter Spritzer Lebenshilfe. Das alles mit viel Tempo zusammengerührt ergibt die Boulevardkomödie „In jeder Beziehung“ – in jeder Beziehung ein sehr vergnüglicher Abend im Theater am Dom.
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