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Können alte und neue Manifeste aus Politik und Kunst die Welt retten?

Schauspiel lässt den Aufstand proben

Die Welt ist schlecht. Aufstand liegt in der Luft. Wie und wohin der gehen kann? Vielleicht hilft ein Blick zurück. Den taten sechs Studenten des Schauspielstudios, einer Kooperation zwischen Köln und Leipzig. Sie lasen alte Texte und Manifeste und setzten sie für die Bühne um. Jetzt hatte „Aufstand proben!“ im Kölner Schauspiel Premiere.

Von Jürgen Schön 

Thomas Brandt nahm sich Georg Büchners fast 200 Jahre alten Klassiker „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“ vor und ersetzt die Gutsbesitzer durch Kapitalisten: Kämpferische Worte appellieren an die Moral, vernünftige und stimmige Fragen, aber irgendwie 68er-mäßig überlebt. Eine Spur kämpferischer tritt Henriette Nagel auf, die sich dem „Konzept Stadtguerilla“ der RAF widmete – heute versteht man, dass die Untergrund-Linken damit trotz kerniger Beschimpfungen keinen Erfolg bei der arbeitenden Bevölkerung hatten.

Dem Klassenkampf setzte Janis Kuhnt die Befreiung des Individuums entgegen: Seiner Parodie eines Motivationstrainers, der mithilfe des manipulativen NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) den Weg zum privaten Erfolg – gleich Reichtum – verspricht, konnte auch das Publikum nicht widerstehen und machte bereitwillig mit. Befreiung des Individuums von gesellschaftlichen Zwängen versprach auch Guru Osho, ehemals Bhagwan (ältere Kölner können sich sicher noch an die orangen Kutten der Bhaggi-Hochburg Köln erinnern). Befreiung durch Sex und Meditation versprach er – Lena Geyer folgte dem genüsslich.

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Schließlich das Manifest der italienischen Futuristen: Justus Meyer brachte die Fortschrittshymne auf das schnelle Auto, das schöner als die Mona Lisa ist, und die Verherrlichung des Kriegs mit der Grandezza eines italienischen Stenz’ auf die Bühne. Was unterschlagen wurde: Die Futuristen waren konsequent und gehörten zu den ersten begeisterten Befürwortern des 1. Weltkriegs. Vielleicht hat ja Nicolas Streit Recht: Als Dada-Erfinder Hugo Ball verkleidet, zerhackte er (fast) alle –ismen der Geschichte und kasperte sich über den Bühnentisch.

Welchen Aufstand also wie proben? Die Antwort bleiben die engagierten Darstellerinnen und Darsteller nach 60 Minuten schuldig – letztlich auch, wie ernst sie selber ihre Interpretationen nehmen. Denn den Zuschauern bleibt der Schlussblick durch die Jalousie ins Licht verwehrt.

Aufstand proben! Ein Gesellschaftsspiel für Revolutionäre“ – nächste Vorstellung: 18. März, 12. April 2016, 20 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 2 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim, Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49.

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