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Uraufführung von "Umbettung" im Schauspiel

Schauspiel-Premiere: Familientreffen entlarvt Lebenslügen

Auf dem Dachboden hat die pubertierende Liv alte Familienfilme gefunden. Das gemeinsame Ansehen, so ihre Hoffnung, weckt Erinnerungen an bessere Zeiten und bringt die zerrissene Familie wieder zusammen. Doch jetzt brechen die alten und neuen Konflikte erst richtig auf. „Umbettung“, das neue Stück des Dänen Jens Albinus für das Kölner Schauspiel, erzählt vom Zerfall einer Familie, von Lebenslügen und geplatzten Träumen.

Von Jürgen Schön 

Dabei hatte die Familie alles anders machen wollen, sich vom Zwang und Klischee der „klassischen“ heilen Kleinfamilie befreien wollen. Fahrrad statt Auto, ein Garten, offen und solidarisch gegen Konventionen leben. Der Vater gab seine Schriftsteller-Karriere nach seinem erfolgreichen Erstling auf, um sich um Haushalt und die drei Töchter Katie, Alma und Liv zu kümmern. Zwei von ihnen haben einen anderen Vater. Die Mutter Lili trieb rund um den Globus ihre Karriere als Fotografin voran. Als die mittlere Tochter Alma bei einem Motorradunfall ums Leben kam, verließ sie die Familie.

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Nun soll Almas Grab umgebettet werden: Wegen einer neuen Straße muss der Friedhof verlegt werden. Aus diesem Anlass hat Liv, die alleine noch bei ihrem Vater lebt, Schwester Katie und ihre Mutter eingeladen, ohne ihren Vater einzuweihen. Doch zu sagen haben sie sich nichts mehr, mag noch so heftig gestritten und sich in den Arm genommen werden. Langsam steigern sich die Spannungen bis zu ihrem Ausbruch.

Liv, die jüngste, ist die einzige, die bis zuletzt und noch weiter aufrichtig an eine „Reparatur“ der Verhältnisse glaubt. Henriette Nagel spielt sie mit rührender, kindlicher Unschuld. Der Vater klammert sich an die alte Utopie, von der er weiß, das sie schon lange geplatzt ist. Ronald Kukulies verleiht ihm äußerliche Ruhe, dahinter aber brodelt es, und auch mit Schlitzohrigkeit lässt sich die Realität nicht austricksen.

Katie, die älteste Tochter, ist extra aus Japan angereist. Sie wird nicht dorthin zurückkehren, sondern bei ihrem Vater und Liv bleiben. Melanie Kretschmann spielt sie als zerrissene Persönlichkeit, die als einzige die Tatsachen erkennt – doch damit leben zu können, ist etwas anderes. Lili (Birgit Walter) schließlich ist eigentlich nur gekommen, um einen Schlussstrich zu ziehen, will das Haus, das ihr gehört, neu vermieten. Doch dem Strudel der Gefühle und der Erkenntnis ihrer Mitschuld ist sie nicht gewachsen, fluchtartig verlässt sie den Ort.

Ein aufwühlender Theaterabend

Zwischen den Fronten agiert Toby: ein naiver, hilfsbereiter junger Mann, der ungewollt in die Familienkatastrophe hineingerät, den jeder auf seine Seite ziehen will – Sean McDonagh verleiht ihm einen Hauch von Parzivals Unschuld, ein Spiegel, der die Schwächen der anderen vergrößert.

„Umbettung“ ist nach dem thematisch etwas überfrachteten Stück „Helenes Fahrt in den Himmel“ die zweite Arbeit, die Albinus für das Kölner Schauspiel geschrieben hat: Eine konzentrierte, beklemmende Studie, wieder vom Autor selber inszeniert. Ohne Mätzchen in einem kargen Bühnenbild, dafür mit eindringlichen Bildern, Licht- und Geräuscheffekten, die die ausweglose Situation unterstreichen. Am Ende stehen 100 mitreißende Minuten, ein aufwühlender Theaterabend. Starker Premierenbeifall.

„Umbettung“ – weitere Termine: 16., 18., 23., 24. und 28. Februar (18 Uhr), jeweils 20 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 2 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim, Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße Tickets online bestellen  

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