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Amerikanischer Traum in drei Stunden

Schauspiel zeigt Aufstieg und Fall der „Lehman Brothers“

Von Jürgen Schön

Am Anfang stand der Verkauf von Stoff. Es folgte An- und Verkauf von Baumwolle. Daraus wurde eine Bank, die Eisenbahnen, Erdölförderung und Hollywoodfilme finanziert. Nach 164 Jahren kam das krachende Ende: Die Lehman-Bank ging Pleite und leitete die noch andauernde Weltfinanz- und Wirtschaftskrise ein. Im Schauspiel wird diese Entwicklung jetzt nacherzählt.

Und vom Erzählen lebt „Lehman Brothers. Aufstieg und Fall einer Dynastie“, von Dialogen, von Monologen, von Berichten. Von der breiten Skala der Gefühle, die die Protagonisten durchleben. Szenische Handlungen sind eher die Ausnahme. Langweilig ist das aber in keiner der 180 Minuten (plus zwei Pausen).

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Unterstützt wird dies durch einfache, aber eindringliche Bilder (Bühne: Olaf Altmann): Überschattet ein Krieg das Geschehen, wird die Guckkastenbühne in rotes Licht getaucht. Zwei Schattenkrieger symbolisieren den Bürgerkrieg, ein Seiltänzer Aufstieg und ersten Absturz der Bank. Und die ganze Zeit beherrscht ein riesiges Uhrrad die Bühne: dreht sich erst ganz langsam, dann immer schneller, bleibt auch mal stehen – bis es am Ende in einem stroboskopischen Lichtwirbel durchdreht.

Der Amerikanische Traum wird wahr

Der Amerikanische Traum – mit den „Lehman Brothers“ wird er wahr: 1844 kommt der bayrische Jude Hayum Lehmann nach Montgomery/Alabama, bei der Einreise in die USA nimmt er den Namen Henry Lehman an. Wenige Jahre später folgen ihm die Brüder Emanuel und Mayer. Henry gibt als „Kopf“ des Trios die Richtung vor, Emanuel ist der „Arm“ und Mayer vermittelt zwischen beiden.

Nachdem bei einem Feuer Stadt und Plantagen abbrennen, erweitern die Brüder ihr Geschäft auf Landmaschinen und erfinden den Berufs des „Mittlers“: Sie kaufen billig Baumwolle an und verkaufen sie teuer. Das macht sie reich; um noch reicher zu werden, eröffnen sie eine Filiale in New York, steigen ins Kaffeegeschäft ein, finanzieren Eisenbahnen, gründen eine Bank, handeln mit Aktien und schließlich mit Geld. Die Finanzierung des Kinohits „King Kong“ rettet die Bank nach dem „Schwarzen Freitag“ 1929.

Als nach dem Tod von Emanuels Enkel Robert kein Lehman mehr in der Bank ist, werden auch die letzten verantwortungsvollen Geschäftssitten über Bord geworfen. Es herrschen skrupellose „Trader“, denen es allein ums Verkaufen geht. Der Zusammenbruch ist die logische Folge – und den toten Besitzern bleibt nur, den Tod der Bank kichernd nach altem jüdischen Ritus zu betrauern.

Nur Männer auf der Bühne

Warum die Bank Pleite ging? Das ökonomisch zu erklären sieht Autor Stefano Massini nicht als die Aufgabe seiner oft holzschnittartigen Familiengeschichte, die geprägt ist vom Wunsch, immer reicher zu werden und sich gegen die Goldmans zu behaupten. Schon eher zeigt er, wie sich dieser Wunsch im Kapitalismus erfüllen lässt. Doch würden zum Bankencrash von 2008 auch die Worte passen, die nach dem Bankencrash von 1929 fielen. Anders als heute rettete der Staat damals keine Bank mit Steuergeldern, sondern verschärfte die Regulierung.

Die Geschichte der Bank ist eine Männergeschichte – also stehen nur Männer auf der Bühne: Thomas Müller, Torsten Ranft, Ahmad Mesgarha, Jörg Ratjen, Philipp Lux, Simon Kirsch und Sascha Göpel übernehmen gleich mehrere Rollen. Auch die der Ehefrauen, grazil und entzückend in der weiten Krinoline darf sich Kirsch im hervorragend eingespeilten Ensemble einen Sonderpunkt abholen.

Mit „Lehman Brothers“ bringt Hausherr Stefan Bachmann eine faszinierende Inszenierung auf die Bühne. Ihre Premiere hatte die Koproduktion mit dem Staatsschauspiel Dresden schon im vorigen Jahr an der Elbe, jetzt also die Premiere in Köln – und am Ende langer Beifall.

Lehman Brothers – Aufstieg und Fall einer Dynastie“ – weitere Termine: 10. (16 Uhr) und 19. April (19 Uhr), Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim,

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Karten auch unter Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße

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