Einige Szenen entschärft
Premiere von «Samson et Dalila» wie geplant am 2. Mai
Köln (ddp-nrw). Die Premiere der wegen der drastischen Kriegs- und Vergewaltigungsszenen in die Kritik geratenen Kölner Inszenierung der Oper «Samson et Dalila» wird aller Voraussicht nach wie geplant am 2. Mai stattfinden. Das kündigte Regisseur Tilman Knabe am Sonntag bei einer Matinee in Köln an.
Knabe ging bei der Matinee, zu der rund 150 Interessierte gekommen waren, nicht konkret auf die strittigen Szenen ein. Er vertrat die Auffassung, dass sich das Bühnengeschehen mit dem Heute auseinandersetzen müsse, «auch wenn's unangenehm ist». Deshalb liege es nahe, die Oper - schon von Camille Saint-Säens (1835-1921) in Gaza-Stadt angesiedelt - auch aktuell dort spielen zu lassen. Sowohl die biblische Geschichte von «Samson et Dalila» als auch die Oper seien äußerst gewaltsam. Sie zeige, wie sich zwei Gesellschaften unter Instrumentalisierung der Religion abwechselnd vernichten und keine Lösung finden.
In dem Stück gilt Samson, der Hebräer, als unbesiegbar; Dalila, die Philisterin wirkt wegen ihrer Schönheit auf Männer unwiderstehlich. Im Kampf um die Vorherrschaft der beiden Völker und ihrer Religionen gelingt es Dalila, Samson zu verführen, wodurch er seine übermenschliche Kraft verliert. Am Ende erfleht Samson einmal noch seine Stärke zurück und reißt alle mit sich in den Tod.
(Erstellt am 26. April 2009 - 17:52 Uhr; aktualisiert 26. April 2009 - 17:57 Uhr)
Schon gelesen?
Vorheriger Artikel: Art Cologne lockte 56.000 Kunstinteressierte









Kommentar hinzufügen