Modell war über ein halbes Jahrhundert verschollen

90 Jahre alter Streichholz-Dom bald im Stadtmuseum

Ein Modell des Kölner Doms, das ein Arbeitsloser vor gut 90 Jahren aus 2,5 Millionen Streichhölzern gebaut hat, wird bald im Kölnischen Stadtmuseum zu sehen sein. Doch vorher muss das Modell noch aufwendig restauriert werden.

Es war ein Griff in den Modder: In zwei großen Kisten lagen die Teile des Kölner Doms, vor gut 90 Jahren aus 2,5 Millionen Streichhölzern zusammengebaut. Jetzt zum Teil nass und aufgeweicht, schimmlig, von Holzwürmern angefressen. Vor zwei Jahren wurden sie im österreichischen St. Pölten wiederentdeckt. Im Kölnischen Stadtmuseum wird das Modell jetzt restauriert, um dann ausgestellt zu werden.

Gebaut hat es der damals arbeitslose Hans Swoboda im westfälischen Osterwick. Die Streichhölzer spendete ihm eine schwedische Zündholzfabrik. Das fertige Modell – stolze 2,70 Meter hoch, 2,10 Meter breit und 3 Meter lang und in Module zerlegbar – schickte Swoboda dann auf eine Tournee durch Deutschland und die USA. Es muss ein einträgliches Geschäft gewesen sein, mit den Einnahmen konnte er sein Kunststudium finanzieren. Zum Marketing gehörte auch eine Postkarte mit Adolf Hitler, wie er den Dom besichtigt.

Fotostrecke: Der Streichholz-Dom 

Ende der 1930 Jahre wurde der Dom in Süddeutschland ausgestellt. 1942 taucht er bei einer Auktion im Wiener Dorotheum auf, dann verliert sich seine Spur. Erst 2014 tauchte es in einem Keller in St. Pölten auf: ein Sensationsfund, der weltweit für Aufsehen sorgte. Dort holte es das Kölner Stadtmuseum ab, zahlte dafür – so Museumschef Mario Kramp – einen „Finderlohn“. Wie es dorthin kam, lässt sich derzeit nicht klären, Hans Swoboda starb schon 2005.

Rund 300 Teile konnten gesichert werden; die Beschriftung der zwei Kisten, in denen sie aufbewahrt wurden, weist darauf hin, dass es noch eine dritte gab. Andrea Habel-Schablitzky, die leitende Restauratorin, schätzt, dass nur etwa 50 bis 60 Prozent des ursprünglichen Materials erhalten sind. So fehlen Teile des westlichen Daches und die mittleren Etagen des Nordturms.

In Köln wurden die Kisten samt Inhalt zunächst einmal mehrere Wochen lang begast, um die Holzwürmer zu töten. „Die hätten den Rest in spätestens zehn Jahren samt Kisten aufgefressen“, so die Restauratorin. Einige Teile sind auch in der Nässe zerfallen, der Schimmel konnte vergleichsweise problemlos entfernt werden. „Es ist eine wahnsinnig akribische Arbeit“, bewundert sie, was jetzt schon restauriert werden konnte, darunter die beiden Turmspitzen und das Südportal.

Ein gutes Jahr könnte es dauern, bis alles restauriert ist – vorausgesetzt, es findet sich einer oder mehrere Mäzene, die die erforderlichen 20.000 Euro spenden. Dann sollen die Fragmente ausgestellt werden. Und nicht im Depot verschwinden, in dem rund 300.000 Objekte aus Kölns Stadtgeschichte gelagert werden. (js)

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