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Die Augen als Schlüssel zur Seele

Käthe-Kollwitz-Museum feiert 150. Geburtstag der Künstlerin

Vor 150 Jahren – am 18. Juli 1867 – wurde Käthe Kollwitz geboren. Für das Jubiläumsjahr durchsuchte das Team des Kölner Käthe-Kollwitz-Museums seine Sammlung. Das Ergebnis: eine mitreißende Sonderausstellung mit „richtigen“ und „verkappten“ Selbstporträts der Berliner Künstlerin.

Selbstporträts sind ein zentrales Thema in ihrem Werk. „Selbstbetrachtungen“ nannte sie sie – und sie entstanden in engem Zusammenhang mit wichtigen, meist negativen Erlebnissen. Etwa einer lebensgefährlichen Diphterie-Erkrankung ihres Sohnes Hans 1910 oder dem Tod ihres Sohnes Peter, der als Freiwilliger schon wenige Monate nach Beginn des Ersten Weltkriegs in Belgien fiel. Ein Ereignis, das Kollwitz zur engagierten Pazifistin bekehrte. Schließlich die Diffamierung als „entartet“ und Berufsverbot durch die Nazis. Sie starb im April 1945 nahe Dresden.

Das erste dieser rund 40 „richtigen“ Selbstbildnisse – gerade erst als Dauerleihgabe nach Köln gekommen– zeigt sie als 21-Jährige: Mit großen offenen Augen blickt sie den Betrachter neugierig und zugleich skeptisch an. Burschikos will sie die Welt erobern, noch ist da nichts von der späteren Ernsthaftigkeit und Traurigkeit.

Überhaupt die Augen: Sie sind der Schlüssel zur Seele, heißt es. Dass das keine Floskel ist, lässt sich hier nachfühlen: streng und selbstbewusst zeigt sich die sensible Frau, fragend, motzig, herausfordernd. Mal von vorne, mal im Profil. Mit Kohle, Tusche, Kreide, Lithographie und Holzschnitt. Das letzte ausgestellte Selbstporträt – die Lithographie nach einer Kohlezeichnung – entstand 1938.

Portätfotos lassen zeitnahe Vergleiche zu

Porträtsfotos namhafter Fotografen wie Hugo Erfurt oder Lotte Jacobi lassen zeitnahe Vergleiche zu: Wie sah sie „wirklich“ aus und wie sah sie sich selbst. Auffallend: Sie sah sich immer etwas älter.

Und die „verkappten“ Selbstporträts? Für viele Frauengestalten, etwa im Zyklus „Bauernkrieg“ oder das immer wiederkehrende Thema der Mutter, die um ihren toten Sohn trauert, nahm sie sich selbst als Vorbild, ohne dass sie im Titel darauf hinwies. In diese Kategorie fällt auch die Kohlezeichnung aus dem Jahr 1943: „Ich stehe und grabe mein eigenes Grab“ heißt sie und lässt das nach unten gebeugte Gesicht nicht erkennen.

Insgesamt rund 250 Exponate aus der über 1.000 Objekte umfassenden Sammlung werden ausgestellt: Grafiken, Skulpturen, Plakate, Postkarten, Bücher. Darunter auch ein erst im vorigen Jahr gekaufter Bronzekopf aus dem Jahr 1937, entdeckt bei einer Versteigerung in New York und „zu einem erstaunlichen günstigen mittleren fünfstelligen Betrag“ erworben, so die glückliche Museumsdirektorin Hannelore Fischer.

Mit „Die Seele nach außen: Kollwitz in Selbstbildnissen“ beginnt das Kölner Kollwitz-Jahr. Es folgen die Sonderausstellungen „Aufstand!“ ( mit Kollwitz’ Zyklus „Bauernkrieg“ wird der Bogen zum Lutherjahr geschlossen), zum biblischen Thema „Maria und Elisabeth“ (hier porträtierte sich die Künstlerin mit ihrer Schwiegertochter Ottilie), zu Kollwitz’ Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz, zur Gestaltung des Kollwitz-Denkmals in Berlin sowie zum Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste, den die Kreissparkasse Köln – Trägerin des hiesigen Museums – seit 25 Jahren finanziert uns so vor der Einstellung gerettet hat. (js)

„Die Seele nach außen: Kollwitz in Selbstbildnissen“ – bis 22. Februar 2017, Käthe Kollwitz-Museum, Neumarkt 18-24, 50667 Köln, Tel. 0221 / 227-28 99 / 26 02, Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr, Eintritt: 5/2 Euro, Begleitprogramm unter www.kollwitz.de

 

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