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Original oder Raubguss?

Käthe-Kollwitz-Museum zeigt "guss geschichte(n)"

Ausstellen und Forschen – das sind beiden Aufgaben des Käthe-Kollwitz-Museums in Köln.  Zum 30. Geburtstag schenkte man sich das erste Werkverzeichnis der Plastiken von Käthe Kollwitz. Verbunden wird die Buchveröffentlichung mit der Ausstellung „guss geschichte(n)“. Zu sehen sind rund 50 Exponate, meist Bronzegüsse von 15 Arbeiten.

Die zwei trauernden Mütter aus Bronze kehren dem Besucher den Rücken zu: So machen die Ausstellungsmacherinnen deutlich: Es handelt sich um Raubkopien. Und davon gibt es viele. Die emotional aufgeladenen Arbeiten von Käthe Kollwitz (1867-1945) erfreuen sich großer Beliebtheit. Immer wieder wittern Geschäftemacher hier ihre Chance. Mit dem Ablauf der – im internationalen Vergleich länger geltenden – deutschen Urheberrechte im vorigen Jahr könnte der Wildwuchs zunehmen.

Was ist Original, was ein Raubguss? Das Werkverzeichnis gibt die abstrakte Hilfe, die Ausstellung die praktische. So kann der Besucher auch von unten in einzelne hohlen Plastiken aus Bronze oder Zink hineinschauen, lernt den Unterschied zwischen Sand- und Wachsguss kennen. Oder, wo beim „Nachmachen“ geschlampt wurde. Große Fotos und verständliche Texttafeln helfen ihm dabei.

Käthe Kollwitz und ihre Plastiken – das ist eine komplizierte Geschichte. Als politische Künstlerin wurde sie vor allem durch ihre Zeichnungen und Plakate bekannt. Doch ihre Liebe gehörte der Skulptur. In einem zweiten Leben wolle sie ausschließlich Bildhauerin sein, sagte sie einmal.

Spannend ist in dieser Ausstellung den Weg einer Idee und deren Variation zu verfolgen, etwa also Kohle-Zeichnung oder Holzschnitt. Doch oft arbeitete Kollwitz ohne Vorzeichnung direkt in Gips. Manches wurde noch zu Lebzeiten in Bronze gegossen. Nicht alles. Viele Modelle gingen im Krieg verloren, dann wurde eine Gips-„Surmoulage“ von einer noch existierenden Bronze hergestellt – von der dann wieder Abgüsse hergestellt wurden. Mit Silicon ist dies heute noch leichter.

Kollwitz’ Sohn Hans versuchte dies zu regeln. Wurde manchmal auch „erpresst“. Weil in den USA in den 1950er Jahren der Besitzer eines Kunstwerks das Urheberrecht hatte, konnte dort die Plastik „Liebesgruppe“, die nur in Gips existierte, zunächst zweimal nachgegossen werden. Hans Kollwitz hatte zunächst abgelehnt, später autorisierte er noch vier weitere Güsse. Nach seinem Tod erlaubte die Erbengemeinschaft Kollwitz noch weitere zehn Exemplare. (js)

„Guss geschichte(n) – Köthe Kollwitz: das plastische Werk in Gips, Stucco, Bronze und Zink“ – bis 5. Juni 2016, Käthe Kollwitz-Museum, Neumarkt 18-24, 50667 Köln, Tel. 0221 / 227-28 99 / 26 02, Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr, Eintritt: 5/2 Euro, Begleitprogramm unter www.kollwitz.de

 

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