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Das Leben als großes Puzzlespiel

„Mary Page Marlowe“: gefeierte Premiere im Schauspiel

Das Leben ist – eine Binse! – kein Wunschkonzert. Nicht alles läuft wie erhofft. Auch das Leben von „Mary Page Marlowe“ hat mehr Tiefen als geplant. Im Schauspiel hatte jetzt das Theaterstück von US-Erfolgsdramatiker Tracy Letts Premiere. Und erhielt am Schluss langen Beifall.

Von Jürgen Schön 

Lebensgeschichten mit ihren Auf und Abs, der Kampf zwischen Wunsch und Wirklichkeit – das sind in Literatur und Theater Dauerthemen. Was hebt „Mary Page Marlowe“ daraus hervor? Es ist die puzzleartig erzählte Geschichte, nicht chronologisch und damit folgerichtig, sondern in elf Zeitsprüngen vor und zurück wird sie erzählt. So erschließt sich manches erst im Nachhinein.

Dieses Bild eines Puzzlespiels umrahmt das Stück: „Mama, das passt nicht!“ ist der erste Satz, wenn – nicht sichtbar – Mary Pages Sohn versucht, die Plättchen für die Staaten der USA zusammenzustecken. Und am Ende steht der Quilt als Symbol für das Leben: Eine Decke, aus Stoffquadraten, von Frauen ohne Absprache genäht und dann zusammengesetzt. Nun ist sie alt geworden, hält gerade noch zusammen, nur mit Mühe sind die Muster in den fadenscheinigen Stücken zu erkennen.

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Dazwischen also im Hin und Her das Leben der Mary Page, hier ausnahmsweise chronologisch zusammengefasst: Ihre Eltern sind Alkoholiker, die Mutter kritisiert an ihrer Tochter herum. Als Teenager gibt sie dem begehrtesten Junggesellen einen Korb, legt sich mit ihren Freundinnen die Tarot-Karten und träumt von Paris und Selbstverwirklichung. Die erste Ehe geht schief, das Sorgerecht für die beiden Kinder wird über deren Köpfe hinweg entschieden. Später wird der Sohn zum Junkie.

Die Grenze zum Kitsch ist nahe

Sie wird Wirtschaftsprüferin, heiratet erneut und hat mit ihrem Chef eine Affäre. Sie wird alkoholsüchtig, fährt mit 3,2 Promille einen alten Mann zu Tode, landet im Gefängnis. Schließlich bereitet sie sich in einem Krankenhaus – begleitet vom dritten Ehemann und einer Pflegerin – auf den Tod vor: „Ich weiß das ich sterben muss“, sagt sie – und letztlich habe sie nur wenig zu bereuen.

Lilja Rupprecht greift in ihrem großen Regie-Debut das Bild des Puzzles im Bühnenbild auf: Ein großes Haus lässt sich zerlegen und wieder zusammensetzen. Manche Erinnerungsepisoden werden hinter den Kulissen gespielt und als beeindruckende Live-Video auf die Hausfassade projiziert. Wenn dann allerdings die Bühne in Erinnerungsnebeln versinkt, ist die Grenze zum Kitsch nah.

Einfühlsames Ensemble, beeindruckende Inszenierung

Auf der Bühne stehen vier Männer (Sean McDonagh, Guido Lambrecht, Winfried Küpers, Stefko Hanushevsky, die auch die Rollen der Frauen in Mary Pages Leben übernehmen) und vier Frauen: Lou Zöllkau spielt die träumende Titelheldin als Teenager; Nicola Gründel die egoistische Mutter; Sabine Orleans tobend und von Selbstzweifeln zerfressen die Alkoholikerin. Margot Gödrös schließlich zieht im Ohrensessel die Lebensbilanz. Schließlich – ganz bezaubernd – das Mädchen Ida Fayl: Sie ist – naheliegend – das Kind Mary Page, aber auch die alte Frau. In einer Therapiesitzung treten alle Mitwirkenden als Mary Page auf die Bühne und nehmen die Protagonisten in „Kreuzverhör“ über ihr Selbstverständnis.

Einfühlsam, die seelische und körperliche Nacktheit nicht scheuend, erzählt das neunköpfige Bühnenensemble in wechselnden Rollen das Leben einer energiegeladenen Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, die auch zu ihren (todbringenden) Fehlern steht und die Konsequenzen trägt. Eine beindruckende Persönlichkeit – und eine beindruckende Inszenierung.

„Mary Page Marlowe“ – die nächsten Termine: 25. und 28. November, 2., 10. (18 Uhr) und 14. Dezember, jeweils 19.30 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim,

Karten in unserem Online-Ticketshop oder unter Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße.

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