Am 3. November
Literatur-Nobelpreis: Herta Müller liest in Köln
Die neue Literaturnobelpreisträgerin, die Berliner Autorin Herta Müller, kommt am 3. November nach Köln. Die Preisträgerin
liest aus ihrem jünsten Roman "Atemschaukel", der sich mit der Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin befasst.
Die Schwedische Akademie gab die Ehrung Müllers am Donnerstag in Stockholm bekannt. Das Auswahlkomitee hatte seine Entscheidung unter anderem mit Müllers realitätsnahen Darstellungen des Lebens unter dem kommunistischen Regime in Rumänien begründet. Das gesamte Werk kreist um die Zeit unter dem Diktator Nicolae Ceaucescu. Sie selbst sagte dazu auf der Pressekonferenz: "Autoren wählen ihr Thema nicht. Das Thema stößt ihnen zu." Die Literatur bewege sich immer dorthin, wo die "Beschädigungen einer Person" seien. Durch diktatorische Verhältnisse gerieten Menschen "unter die Räder und in Grenzsituationen".
Der begehrteste Literaturpreis der Welt geht damit zum bereits achten Mal nach Deutschland, aber zum ersten Mal an eine deutsche Autorin. Deutsche Preisträger vor Müller waren unter anderem Günter Grass, Heinrich Böll und Thomas Mann. Müller ist erst die zwölfte Frau, die den 1901 erstmals verliehenen Literaturnobelpreis erhalten hat.
Herta Müller wurde am 17. August 1953 in Nitchidorf im deutschsprachigen Raum Rumäniens geboren. 1987 ging sie nach Deutschland ins Exil, heute wohnt sie in Berlin. In ihre Werke flossen immer wieder autobiographische Erfahrungen ein. So verarbeitete sie das Schicksal ihrer Mutter, die wie viele Rumäniendeutsche 1945 in die Sowjetunion deportiert worden war, in dem in diesem Jahr veröffentlichten Roman "Atemschaukel".
Nach ihrer Emigration nach Deutschland veröffentlichte sie unter anderem die Romane "Der Fuchs war damals schon der Jäger" (1992), "Herztier" (1994) und "Heute wär ich mir lieber nicht begegnet" (1997).
Führende deutsche Politiker stellten die Auszeichnung Müllers in einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden 20. Jahrestag des Mauerfalls. Merkel sagte in Berlin, das Werk dieser Autorin sei aus einer Lebenserfahrung gespeist, "die von Diktatur, Unterdrückung, von Ängsten, aber auch von unglaublichem Mut spricht". Bundespräsident Horst Köhler nannte es "eine besonders glückliche Fügung, dass Sie die höchste Auszeichnung, die ein Schriftsteller bekommen kann, gerade in diesem Jahr erhalten, in dem wir an das Ende der Diktaturen in Osteuropa vor zwanzig Jahren erinnern".
Der Deutsche Kulturrat erklärte, die Auszeichnung Müllers unterstreiche die "Bedeutung der deutschsprachigen Literatur für die Weltliteratur". Der Autorin wird der mit zehn Millionen Kronen (980.000 Euro) dotierte Preis am 10. Dezember in Stockholm verliehen. (ddp, afp, hl)
(Erstellt am 9. Oktober 2009 - 8:02 Uhr; aktualisiert 9. Oktober 2009 - 10:13 Uhr)
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Kommentare
son Blödsinn, die kennt
son Blödsinn, die kennt doch kein Mensch.










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