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Edgar Franzmann im Interview

Neuer Köln-Krimi: Tödliche Botschaft im Richter-Fenster

Mit "Der Richter-Code" hat Autor und koeln.de-Chefredakteur Edgar Franzmann gerade seinen zweiten Köln-Krimi vorgelegt. Der rasant erzählte Kriminalfall greift den Einsturz des Historischen Stadtarchivs auf, der als Rahmenhandlung für die Entschlüsselung eines anderen Rätsels dient: eine geheime Botschaft, versteckt im Richter-Fenster des Kölner Doms. koeln.de-Redakteur Sven Plaggemeier sprach mit Edgar Franzmann über sein Werk.

koeln.de: Gerade einmal zehn Tage vergehen vom ersten Mord am Aschermittwoch im Jahr 2009 bis zum Finale, das hier nicht verraten wird. Es sind zehn Tage, die nicht nur das Leben der Hauptfigur, Georg Rubin, aus den Fugen geraten lassen, sondern auch in der Stadt Köln tiefe Spuren hinterließen. Ich spreche vom Einsturz des Historischen Stadtarchivs am 3. März 2009, der die zentrale Rahmenhandlung für ihre Geschichte liefert. Hatten Sie von Anfang an die Idee, ihren Krimi in ein tatsächliches Geschehen einzubetten?

Edgar Franzmann: Ja, das macht doch den Reiz solcher Krimis aus. Der Leser soll sich immer fragen: Was hat sich denn der Autor ausgedacht und was ist echt?

Wer den Titel "Der Richter-Code" liest, denkt sofort an den Erfolgsroman von Dan Brown "Sakrileg", der im Anlehnung an den englischen Originaltitel als "Der Da Vinci Code" erfolgreich verfilmt wurde. Auch in ihrem Buch spielt die Religion in Gestalt der Piusbrüderschaft eine tragende Rolle. War Dan Brown hierfür Ideengeber?

Ich habe Dan Browns Buch gelesen, und die Person in meinem Krimi, die eine verschlüsselte Botschaft im Richter-Fenster vermutet, hat Dan Brown auch gelesen. Der Titel nimmt das auf, aber der Inhalt selbst ist ja viel weniger mystisch, sondern ganz aktuell. 

Ihre Hauptfigur Georg Rubin ist Chefreporter beim BLITZ. Auch Sie haben viele Jahre bei einer Kölner Boulevardzeitung gearbeitet, bevor Sie Chefredakteur von koeln.de wurden. Wie viel Edgar Franzmann steckt in Georg Rubin?

Eine Menge. Ich war, sagt man, genauso ein journalistischer Hitzkopf wie Georg Rubin, der immer besonders schnell und nah an die Dinge ran wollte. Aber der Georg Rubin im Roman ist ja nur halb so alt wie ich, er erlebt ganze andere Abenteuer, hat andere Freunde und Freundinnen. Ich habe ihm aber noch einen Vater, Paul, gegeben, der ist in meinem Alter und hat als gelernter Metteur eine Zeitungsvergangenheit. Über Paul kann ich vieles aus der „guten alten Zeitungszeit“ mit ins Buch hineinbringen.

In ihrem ersten Buch "Millionenallee" klüngelte es ganz gewaltig. Auch beim Richter-Code kommt das Thema immer wieder zur Sprache. Gehört der Klüngel so zur Stadt, dass man auch in Krimis nicht mehr auf ihn verzichten möchte? Haben wir ihn vielleicht sogar etwas lieb gewonnen, weil er uns jeden Tag Stoff liefert?

Nein, den Klüngel haben die Kölner nicht lieb gewonnen, sie haben ihn satt. Aber die Ergebnisse des Klüngels sind leider immer noch so allgegenwärtig, dass kein realistisches Buch über Köln ohne Hinweise darauf auskommt.

Haben Sie für den Krimi Kontakt zu Gerhard Richter aufgenommen. Wie fiel die Reaktion aus?

Ich habe vor gut einem Jahr das Büro von Gerhard Richter informiert, dass ich einen Köln-Krimi schreiben wollte, in dem sein Fenster im Kölner Dom eine wichtige Rolle spielen würde. Vor allem habe ich angefragt, ob wir ein Foto seines Fensters als Titelcover benutzen dürften. Die Zusage kam kurzfristig per E-Mail, wofür ich sehr dankbar bin.

Das Cover ist für einen Krimi außergewöhnlich bunt. Ist das wirklich ein Foto?

Ja, das ist ein Foto des Richter-Fensters, aufgenommen von Mitarbeitern der DERIX-Glasstudios aus Taunusstein, die das Fenster im Dom eingebaut haben. Das Foto ist in keiner Weise bearbeitet oder manipuliert worden. Es wurde hoch oben direkt am Fenster aufgenommen, links sieht man die gläsernen Farbquadrate, rechts die Spiegelung des Lichts auf dem Gemäuer der Kathedrale. Mit etwas Phantasie erkennt man sogar einen Kopf. Ein phantastisches Foto. Ob es für einen Krimi passt, wird sich zeigen. Eine Buchhändlerin hat meinen Krimi wie folgt empfohlen: „So vielschichtig wie die Farben des ‚Richter-Fensters’ im Dom“.

Befürchten Sie, dass ihr Buch für Hobby-Verschwörungstheoretiker Anlass sein könnte, tatsächlich nach einer Botschaft im Richter-Fenster des Kölner Doms zu suchen? Welche Botschaft würden Sie dort verstecken?

Nein, da habe ich keine Befürchtung. Welche Botschaft ich selbst dort verstecken würde? Ich muss da nichts verstecken, da ist alles drin. Gönnen Sie sich mal eine Stunde im Dom unter dem Richter-Fenster, wenn draußen die Sonne scheint, und meditieren Sie im Innern zum Spiel der Farben des Richter-Fensters, dann verstehen Sie, was ich meine.

"Der Richter-Code" ist Ihr zweites Buch. In wiefern geht man als Autor an sein zweites Werk anders ran als an seinen Debütroman?

Ich wusste beim zweiten Roman viel besser, wie ein Krimi aufgebaut sein muss. Mein Erstling „Millionenallee“ war eher eine Familiengeschichte als ein Krimi, die erste Leiche gab es erst auf Seite 104, auch das Ende war damals vielleicht etwas zu vorhersehbar. Im „Richter-Code“ stolpert der Held gleich am Anfang über eine Leiche, die Story ist viel verwickelter, der Leser bekommt mehr Möglichkeiten zum Mitraten, ich denke, das Buch ist deutlich spannender geworden.

Wie lange haben Sie insgesamt an dem Buch geschrieben?

Die Idee, zunächst ganz kompakt in nur hundert Wörtern, dann ausgebaut zu einem Exposé von etwa dreißig Seiten, stand im Herbst 2009 fest. Geschrieben habe ich dann bis Mitte November 2010, also gut ein Jahr. Anschließend war das Manuskript im Lektorat, letzte Korrekturen habe ich im März 2011 vorgenommen.

Haben Sie schon eine Idee für den nächsten Köln-Krimi?

Ja. Ich habe eine sehr interessante Grundidee, deren Kern ich für mich wieder in hundert Wörtern zusammengefasst habe. Zur Zeit schreibe ich ein Exposé, suche weitere Ideen für den Plot, arbeite vor allem noch an der Figur des Bösewichtes. Zum Glück habe ich meinen Helden schon gefunden, das soll wieder der Kölner Journalist Georg Rubin sein. Nächste Woche bin ich beim Krimifestival CRIMINALE in Mönchengladbach. Dort treffe ich meinen Verleger Hejo Emons und Cheflektorin Christel Steinmetz, die ich von meiner neuen Idee überzeugen möchte. Dann könnte mein nächster Köln-Krimi im Herbst nächsten Jahres erscheinen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Verlosung

Koeln.de verlost drei signierte Exemplare von Edgar Franzmanns Köln-Krimi "Der Richter -Code". Um zu gewinnen, schreiben Sie bitte bis zum 6. Mai 2011 einen E-Mail mit Namen und Ihrer Postanschrift und dem Betreff "Richter-Code" an gewinnen@koeln.de.


Der Richter-Code

Edgar Franzmann
272 Seiten, Emons-Verlag
ISBN-10: 9783897058309
ISBN-13: 978-3897058309

Erhältlich in jeder Buchhandlung und online z.B. bei Amazon.


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