Ausstellung im Museum Ludwig
Lenin-Statue auf dem Kölner Roncalliplatz
Am kommenden Donnerstag wird Köln um eine zweifelhafte Attraktion reicher: Ein Lenin-Denkmal wird auf der Domplatte aufgestellt! Der Marxist und Gründer der Sowjetunion aus Granit stand ursprünglich in Dresden, war dort aber nach der Wende abgebaut worden. Seither reist Konzeptkünstler Rudolf Herz mit dem Denkmal um die Welt.
Seitdem kurvt Lenin an der Seite zweier unbekannter Granitgenossen immer wieder durch Mitteleuropa. Köln hat der zwölf Tonnen schwere Steinzeit-Kommunist allerdings noch nicht gesehen und erklärt bekommen - was sich am Donnerstag, dem 22.10.2009 zwischen 11 und 15 Uhr ändern wird: In dieser Zeit wird die Statue auf dem Roncalliplatz stehen. Die Ausstellung selbst ist bis Ende Januar zu sehen.
Nach dem Mauerfall waren die Dresdener den Granitkopf aus der Sowjetunion leid. Das Denkmal wurde gestürzt und einem schwäbischen Steinmetz geschenkt. Künstler Herz fand die Statue dort 2004 und lieh sie sich aus, um die Welt 15 Jahre nach dem letzten Fall des Eisernen Vorhangs mit dem Kommunistenführer zu konfrontieren. Kunst- und Kulturschaffende erhielten den Auftrag, Lenin das 21. Jahrhundert zu erklären, als Redner vor Publikum.
Das Museum Ludwig zeigt "Lenin on Tour" im Rahmen der Ausstellung "Politische Bilder. Sowjetische Fotografien zwischen 1918 und 1945". Insgesamt 80 Bilder zeigen den überlebensgroßen Granitmarxisten beim Transport durch Europa und in kruden postkommunistischen Situationen wie etwa einer Diskothek oder vor schillernden Bankentürmen. Die Bilder wurden von den Fotografen Irena Wunsch und Reinhard Matz aufgenommen. Zusätzlich startet die 15. Russische Filmwoche, in der Werke aus sozialistischer Zeit zu sehen sind. (cr)
(Erstellt am 19. Oktober 2009 - 13:00 Uhr; aktualisiert 19. Oktober 2009 - 16:15 Uhr)
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