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lit.Cologne

Kein Silberschweinpreis für Helene Hegemann

Zum ersten Mal hat die lit.COLOGNE in diesem Jahr einen Preis für Nachwuchsautoren ausgeschrieben. So kämpften am Freitagabend Helene Hegemann, Leif Randt und Ulrike Almut Sandig um das mit 1.111 Euro dotierte „Silberschwein“.

von Julia Schmitz

„Ich weiß gar nicht so richtig, was ich jetzt lesen soll“ - Helene Hegemann sitzt schüchtern auf der Bühne des Stadtgarten, versteckt ihr Gesicht wie gewohnt hinter einem Vorhang aus aschblonden Haaren. Das ist vielleicht eine etwas komische Aussage, zieht man in Betracht, dass es sich hier um einen Literaturwettbewerb der lit.Cologne für Nachwuchsautoren handelt. Aber irgendwie auch verständlich, wenn man bedenkt, wie sehr die Medien die Person der gerade mal 18 Jahre alten Autorin in den letzten Wochen zerpflückt haben.

Hegemann wird vorgeworfen, große Teile ihres Romans von der Seite eines Berliner Bloggers abgeschrieben zu haben. Jedes Wort, jede Handlung wurde seither nach den Plagiatsvorwürfen auf die Goldwaage gelegt. Da passt man lieber auf, was man sagt. Letztendlich liest Hegemann natürlich doch, eine verhältnismäßig unverfängliche Passage aus ihrem Roman „Axolotl Roadkill“. Das allerdings tut sie so gehetzt, als könne sie es kaum erwarten, wieder aus dem Rampenlicht zu verschwinden.

„Ich mag es, wenn die Situation ins Gegenteil umkippt“

Die anderen beiden Jungautoren, die anlässlich des Literatufestivals nach Köln gekommen sind, geben sich da schon etwas kooperativer. Leif Randt, 1983 in Frankfurt am Main geboren, liest höchst lebendig vereinzelte Passagen aus einem ersten Roman „Leuchtspielhaus“. Auf nüchterne, aber eindrucksvolle Art beschreibt er dort eine in London lebende Gruppe junger Erwachsener, die durch bewusstes Fernbleiben von Facebook sich den Trends der Gesellschaft verschließen, und mittels ausgefallener Frisuren und Kleidung ihre eigene Welt zu erschaffen versuchen. Die bleibt letztendlich aber frei von jeglicher Individualität, Freundschaften bleiben oberflächlich.

Publikumsliebling des Abends war jedoch eindeutig Ulrike Almut Sandig, die, nachdem sie hauptsächlich Gedichte veröffentlicht hatte, nun ihren ersten Erzählband „Flamingos“ vorgelegt hat. Dort entwickelt sie Personen und Lebenswelten, die ständig mit den Erwartungen des Leser spielen: „Ich mag es, wenn die Situation ins Gegenteil umkippt“, erklärt die Autorin und verzaubert die Zuhörer mit einer eindrucksvollen Rezitation ihrer Kurzgeschichte „Über mich“. Das Publikum dankt es ihr mit lautem Applaus und zahlreichen Kreuzchen auf den Stimmzetteln: Am Ende des Abends darf Sandig den glitzernden Silberschweinpreis in Empfang nehmen. Sie hat es verdient.

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