Filme statt Schule
Jan Josef Liefers haucht Buchstaben Leben ein
Die Figuren eines Buches durch eine Lesung zum Leben erwecken - dies gelang Jan Josef Liefers mit dem autobiografischen Werk David Gilmours "Unser allerbestes Jahr". Der Schauspieler zog die lit.COLOGNE-Zuhörer auf der MS RheinEnergie ganz und gar in die Geschichte hinein.
Von Helmut Löwe
"If you really wanna love your words, get a movie star to read it (Wenn du deine Worte wirklich lieben willst, dann lass sie einen Filmstar lesen)". David Gilmour war am Donnerstag ganz aus dem Häuschen über die Art und Weise, wie Schauspieler und Tatort-Darsteller Jan Josef Liefers aus seinem Buch "Unser allerbestes Jahr" las. Denn der Mime des Professors Karl-Friedrich Boerne las nicht nur einfach - er hauchte der Geschichte von Vater und Sohn echtes Leben ein.
Die autobiografische Geschichte Gilmours, der seinem schulmüden Sohn Jesse den Handel "keine Schule, aber drei Filme pro Woche" vorschlägt, wurde auf der Bühne der MS RheinEnergie beinahe real. Die Zuhörer sahen die Figur des 17-Jährigen, der "allergisch auf die Schule reagierte und diese wirklich hasste", so Gilmour, förmlich vor sich stehen. So mitreißend und aufrüttelnd verstand es Liefers, den deutschen Text zu deklamieren.
Handlung wird zu Bildern
Wie besser hätte man eine Geschichte, in der große Kinofilme von Federico Fellini ("La dolce Vita"), Akira Kurosawa ("Ran") oder Francois Truffot ("Sie küssten und sie schlugen ihn") neben echten Personen die dritte Hauptrolle spielen, besser transportieren können? Das Buch Gilmours, früher Filmkritiker, in dem er mit seinem Sohn Filme fürs Leben sieht, vorgetragen von einem Filmstar - eine rundum gelungene Sache an einem rundum gelungenen Abend.
(Erstellt am 20. März 2009 - 15:58 Uhr; aktualisiert 20. März 2009 - 18:23 Uhr)
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