Kunst für Haltestellen
Geisterzüge und Papageien in Kölns neuer U-Bahn
In der neuen Nord-Süd-Stadtbahn in Köln werden die Fahrgäste Geisterzügen und Papageien begegnen, ein gewaltiges Wandfries sehen und ein abstraktes Wandgemälde über mehrere Ebenen erleben: Das ist das Ergebnis eines Wettbewerbs zur künstlerischen Gestaltung der neuen Haltestellen.
Als Sieger des mehr als zwei Jahre dauernden Auswahlprozesses, zu dem sich 222 Künstler beworben hatten, wurden schließlich vier Arbeiten ausgewählt - für mehr reichte das Geld nicht, denn der Rat der Stadt Köln hatte mit 1,75 Millionen Euro ein begrenztes Budget für die künstlerische Gestaltung bereitgestellt. So entsteht in Köln eine "Kunstbaustelle", die in dieser Form in Deutschland einmalig ist.
Papageien am Breslauer Platz
Der Däne Tue Greenfort gestaltet die Haltestelle Breslauer Platz mit seinem Werk "Neobiota". Unter Neobiota versteht man in der Biologie das Phänomen, dass sich eigentlich gebietsfremde Arten einen neuen Lebensraum erobern - wie zum Beispiel die "Papageien" (eigentlich Halsband- und Großer-Alexandersittich) in den Kölner Parks. Greenfort bringt die Vögel per Video- und Tonübertragung auf Großbildleinwände in die Haltestelle und will damit auf eine aktuelle ökologische Problematik aufmerksam machen. Zudem greift das Kunstwerk die Problematik der Überwachung des öffentlichen Raumes durch Videokameras auf.
Monumentales Wandfries am Rathaus
Die Haltestelle "Rathaus" wird durch ein Kunstwerk des Wiener Künstlers Heimo Zobernig geprägt. An der Wand des Bahnsteigs wird ein gewaltiges Fries aus Aluminiumplatten entstehen, das einmal positiv und einmal negativ den Schriftzug "WANDGESTALTUNG NORDSÜDSTADTBAHNKÖLN HALTESTELLERATHAUS RICHTUNGSÜD" ornamental aufgelöst wiedergeben wird. Die Überlagerung des Frieses durch Fahrpläne, Stationstafeln und ähnliches ist Bestandteil des künstlerischen Konzeptes.
Geisterzug am Heumarkt
Der ebenfalls aus Wien stammende Künstler Werner Reiterer installiert an der Haltestelle "Heumarkt" als akustisches Kunstwerk einen "Geisterzug": Nach der Ankündigung eines Sonderzuges durch die "normalen" Lautsprecher der KVB erzeugen unter dem Bahnsteig angebrachte Lautsprecher die akustische Illusion eines mit hoher Geschwindigkeit durchfahrenden Zuges. Der akustische Effekt ist mit der KVB-Software gekoppelt, so dass der "Geisterzug" nur dann fährt, wenn keine echte KVB-Bahn in der Nähe ist.
Farbsprühereien am Chlodwigplatz
Ein gewaltiges abstraktes Wandgemälde soll die Haltestelle "Chlodwigplatz" gleich auf zwei Ebenen verschönern. Die Künstlerin Katharina Grosse trägt dazu mit einem Kompressor großformatige farbgewaltige Wandmalereien auf. Das Gemälde, das in mehreren "Etappen" gestaltet ist, fügt der körperlichen Bewegung eine Bewegung des Geistes und des Auges hinzu.
In der Realität zu bewundern sein werden die Kunstwerke voraussichtlich erst nach Fertigstellung der Nord-Süd-Stadtbahn die frühestens für das Jahr 2013 erwartet wird.
(Erstellt am 19. Januar 2010 - 16:04 Uhr; aktualisiert 19. Januar 2010 - 17:29 Uhr)
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Kommentare
Man hätte nach Stockholm
Man hätte nach Stockholm gucken und sich an diesem Beispiel orientieren sollen. Die o.g. Projekte sind alle in höchstem Maße enttäuschend. Traurig, dass diese Chance so leichfertig vertan wurde.
Interessante Idee - der
Interessante Idee - der Geisterzug! Mal sehen wie irritiert blinde Menschen sein werden, wenn sie einen Zug hören aber nicht spüren. Hat da mal wer drüber nachgedacht?
@ Gast, 21. Januar 2010 -
@ Gast, 21. Januar 2010 - 10:32
hast du dir was eingeworfen oder was?!
Prima Idee finde ich!!! Ein
Prima Idee finde ich!!!
Ein Geisterzug!!!
Nee wie geil!
Ich finde einfach die Idee so geil!
Sooo geil!!!!!
Man kann nur noch den Kopf
Man kann nur noch den Kopf schütteln! Hat Köln keine anderen Probleme, die behoben bzw. bearbeitet werden müssen. Die Gestaltung der U-Bahnhöfe mit " Kunst " ist m.E. vollkommen überflüssig; zunächst sollte man dafür sorgen, daß die Bahnhöfe regelmässig gereinigt werden und wichtigere Dinge angehen z.B. Ausbesserung der Straßen und Erneuerung der Schultoiletten etc. Ich weiß wirklich nicht, was für ....... köpfe die Entscheidungen treffen.
Man sollte die ganze Strecke
Man sollte die ganze Strecke mit Trauermusik für die Opfer des Stadtarchiv-Einsturzes beschallen! Und zwar rund um die Uhr!
Wer sich so etwas
Wer sich so etwas (Vogelstimmen) ausgedacht hat, hat sich wohl selbst vorher ordentlich einen gezwitschert!
Die sollen das Geld lieber
Die sollen das Geld lieber in Sicherheit und Sauberkeit stecken als in so einen Schwachsinn!!!
Die Idee an sich ist doch
Die Idee an sich ist doch sehr gut.
Am schönsten wird die Haltestelle Clodwigplatz werden, das ist so wunderschön bunt, da wagt sich kein Sprayer dran.
Die geräuschvolle Kunst würde mir persönlich sehr auf die Nerven gehen, es ist eh schon sehr geräuschvoll in einer Stadt.
Ist aber auch alles Geschmacksache - mir persönlich gefällt "Kunst für die Augen".
Ich bin enttäuscht. 2 Jahre
Ich bin enttäuscht.
2 Jahre Projektarbeit für solche "Kunstprojekte", die noch dazu fast 2 Mio Euro kosten sollen.
D. h. jedes der Kunstwerke kostet rd. 500.000 Euro!?
1/2 Million für 30 Lautsprecher und einen MP3-Player für die Ansage ("Geisterzug")? Das kann doch wohl nicht wahr sein!
Ich hätte mir gewünscht, an jeder Haltestelle auch einen örtlichen Bezug der Kunstwerke zum Oberirdischen zu sehen: z. B. am Hackenbergplatz moderne Kunst und/oder etwas Römisches (Museum Ludwig und RGM), am Rathaus/Alter Markt vielleicht was zum Hänneschen (passt auch zu manchem im Rathaus), am Heumarkt was zum Thema 11. im 11., usw. bis hin zum Bonntor/Marktstraße (Thema Markthalle).
Gute Ideen - aber das wäre
Gute Ideen - aber das wäre ja womöglich Kunst, die diesen Namen auch verdient ... und die sowohl von Künstler, als auch Finanzier und Stadtrat eine echte Beschäftigung und bewusste Auseinandersetzung mit der Materie, sprich Gehirneinschalten, zur Vorraussetzung gehabt hätte ;)
Und das passiert ja in Köln bekanntermaßen höchst selten...
Den Schwachsinn mit dem
Den Schwachsinn mit dem "Geisterzug" (=Geräusche aus anderen Metros wie London oder Paris über Lautsprecher) wurde bereits vor ein paar Jahren an der Haltestelle Mülheim/Wiener Platz installiert.
Resultat: zu hören waren die Geräusche nur sonntagsmorgens, wenn das Fahrgastaufkommen gleich null tendierte. Und wenn man sie dann hören konnte, wusste niemand etwas damit anzufangen, denn die dazugehörigen "Belehrungsschilder" wurden von niemandem aufgesucht, weil sie in der "Pipi-Ecke" angebracht waren.
Fazit: rausgeschmissenes Geld! Und das bei 560 Mio. Euro Mise! Der Wahnsinn kennt keine Grenzen in der Stadt Köln.
Ein bisschen Kunst und
Ein bisschen Kunst und schöne Gestaltung in die bedrückenden, oft potthässlichen Stationen zu bringen ist eine gute Sache und eine Investition ins Stadtklima. Von Aktionen wie dieser kommen die 560 Millionen Miese garantiert nicht.
Wird doch sowieso alles
Wird doch sowieso alles bereits in der ersten Woche von Graffiti-Sprayern "verschönt"...wieso also im Vorfeld schon soviel Geld ausgeben?
Mit der Haltung kann man die
Mit der Haltung kann man die Stadt auch gleich ganz den Bach runtergehen lassen.
Und ich nehme mal an, daß die schicken neuen Stationen sämtlich Videoüberwacht sind? Das dürfte schon einen Gutteil der potentiellen Vandalen abschrecken.
Noch nicht gemerkt?: Die
Noch nicht gemerkt?:
Die Stadt Köln GEHT BEREITS DEN BACH RUNTER!
Gähn. Die langweilige
Gähn. Die langweilige Meckerkultur hier kann einem echt auf die Nerven gehen.
Du gehst einen auch auf die
Du gehst einen auch auf die Nerven . Wenns dir nicht passt dann geh .
Sehe ich auch so! Wenns Dir
Sehe ich auch so! Wenns Dir nicht passt, gehe wonaders lesen!!
Den Schwachsinn mit dem
Den Schwachsinn mit dem "Geisterzug" (=Geräusche aus anderen Metros wie London oder Paris über Lautsprecher) wurde bereits vor ein paar Jahren an der Haltestelle Mülheim/Wiener Platz installiert.
Resultat: zu hören waren die Geräusche nur sonntagsmorgens, wenn das Fahrgastaufkommen gleich null tendierte. Und wenn man sie dann hören konnte, wusste niemand etwas damit anzufangen, denn die dazugehörigen "Belehrungsschilder" wurden von niemandem aufgesucht, weil sie in der "Pipi-Ecke" angebracht waren.
Fazit: rausgeschmissenes Geld! Und das bei 560 Mio. Euro Mise! Der Wahnsinn kennt keine Grenzen in der Stadt Köln.
Angesichts des "Unfalls" mit
Angesichts des "Unfalls" mit dem Stadtarchiv sollte man diese Strecke der KVB eh boykottieren !!!









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