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Gastspiel von Düsseldorfs Schauspielhaus

"Der Revisor": Korruption als überdrehtes Boulevardstück

Von Jürgen Schön

Die Verwaltungskaste des russischen Provinzstädtchen ist in heller Aufruhr: Ein Revisor ist im Anmarsch, dummerweise inkognito. Wie also die übliche Korruption verbergen? Nikolai Gogols fast 200 Jahre alte Komödie „Der Revisor“ wurde im Kölner Schauspiel mit kurzem, aber knackigem Applaus gefeiert – die Gastspiel-Premieren des Düsseldorfer überzeugte vor allem als überdrehtes Boulevardstück.

Ich weiß, wer du bist – aber du weißt nicht, wer ich bin. Von dieser Grundidee lebt die Inszenierung von Linus Tungström. Denn der Mann, den alle für den Revisor halten, ist in Wirklichkeit ein verarmter durchreisender Beamter aus St. Petersburg. Der erkennt schnell, was läuft, kassiert die Schweigegelder, die als „Darlehen“ deklariert werden, verführt die Bürgermeisterstochter und macht sich aus dem Staub. Erst da erkennen die Gelackmeierten, wie sie sich selber an der Nase haben herumführen lassen. Zur verspäteten Erkenntnis half ihnen ein Brief, den der testosterongetriebene Postmeister (André Willmund) ebenso verbotenerweise geöffnet hat wie den, der den Revisor ankündigte.

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Linus Tunström schöpft in seiner Inszenierung die spaßig-komödiantischen Möglichkeiten der Verwechslungskomödie gnadenlos aus. Und das Ensemble folgt dem mit vollem Engagement: Der Bürgermeister (Thomas Wittman) verliert Toupet und Hose; seine Frau (Cathleen Baumann) verdreht affektiert-hysterisch die Augen; die Tochter (Lieke Hoppe) buhlt mit ihrer Mutter um die Zuneigung des (angeblichen) Revisors. Der Klinikdirektor (Jan Maak) trägt Trump-Tolle und dicken Bauch spazieren: Der Schulinspektor (Markus Danzeisen) schlawinert sich still durch Intrigen. Die Richterin übt sich in juristischen Winkelzügen, um ihr Tun zu rechtfertigen. Schließlich sind da noch die Gutsherren-„Zwillinge“ Bobtschinskij (Christof Seeger-Zurmühlen) und Dobtschinskij (Cennet Rüya Voß), die den Fußabtreter für die anderen spielen müssen.

Dazwischen hängt auch mal ein Schauspieler kopfüber und korrupte Hände werden in Überlänge gedehnt. Kleine Sottisen zur Städte-„Freundschaft“ Düsseldorf-Köln dürfen bei einem Gastspiel natürlich nicht fehlen. Alle bewegen sich auf einer schiefen Ebene (was ein schräger Steg überdeutlich symbolisiert), alle haben Dreck am Stecken und denunzieren sich nun gegenseitig beim „Revisor“ (Moritz Führmann spielt ihn mit einer gekonnten Mischung aus Naivität und Gerissenheit).

Am Ende aber haben feiern sie den (abwesenden) falschen Revisor als ihren Meister und machen wohl weiter wie bisher. Der wahre Meister aber – und das merken sie nicht – ist der stille und gehorsame Polizist (Daniel Fries): Der hat im Namen des richtigen Revisors neues Schweigegeld eingesammelt – mit dem macht er sich nun aus dem Staub und nimmt die Bürgermeisterstochter gleich mit.

Dem Kölner Publikum haben die knapp zwei Stunden, in denen an einigen Stellen nur knapp der Absturz in die Klamotte vermieden wurde, gefallen. Korruption ist in der Klüngelstadt schließlich kein Thema, und außerdem wurde auch eine alte Volksweisheit bestätigt: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Als Gegengabe für den „Revisor“ schickt Kölns Theaterchef seinem Kollegen „Geschichten aus dem Wiener Wald“ rheinabwärts. Der macht damit das bessere Geschäft.

Der Revisor“ – nächste Vorstellung: 28. Januar, 19.30 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim,

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Karten auch unter: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße.

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