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Besucher dürfen Schiffsglocke läuten

Kölnisches Stadtmuseum zeigt: "Köln auf hoher See"

Fünf deutsche Kriegsschiffe trugen den Namen „Köln“: Eine kleine Kammerausstellung im Kölnischen Stadtmuseum erinnert jetzt an dieses nicht unumstrittene Geschichtskapitel. Historische Fotos, Uniformteile, Zeitungsausschnitte und Konstruktionszeichnungen gruppieren sich um das jüngste Objekt: die Schiffsglocke der letzten Bundeswehrfregatte, die diesen Namen trug und erst in diesem Sommer außer Dienst gestellt wurde. 

Sie ist eine Dauerleihgabe der Marine und mehr als nur eine Glocke: Besatzungsmitglieder des Schiffes konnten ihren Nachwuchs darin taufen. Die Namen der Kinder wurden anschließend hineingraviert. Sie zu läuten, ist übrigens nicht verboten.

An den ersten Kleinen Kreuzer „Cöln“ erinnert noch heute das zertrümmerte Wrack eines Kutters, das an der Eigelsteintorburg hängt. Das Kriegsschiff wurde schon in den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs von Briten vor Helgoland versenkt. Von 500 Mann Besatzung überlebte nur der Heizer Adolf Neumann – ein Kölner.

Das Kutterwrack wurde erst 2007 vom „Freundeskreis Fregatte Köln e.V.“ für 20.000 Euro von einer Tonne Taubenschiss gereinigt. Das Angebot, das Mahnmal gegen den Krieg auf eigene Kosten mit einem Gitter zu schützen, wurde bisher von der Stadt abgelehnt, bedauert der 1. Vorsitzende Peter Hemmersbach. Der Verein schenkte dem Stadtmuseum für diese Ausstellung wichtige Dokumente.

Die Kölner Politik ließ es sich nicht nehmen, ihre Verbindung mit den jeweiligen Kriegsmarinen zu zeigen. OB Konrad Adenauer hielt 1928 die Taufrede für den dritten Kreuzer „Köln“. Marianne Burger, Frau des damaligen Oberbürgermeisters Norbert Burger, taufte 1961 die erste Bundeswehrfregatte auf diesen Namen. Volkssänger Willi Ostermann ließ sich 1930 für die Presse unter den Drillings-Kanonen des Kreuzers fotografieren. (js)

„Köln auf hoher See – Vom Kreuzer Cöln bis zur Fregatte Köln“ – bis 24. März 2013, Kölnisches Stadtmuseum, Zeughausstr. 1-3, 50667 Köln, Di 10-20 Uhr, Mi-So 10-17 Uhr, am ersten Donnerstag eines Monats 10-22 Uhr

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