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"Riesenstaus an Kontrollstellen"

Kölner Flughafen-Chef will keine Nacktscanner

"Politischer Aktionismus", von der Technik bekommt er "Bauchschmerzen": Michael Garvens, Flughafen-Chef von Köln/Bonn übt scharfe Kritik am Einsatz von sogenannten "Nacktscannern" an seinem Flughafen. Dort drohen stundenlange Wartezeiten.

In einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" hat sich der Vorsitzende der Geschäftsführung des Köln/Bonner Flughafens, Michael Garvens, in die Diskussion um die "Nacktscanner" eingeschaltet. Der Flugexperte findet deutliche Worte für die Verwendung der neuen Sicherheitssysteme: Er wäre zwar nicht grundsätzlich gegen derartige Scanner, halte die aktuelle Diskussion aber in weiten Teilen für "politischen Aktionismus", so Garvens.

"Ich habe große Bauchschmerzen"

Neben der technischen Umsetzung, die auf Grund von Platzmangel in Köln/Bonn gar nicht möglich wäre, stört den Flughafen-Chef vor allem das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen. Es gebe bisher keine verlässlichen Untersuchungen über einen Zugewinn an Sicherheit. Auch müsse die Intimsphäre der Fluggäste unbedingt gewahrt bleiben. Garvens: "Ich habe große Bauchschmerzen, was die zur Verfügung stehende Technik angeht."

Vier Stunden vor dem Flug einchecken

Das größte Problem für den Flughafen: Ein Attraktivitätsverlust von Flugreisen allgemein und dem Standort Köln/Bonn im Besonderen. "Der Kontrollvorgang dauert so lange, dass wir im Vergleich zur jetzigen Situation 50 Prozent weniger Passagiere durch die Sicherheitskontrollen schleusen können". Reisende müssten daher mit erheblichen Wartezeiten rechnen. "Ich prophezeie Riesenstaus an den Kontrollstellen und erhebliche Zeitverluste für die Passagiere." Für eine Flugreise innerhalb Europas müsste der Fluggast dann drei oder vier Stunden vor Abflug bereits einchecken - damit wäre der zeitliche Vorsprung als Wettbewerbsvorteil gegenüber der Bahn nicht mehr zu halten. Umbauen könne man die Schleusen vor allem aus Platzgründen nicht, erklärte Garvens, außerdem sei es viel zu teuer.

Die umstrittenen Scanner könnten jedoch nach Einschätzung des Innenexperten Wolfgang Bosbach (CDU) noch in diesem Jahr flächendeckend an deutschen Flughäfen eingesetzt werden. Die Testversuche an Flughäfen dürften in einem halben Jahr beginnen, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wenn alles glatt liefe, könne schon einige Monate später der Normalbetrieb beginnen, so Bosbach. Er sei zuversichtlich, dass der Testbetrieb zeigen werde, dass die Persönlichkeitsrechte der Passagiere gewahrt blieben.

Umfrage: Deutsche wollen den Nacktscanner

Laut einer Forsa-Umfrage steht die Mehrzahl der Deutschen dem Einsatz von Nacktscannern an Flughäfen positiv gegenüber. Über 60 Prozent befürworten die neue Kontrolltechnik. Bei der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Erhebung für das Hamburger Magazin "Stern" sprachen sich 63 Prozent der 1006 Befragten dafür aus, Reisende vor Flügen mit Körperscannern zu kontrollieren. Nur 31 Prozent waren dagegen, sechs Prozent antworteten mit „weiß nicht“.

Was denken Sie über den Einsatz der "Nacktscanner"? Teilen Sie uns Ihre Meinung in einem Kommentar auf diesen Artikel mit!

(Erstellt am 7. Januar 2010 - 10:53 Uhr; aktualisiert 7. Januar 2010 - 14:27 Uhr)


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Kommentare

Die Nacktscanner sind doch

Die Nacktscanner sind doch nur purer Aktionismus! Die Fehler liegen woanders. Der Attentäter war ja von Nigeria losgeflogen und beim umsteigen wurde er nicht weiter kontrolliert, also hätten Nacktscanner auch nicht weitergeholfen, oder kann sich das etwa Nigeria leisten =D ....

Lieber ein paar Bundespolizisten mehr einstellen, anstatt sündhaft teure Scanner anschaffen. So gibt es auch weniger Arbeitslose ;-)

Nacktscanner kommt ...

Nacktscanner kommt ... Flugreisender geht.

Lasst uns einfach nicht mehr nach Amerika fliegen. Alle werden begeistert sein

Es geschehen also noch

Es geschehen also noch Zeichen und Wunder - da sind noch Menschen, die selbst denken können. Gratulation und Bewunderung!

Diese Nacktscanner sind technokratischer Mumpitz. Selbst in RAF-Hochzeiten hat die gute alte Leibesvisitation durchaus ausgereicht.

Und wie schon gesagt: diese Scanner vermitteln ein falsches Gefühl von Sicherheit, die nicht gewährt werden kann. Wer wirklich entschlossen ist, ein Flugzeug "zwangszulanden", der schafft das auch, trotz Nacktscanner.

Im übrigen hat Herr Garvens Recht: wenn ich drei Stunden oder noch länger vor meinem Flug einchecken müsste, würde ich den (Billig)Flug sausen lassen und mir ne Bahnkarte holen. Da sch..ß ich auf die zusätzlichen Kosten - ich verreise eh kaum einmal pro Jahr.

Ist eigentlich bekannt,

Ist eigentlich bekannt, welche Strahlung in so einem Nacktscanner auf den Körper einwirkt? Darüber habe ich noch nichts lesen können. Und was ist mit Kinos, Fußballstadien, Einkaufszentren usw.?? Warum fokussiert man sich immer so auf Flughäfen? Liegt es vielleicht daran, dass man mit unseren Urängsten spielt. Klar ist man in einem Flugzeug hilflos, wenn etwas geschieht, aber hat man eine Chance, wenn ein Irrer seine Bombe an oben genannten Orten zündet ?? Ich glaube nicht. Nacktscanner gehen mir doch etwas zu weit.

Endlich mal jemand der mal

Endlich mal jemand der mal die Klappe aufmacht. Diese Scanner sind nicht nachweislich ohne Gesundheitsrisiko !!!

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