Hochschulprojekt
Köln wird zur Teststrecke für Elektroautos
Ab dem 4. Januar wird Köln zur Teststrecke für Elektroautos. Ford stellt 25 Fahrzeuge bereit, die RheinEnergie baut Stromtankstellen auf und mehr als 50 Wissenschaftler untersuchen die Nutzung - eines der größten deutschen Hochschul-Projekte zur Erforschung der Elektromobilität.
Die Universität Duisburg-Essen startet am 4. Januar in Köln und der Region eines der größten deutschen Hochschul-Projekte zur Erforschung der Elektromobilität. In das Großprojekt sind insgesamt 15 Lehrstühle unterschiedlicher Disziplinen mit mehr als 50 Wissenschaftlern eingebunden. Ingenieure, Ökonomen, Physiker, Informatiker und Psychologen wollen in dem Projekt untersuchen, wie Elektroautos in einer Metropolregion wie NRW genutzt werden können. Finanziert wird das 15 Millionen-Euro-Projekt aus Mitteln des Konjunkturpakets II durch das Bundesverkehrsministerium, dauern soll es zwei Jahre.
Während des Projekts werden von den Ford-Werken 25 Elektrofahrzeuge der Modelle Focus und Transit im Großraum Köln eingesetzt. Die RheinEnergie stellt dazu Elektrotankstellen zur Verfügung. Die Aufgabe der Wissenschaftler: die Kundenakzeptanz von Elektrofahrzeugen ermitteln und die Testergebnisse auf das gesamte Bundesland NRW hochrechnen. Dazu entwickelt die Universität entsprechende Fahrzeug- und Batteriesimulations-Teststände, die es erlauben, alle Streckenprofile, Verkehrssituationen, Fahrbahnzustände und Ladevorgänge abzubilden.
Ein Schwerpunktthema des Großprojekts ist die Fahrzeugsicherheit. Einerseits soll geklärt werden, wie man mit hohen Stromspannungen und Stromstärken bei Unfällen, der Fahrzeugbergung oder in Reparaturwerkstätten umgehen muss. Zum anderen wird untersucht, wie die Menschen mit den nahezu lautlosen Elektrofahrzeugen umgehen. „Wir brauchen Sensoren und Systeme, die das Elektroauto wahrnehmbar und trotzdem nicht laut machen“, erklärt Professor Dieter Schramm, an dessen Mechatronik-Lehrstuhl Fahrerassistenzsysteme entwickelt werden.
Neben der Fahrzeugtechnik werden von den Bauingenieuren der Universität Straßenbautechniken analysiert, die ebenfalls die „lautlosen“ Elektroautos wahrnehmbarer für andere Verkehrsteilnehmer machen. Die Forschungsarbeiten sollen letztlich dazu beitragen, dass das Elektroauto die gleichen Sicherheitsstandards wie die konventionellen Fahrzeuge aufweisen, heißt es von der Universität.
(Erstellt am 29. Dezember 2009 - 10:33 Uhr; aktualisiert 29. Dezember 2009 - 11:40 Uhr)
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