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Letzte Spielzeit der Intendantin

Karin Beier verabschiedet sich mit Weltuntergang

Nur 12 Neu-Inszenierungen stehen beim Schauspiel in der Spielzeit 2012/13 auf dem Programm. „Sträflich wenig“, findet Intendantin Karin Beier, die 2007 mit 20 Premieren gestartet war. Und weil noch einmal 400.000 Euro eingespart werden müssen, wird sie ein oder zwei davon noch streichen müssen, weiß aber noch nicht welche. Sie tue dies aber „aus Verantwortung gegenüber der Haushaltslage der Stadt tun“, betont sie und ebenso: „Ich habe das mit Verwaltung und Politik hinter geschlossenen Türen ausgehandelt.“. Ihr Grundsatz: „Qualität vor Quantität“.

Betont sachlich begann Beier am Mittwoch die Vorstellung des Spielplans für die kommende Spielzeit. Das totale Kontrastprogramm zum Theaterdonner von Opernchef Uwe Eric Laufenberg vor wenigen Wochen, als der seinen „Möchtegern“-Spielplan vorstellte. Es wird die letzte Spielzeit für Beier in Köln sein, bevor sie nach Hamburg wechselt. Und die erste in der EXPO XXI am Gladbacher Wall, der Interimsspielstätte für die Zeit, in der Oper und Schauspiel saniert werden. Dort hat sie – Überraschung! – eine große und eine kleine Bühne errichtet. Die Halle Kalk bleibt bestehen.

Karin Beier freut sich jetzt schon darauf, mit „Die Troerinnen“ von Euripides in der Bearbeitung von Jean Paul Sartre ihre erste antike Tragödie zu inszenieren. Damit wird das Jahr 2013 eröffnet. Die Spielzeit beginnt am 12.10. mit Gerhart Hauptmanns Tragikomödie „Die Ratten“. Regie führt Karin Henkel, die gerade für „Der Idiot“ Beifall und Lob einheimst.

Am 13.10. folgt die Uraufführung von Friederike Mayröckers „Reise durch die Nacht“ nach dem gleichnamigen Roman der Österreicherin. Inszenieren wird Katie Mitchell, Spezialistin für literarische Adaptionen. „Der Abend aller Tage“ ist ebenfalls eine Uraufführung: ein Puppenspiel von Suse Wächter („Agrippina“) nach der Maya-Prophezeihung, wonach noch in diesem Jahr die Welt untergeht. Das klassische Familiendrama „Die Glasmenagerie“ von Tennessee Williams (Regie: Sebastian Kreyer) beschließt am 2.12. dieses Theaterjahr.

Abschied mit "Die Letzten"

Im nächsten Jahr folgt dann wieder die Uraufführung eines Stücks, das vom Kunstsalon Köln mit dem Autorenpreis gefördert wurde: Bei „Oh, it’s like home“ von Sasha Rau wird wieder der vielfach preisgekrönte Schweizer Christoph Marthaler Regie führen. Ebenfalls das Licht der Theaterwelt erblickt in Köln „Leben ohne Katastrophe“ – eine „Raumeroberung“ mit Text, Musik und Performance des Kölners PeterLicht. 

Endlich auf die Bühne bringen will Beier Karl Otto Mühls „Rheinpromenade“, eine Heimatgeschichte über das Altern und die Einsamkeit. Weiter stehen auf dem Programm „Werner Schlaffhorst – ein Leben, zu wahr, um schön zu sein“, „Gabe/Gift“ – ein Stück für Musik, Carl Sternheims Komödie „Bürger Schippel“ und „Die zehn Gebote“ von den Rheinischen Rebelle. Als Schlusspunkt gibt’s dann „Die Letzten“ von Maxim Gorki, ein Stück über Folter, Mord, Betrug und einen korrupten Polizeiapparat.

Beier geht davon aus, dass der jetzt vorliegende Spiel- und Wirtschaftsplan vom Rat genehmigt wird. Erhielt sie für die Spielzeit 2009/10 noch einen Betriebskostenzuschuss von 12,5 Millionen Euro (weniger als bei Vertragsabschluss versprochen), sind es für die kommende nur noch 11,4 Millionen. Für die verzögerte Genehmigung – auch für die laufende Spielzeit – wolle sie aber keinem den Schwarzen Peter zuschieben. Der nun vorliegende Spielplan sei das „schmerzliche Ergebnis“ langer Verhandlungen.

Um ihrem Nachfolger, dem Schweizer Stefan Bachmann kein Defizit zu hinterlassen, müsse sie nun sparen. So wird es nicht mehr – wie in den vergangenen Jahren – ein umfangreiches Programmbuch für die Spielzeit geben. Stattdessen nur ein schmales Leporello – Ersparnis: 50.000 Euro. Das kann man sich auch im Internet herunterladen (www.schauspielkoeln.de). (js)

(Erstellt am 10. Mai 2012 - 8:10 Uhr; aktualisiert 10. Mai 2012 - 8:32 Uhr)


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Kommentare

Frau Beier zeigt dass es

Frau Beier zeigt dass es auch möglich ist ohne Schmierenkömmödie Einsparungen einzuplanen. Herr Laufenberg von der Oper konnte nicht widerstehen in der Öffentlichkeit, mit Unterstützung von Fans aus Erkrath, seinen Rücktritt anzukündigen ohne diesen dann zu verwirklichen.

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