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Prozess gegen Russen-Mafia

Justizzentrum wird zur Hochsicherheitszone

Das Kölner Justizzentrum an der Luxemburger Straße wird für die nächsten sieben Monate zur Hochsicherheitszone. Für den Prozess gegen das gefährlichste Verbrechersyndikat der Welt wird ein bisher nicht gekanntes Polizeiaufgebot bereitstehen - und im unmittelbar angrenzenden Bereich für Verkehrsbehinderungen sorgen.

Vor dem Landgericht Köln muss sich seit Montagmorgen eine siebenköpfige mutmaßliche Verbrecherbande verantworten. Nach Angaben des Gerichts sollen die Angeklagten im Alter von 27 bis 44 Jahren unter anderem Schutzgelderpressungen zum Nachteil von Geschäftsleuten in Köln und Aachen begangen haben. Zudem sollen einige der Männer, von denen vier die russische Staatsangehörigkeit besitzen, mit Falschgeld im Umfang von mehr als 200 000 US-Dollar gehandelt haben. Außerdem wird ihnen auch Zigarettenschmuggel zur Last gelegt.

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" bezeichnete die Verbrechergruppe als das "gefährlichste Verbrechersyndikat der Welt". Der Prozess soll aufgrund der Gefährlichkeit der Angeklagten von Sondereinheiten der Polizei gesichert werden. Justizkreise schließen laut dem Magazin "Focus" sogar Befreiungsversuche nicht aus. Entsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen der Polizei. Pressesprecher Christoph Gilles: "Es muss im direkten Umfeld des Justizzentrums mit Kontrollen und Verkehrsbehinderungen gerechnet werden". Welche Straßen betroffen sind und in welchem Umfang die Kontrollen stattfinden, wollten die Behörden aus Sicherheitsgründen allerdings nicht mitteilen.

Ein Teil der erpressten Schutzgelder ging laut «Focus» offenbar an tschetschenische Rebellen. Bei den Ermittlungen gegen die Bande hatten Polizei und Verfassungsschutz dem Nachrichtenmagazin zufolge vier V-Männer eingeschleust, deren Leben jetzt in Gefahr ist. Die Clique umfasst insgesamt 50 Tatverdächtige. 96 Telefone wurden drei Jahre lang abgehört. Die Bande gehört nach Angaben des Nachrichtenmagazins zu der kriminellen russischen Bruderschaft «Diebe im Gesetz», die einst in Stalins Arbeitslagern gegründet wurde. (ddp, fr)

(Erstellt am 16. März 2009 - 11:22 Uhr; aktualisiert 16. März 2009 - 15:40 Uhr)


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