Letzte Station im ewigen Eis
HA Schults "Trash People" jetzt in der Arktis
Köln (dapd-nrw). Die «Trash People» des Aktionskünstlers HA Schult stehen seit Dienstag an ihrem letzten Ausstellungsort in Longyearbyen in der Arktis. «Das letzte Bild, das ich mir erträumte, war das ewige Eis», sagte der in Köln lebende Künstler am Freitag in Berlin während einer Liveschaltung in die Arktis.
Bildergalerie: HA Schults "Trash People" vor dem Kölner Dom
Derzeit trotzen die menschengroßen Skulpturen aus Müll an einem der nördlichsten von Menschen bewohnten Orte bei bis zu minus 35 Grad Schneestürmen. «Endzeit am Nordpol» heißt die bis Sonntag laufende Installation.
Der 71-jährige HA Schult sagte, die Ausstellungseröffnung am Dienstag sei «die schönste» seines bisherigen Künstlerlebens gewesen. Von den 1.000 Menschen, die in Longyearbyen lebten, seien 100 gekommen. «Sie nahmen das Projekt sehr tief auf», sagte er. «Dann gingen diese 100 Menschen andächtig nach Hause.» Und er habe «begriffen, dass ich nicht umsonst Kunst mache».
HA Schult, der seit den 60ern Umweltprobleme künstlerisch thematisiert und mahnende Worte an die Politik richtet, zieht seit 1996 mit seinen 1.000 Skulpturen um die Erde. Er nennt sie «unser aller Ebenbilder» und «die Müllmenschen in einer Zeit, die die Müllepoche ist». Sie erinnerten an «den Irrsinn unserer Epoche».
Die «Trash People» aus Dosen, Kanistern, Computerschrott und anderem Müll standen bereits in Paris, auf dem Roten Platz in Moskau, auf der Chinesischen Mauer, vor den Pyramiden Ägyptens, am Matterhorn, im Salzstock von Gorleben, in Brüssel, Rom, Barcelona, Washington - und vor dem Kölner Dom. Longyearbyen ist der größte Ort der zu Norwegen gehörigen Inselgruppe Spitzbergen.
Im kommenden Jahr solle ein Buch über die Reise der Skulpturen erscheinen, kündigte HA Schult an. Außerdem plane er ein Museum, in dem die «Trash People» künftig stehen sollten - auf Erde aus den Ländern, die sie zuvor bereist hätten. Weitere Projekte von ihm werde es in Oslo, Odessa und New York geben.
(Erstellt am 19. März 2011 - 10:00 Uhr; aktualisiert 19. März 2011 - 10:16 Uhr)
Schon gelesen?
Vorheriger Artikel: FC geht 2:6 in Hamburg unter









Kommentar hinzufügen