Ordnungsamt zieht Bilanz

Glasverbot wird von den Jecken zunehmend akzeptiert

Die Karnevalisten scheinen sich langsam an das Glasverbot an den Karnevalstage zu gewöhnen: Nur halb so viele Jecke wie im Vorjahr wurden vom Ordnungsamt in der Altstadt und auf der Zülpicher Straße mit Flaschen und Gläsern aufgegriffen. Für das Umfüllen der Getränke wurden 50.000 Plastikbecher benötigt.

Für die Stadt Köln war die Aktion "Mehr Spaß ohne Glas" im Straßenkarneval 2012 ein voller Erfolg. Eine Woche vor Weiberfastnacht hatte das Oberverwaltungsgericht Münster der Stadt Köln endgültig grünes Licht für das Glasverbot gegeben. Die Wirkung hat sich nach Einschätzung der beteiligten Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Abfallwirtschaftsbetriebe Köln wieder positiv auf das Einsatzgeschehen, die Anzahl der Schnittverletzungen und Reifenschäden ausgewirkt.

Bei den Kontrollen in den festgelegten Glasverbotszonen "Altstadt" und "Zülpicher Viertel" verteilte der Ordnungsdienst an Weiberfastnacht, Karnevalssamstag und Rosenmontag insgesamt rund 50.000 Plastikbecher, in die die Jecken ihre Getränke umfüllen konnten. Dies seien nur etwa halb so viele Becher wie geplant gewesen und damit ein weiteres Indiz für den hohen Bekanntheitsgrad, den die Aktion "Mehr Spaß ohne Glas" habe, so das Ordnungsamt.

Auch innerhalb der beiden Verbotszonen wurden mit 937 weniger als halb so viele Jecke mit Glas angetroffen als im Vorjahr mit 1.950 Personen. Ebenso hat sich wieder der überwiegende Teil der Kiosk-, Imbiss- und Einzelhandelsbetriebe an das Verkaufsverbot von Glas gehalten. Lediglich gegen drei Betriebe musste ein Verfahren wegen der Abgabe von Glas eingeleitet werden, das ein Zwangsgeld von jeweils 1.000 Euro vorsieht. Im Vorjahr waren es ebenso viele Betriebe gewesen.

Einschreitungen wegen Alkoholmissbrauch von Jugendlichen verdoppelt

Weniger erfreulich scheint die Bilanz im Umgang mit Alkohol von Jugendlichen. In doppelt so vielen Fällen wie im Vorjahr mussten die Ordnungsdiente einschreiten, weil Minderjährige Wein, Bier und Spirituosen tranken. Allein an Weiberfastnacht wurden 91 Jugendliche mit alkoholischen Getränken angetroffen. Im Vorjahr waren es 69 gewesen.

Gegen sieben Gaststätten-, Kiosk- und Trinkhallenbesitzer mussten Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz oder gewerberechtliche Vorschriften eingeleitet werden. Im Vorjahr waren es 27 gewesen. Außerdem wurden außerdem 227 (Vorjahr 317) Jecke beim Wildpinkeln erwischt.

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