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Ausstellung im Stadtmuseum

Geschichten, Affären und Gerüche rings um den Waidmarkt

2009 stürzte am Waidmarkt das Archiv der Stadt Köln ein, zwei Menschen kamen dabei zu Tode. Mit einem Mal stand dieser Teil Kölns im Mittelpunkt des Interesses. Dass der Waidmarkt eine 2000 Jahre alte Geschichte hat, zeigt jetzt die originelle Ausstellung „Drunter und drüber – der Waidmarkt“ im Kölnischen Stadtmuseum. Sogar riechen lässt sich dort der Hauch der Geschichte.

Die Ausstellung ist – kaum zu glauben – die erste gemeinsame Ausstellung des Stadtmuseums und des Römisch-Germanischen Museums (weitere sollen folgen). Nicht von ungefähr ist deshalb das Erdgeschoss für Ausgrabungen reserviert: Tonkrüge, eine Fliegerbombe aus dem Ersten Weltkrieg (sie forderte 41 Tote), Bierflaschen, römisches Glas. Im Obergeschoss findet sich das „Oberirdische“: historische Fotos, Zeichnungen, Polizeiuniformen, Möbel, Modelle. Da werden manche Erinnerungen wach. Etwa an die Razzia in einem unterirdischen Pissoir vor dem Polizeipräsidium: Eifrige Polizisten vermuteten dort homosexuelle Handlungen, die damals noch verboten waren. Sie stießen auf den Regierungspräsidenten Grobben – den kostete die Affäre das Amt. Die Leuchtschrift „Herren“ konnte gerettet werden, als das Pissoir geschlossen wurde. Eine Polizei- oder Wachstation ist am Waidmarkt übrigens schon seit 1594 nachweisbar.

Der Platz war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt: Hier hatte der Vorgänger der KVB ab 1885 seinen „Hauptbahnhof“ mit Platz für 130 Pferde und 65 „Straßenbahn“-Wagen. Wie hatten schon zu Römerzeiten kleine Handwerker ihre Werkstatt. Und Kirchen und Klöster gab es ringsum zuhauf. Etwa das Weißfrauenkloster. Das nahm vor allem reuige Prostituierte auf. Sehr zum Unwillen der kirchlichen Obrigkeit. Die verlangte 1229 nur noch „unbescholtene“ Mädchen und Frauen aufzunehmen. Christliche Barmherzigkeit hatte eben auch ihre Grenzen.

In weißen Kästen an der Wand stecken Geräusche und Gerüche. Nicht nur der feine von Farina, hier war die erste Produktionsstätte von Kölnisch Wasser, auch der strenge von Urin – schließlich hat der Waidmarkt seinen Namen von den Färbern, die im Mittelalter hier arbeiteten. Mit Waid gaben sie dem Tuch die blaue Farbe, doch entfaltete die Pflanze ihre Wirkung erst, wenn sie kräftig mit Urin begossen wurde. Der Parfumeur Uwe Manasse hat die alten Düfte rekonstruiert. (js)

Seit 2004 hält der Kölner Fotograf Eusebius Wirdeier die Veränderungen rund um den Waidmarkt fest. Rechtzeitig zu dieser Ausstellung legt er jetzt sein Buch „Zeitraffer Waidmarkt – Bildarchiv 2004-2011“ mit den besten 51 Aufnahmen vor. es ist im Verlag der Eusebius-Werke erschienen, Subskriptionspreis bis 31.12.2011: 18 Euro

„Drunter und drüber – der Waidmarkt“ – bis 18.2.2012, Kölnisches Stadtmuseum, Zeughausstr. 1-3, 50667 Köln, Di 10-20 Uhr, Mi-So 10-17 Uhr, am ersten Donnerstag eines Monats 10-22 Uhr, Eintritt 3,50/1,50 Euro. Katalog: 14,95 Euro

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