Platzverbot gegen Salafisten
Friedliche Proteste gegen Pro-NRW-Kundgebung
Über 400 Menschen – so der Veranstalter – demonstrierten am Dienstag friedlich gegen eine Wahlkundgebung von etwa 30 Mitglieder der rechtsextremen Splitterpartei „Pro NRW“. Diese hatte die Moschee in Ehrenfeld als Schlusspunkt ihrer „Anti-Islam“-Tour ausgesucht, um dort umstrittene Mohammed-Karikaturen zu zeigen.
Nach den blutigen Auseinandersetzungen im Rahmen ähnlicher Kundgebungen am vergangenen Sonntag in Bonn und davor in Solingen zwischen Polizei und radikalislamistischen Salafisten, die sich durch die Karikaturen provoziert sahen, hatte die Polizei in Köln den Kundgebungsort weiträumig abgesperrt. Mehrere Hundertschaften sowie Wasserwerfer standen bereit. Im Vorfeld hatten rund 100 bekannte Salafisten Platzverbot bekommen.
Video: Demonstrationen an der Ehrenfeldr Moschee
In der Nähe der Ehrenfelder Moschee nahm die Polizei dann zehn bewaffnete und zum Teil auch vermummte Salafisten fest. Bei einigen der Festgenommenen wurden unter anderem Messer, Eisenstangen und Tierabwehrsprays sichergestellt. Zwei weitere Personen wurden wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts festgenommen.
Die „Pro NRW“-Kundgebung fand in Sichtweite der Moschee, etwa 60 Meter entfernt in der Fuchsstraße statt. Dort wurden dann die überaus simplen Karikaturen gezeigt, die zu einem eigenen Wettbewerb eingegangen sein sollen. Außerdem die bekannte Karikatur „Mohammed als Bombe“ des Dänen Kurt Westergaard. Der hat inzwischen laut Presseberichten „aufs Schärfste“ gegen den Missbrauch seiner Zeichnung durch „Pro NRW“ protestiert.
Weitere hundert Meter entfernt, durch mehrfache Barrieren getrennt, fand die Gegendemonstration statt. Dazu aufgerufen hatte das „Ehrenfelder Bündnis gegen Rechtsextremismus“. Bezirksbürgermeister Josef Wirges bezeichnete es als „Unverschämtheit“, dass „pro NRW“ ausgerechnet am 8. Mai, dem Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, die Menschen mit rassistischen Parolen aufhetze. Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, ebenfalls SPD, sagte: „Wir brauchen diese braune Soße nicht, Köln ist stolz auf seine Vielfalt.“
Jörg Detjen, Sprecher der Ratsfraktion Die Linke, forderte die Innenminister auf, endlich die Angriffe gegen Moscheen in einer gesonderten Statistik zu zählen. Weitere prominente Teilnehmer waren unter anderem der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck und die Kölner SPD-Landtagskandidaten.
Der Kölner Rat der Religionen rief am gleichen Tag in einem Appell die Kölner und Kölnerinnen dazu auf, „respektvoll mit dem Anderssein der Anderen umzugehen“. Gleichzeitig sorgt er sich „um diejenigen, die sich aus rechtsradikaler oder religiös fanatisierter Gesinnung an die gewaltbereiten und radikalen Ränder der Gesellschaft bewegen“. Er verurteilt alle Versuche, die eigene Meinung durch Gewalt oder Provokation durchsetzen zu wollen.
Am späten Nachmittag fand im Mülheimer Bezirksrathaus unter dem Motto „Wir stellen uns quer – Kein Rassismus bei uns in Köln“ ein „Markt der Möglichkeiten“ statt. Verschiedene Initiativen stellten ihre Arbeit gegen Fremdenfeindlichkeit und für Integration vor, darunter die Caritas, das Anti-Diskriminierungsbüro, das Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauenzentrum, das Interkulturelle Zentrum Atlant und das Jugendprojekt „Mülheim bolzt für Respekt. (js)
(Erstellt am 8. Mai 2012 - 15:40 Uhr; aktualisiert 9. Mai 2012 - 10:17 Uhr)
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Kommentare
Ich finde allein die
Ich finde allein die Überschrift schon sehr parteiisch.
Bitte mehr Neutralität in der Berichterstattung!
WARUM verbietet man eine so
WARUM verbietet man eine so extrem gewaltbereite Vereinigung wie die Salafisten nicht einfach in Deutschland ???
Andere Gruppierungen wie die Banditos und Hells Angels wurden doch auch kürzlich erst verboten, wobei ich die Salafisten für weitaus gefährlicher und gewalttätiger halte.
Man sollte endlich mal einen Schlußstrich unter solche Gruppen ziehen und hart durchgreifen.
Aus und RAUS damit.
Es kann doch nicht sein, das sich die Polizei nun fast tagtäglich mit solchem Gesindel rumschlagen muß und oft dabei noch schwer verletzt wird.
Wenn man bedenkt, das die Polizisten umgerechnet dies noch für einen Hungerlohn machen müßen wo diese Islamisten noch von unserem Geld bezahlt werden und obendrein noch Hartz4 beziehen.
Dazu werden immer weniger Polizist, kein Wunder, wenn man sich für den Lohn noch die Birne einswchlagen lassen muß....
Die lachen sich ja ins Fäustchen und verspotten uns noch......
Wann wacht unsere Regierung endlich mal auf und TUT ETWAS ???
So kanns doch nicht weitergehen.
Man fühlt sich doch jetzt schon als Deutscher fremd im eigenen Land und muß sich noch Vorschriften und verspotten machen lassen.
Wer weis, wie das in ein paar Jahren ausartet, da haben wir im eigenen Land nichts mehr zu sagen....
ARMES DEUTSCHLAND