Hoffnung auf Hyazintharas-Nachwuchs
Neue Papageienart im Kölner Zoo
Ein kräftig leuchtendes Kobaltblau, um die Augen zwei gelbe Ringe, und auch um den Schnabel etwas Gelb: So sehen sie aus, die beiden neuen Bewohner des Kölner Zoos. Knapp anderthalb Jahre alt ist das Hyazinthara-Pärchen, das im Tiergarten Berlin geboren wurde. In Freiheit ist die größte Papageienart der Erde in ihrem Bestand bedroht, in Köln hofft man nun auf Nachwuchs.Allerdings dauert es noch etwa etwa sieben bis acht Jahre, ehe die Tiere geschlechtsreif sind und den erhofften Nachwuchs ausbrüten. Zoo-Vogelexperte Bernd Marcordes ist sich allerdings sicher, dass sich die beiden bis dahin nicht verkrachen. Denn bei der Partnerwahl sind Papageien äußerst wählerisch – was ihre Zucht in Gefangenschaft so schwer macht. Außerdem brauchen sie viel Platz. In europäischen Zoos werden nur rund 100 Exemplare gehalten.
Die Wahl fiel auf Köln, weil man hier große Erfahrung mit der Zucht vom Aussterben bedrohter Vögel hat. Mit vielen Arten ist man an entsprechenden internationalen Arterhaltungsprogrammen beteiligt, unter anderem dem Balistar, dem Waldrapp und dem Orangenhaubenkakadu. Auch für die Hyazintharas gibt es ein solches Programm.
Vom Schnabel bis zum Schwanz messen die Tiere etwa einen Meter. Rein äußerlich lassen sich Männchen und Weibchen nicht unterscheiden. Sie sind nicht nur die größte Papageienart, sondern auch die mit den kräftigsten Schnäbeln. Damit können sie die härtesten Palmfrüchte und Nüsse in ihrer brasilianischen Heimat öffnen. Dort leben sie vor allem im Pantanal, einem Sumpf- und Baumsavannengebiet. Dies ist durch Rodung und Industrialisierung bedroht. (js)
(Erstellt am 3. November 2011 - 15:00 Uhr; aktualisiert 4. November 2011 - 14:15 Uhr)
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