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Wandern in der Hocheifel

Fast wie Italien: Durchs Lampertstal zum Kalvarienberg

Lust auf einen Kurzurlaub in der Toskana? Dann auf in die Eifel! Auf der 10 Kilometer langen Route südlich von Blankenheim wandert man durch ein liebliches Tal, einen romantischen Ort und vorbei an "Zypressen des Nordens".

Südlich von Blankenheim gibt es eine versteckt gelegene Gegend, in der Gedanken an Italien unweigerlich aufkommen. Denn dort wachsen Wacholderbüsche, und die sehen fast aus wie Zypressen. Zudem findet man rund um dieses abgeschiedene Fleckchen mehrere alte Kreuzwege. Doch das Beste ist: Inmitten der Landschaft liegt auch noch ein verwunschener Ort, der Kalvarienberg. Und spätestens hier kann man die Welt – zumindest für einen Moment – vergessen.

Schon die Anfahrt bietet eine reizvolle Einstimmung auf das, was uns erwartet. Wer aufmerksam schaut, kann am Wegesrand bereits den einen oder anderen Wacholderbusch entdecken. Zudem kommt man auf dem Weg nach Dollendorf an der abgelegenen Burgruine Schloßthal vorbei, die wegen ihres steil aufragenden Ostturms im Volksmund „Finger Gottes“ genannt wird. Jahrhundertelang befand sich das Gemäuer im Besitz der Grafen von Manderscheid-Kail. Noch heute lassen die fast 1000 Jahre alten Überreste die Größe der einst so stolzen Anlage erahnen.

Von hier führt ein Passionsweg mit Steinkreuzen nach Dollendorf. Diesen kann man ganz gemächlich mit dem Auto entlangfahren – und so Kräfte für die folgende Wanderung sparen. Nach wenigen Metern taucht ein weiteres Baudenkmal auf: die Antoniuskapelle. Die romantische Kreuzwegkapelle stammt aus dem Jahr 1701. Früher soll an dieser Stelle ein römischer Tempel gestanden haben, der dem Kriegsgott Mars geweiht war.

Wegbeschreibung:

Nach diesem kleinen Vorgeschmack dürfen wir uns zunächst auf ganz viel Natur freuen. Hinter Dollendorf beginnt das zauberhafte Lampertstal. Nach der Überquerung der Brücke wird das Auto auf dem Wanderparkplatz Wacholderweg abgestellt. Von dort aus geht es linker Hand zur Landstraße. Schon nach wenigen Metern fällt der Blick auf einen Hang, an den sich zahlreiche Wacholderbüsche schmiegen. Wir folgen der Landstraße nun nach rechts in Richtung Ripsdorf. Nach gut 300 Metern biegen wir links ab. Vor unseren Augen öffnet sich ein weites Wiesental, das zwischen dicht bewaldeten Hängen liegt. Ein bequemer Weg führt hindurch – immer entlang des murmelnden Lampertsbachs.

Dieses liebliche Tal ist ein botanisches Schatzkästlein. Hier wachsen Pflanzen, von denen nicht wenige vom Aussterben bedroht sind. Mit dem Frühjahr kommt die Farbenpracht. Der erste Vorbote ist die dunkelblau-violette Küchenschelle, die schon im März tausendfach zum Vorschein kommt. Bald folgen ihr dottergelbe Schlüsselblumen, leuchtende Scheidenkronwicken, Windröschen und zahlreiche Orchideenarten. Anfang September lassen sich dann die rosavioletten Blüten der Herbstzeitlosen sehen sowie Enziane in kräftigem Blau oder blassem Rosa. Natürlich ist dieses Blütenmeer auch ein Eldorado für Insekten, zu denen viele seltene Schmetterlingsarten gehören. So flattern zur Blütezeit der Schlüsselblumen zum Beispiel Schlüsselblumenscheckenfalter über die Wiese.

Im dichten Grün der Hänge lassen sich viele Vogelarten erspähen. Zwischen Buchen, Eichen, Tannen, Schlehenbüschen, Stachel- und Johannisbeersträuchern bauen Meisen, Kleiber, Spechte und Dompfaffen ihre Nester. Und mit etwas Glück kann man auf Felsen und Steinen auch mal eine Eidechse oder Blindschleiche beim Sonnenbaden beobachten.

Nach rund vier Kilometern ist das Ende des Tals erreicht. Die ersten Häuser tauchen auf. Willkommen in Alendorf! Das 270-Seelen-Dorf liegt auf einem Hochplateau und ist weiträumig eingebettet in Wacholderhügel. An den Hängen. sowie am Wegesrand, überall wachsen die Minibäume, die wegen ihrer Wuchsform auch als „Zypressen des. Nordens“ bezeichnet werden. Es sieht fast aus, als hätte ein Maler sie mit seinem Pinsel in die Landschaft getupft. Und der Blick auf dieses Naturgemälde wird noch besser. Erreicht man die Landstraße, erscheint rechts oben am Berg eine Kapelle. Sie ist das nächste Etappenziel.

Auf dem Weg dorthin kann man noch eine kleine Runde durchs Dorf drehen, ein romantisch gelegener, winziger Ort, der aber auf eine umso längere Geschichte zurückblicken kann. Bereits 1271 wurde er zum ersten Mal unter dem Namen Aldindorph urkundlich erwähnt. Und bis heute scheinen die Uhren dort etwas langsamer zu gehen ... Bei der kleinen Bergkapelle aus Sandstein kann man sich Zeit für die verdiente Verschnaufpause nehmen. Das Kirchlein selbst stammt aus dem Jahre 1494, ist aber meist verschlossen. Immer offen ist jedoch der Friedhof mit angrenzender Kriegsgräberstätte, wo man sich in Ruhe die verwitterten Grabsteine anschauen kann, die im Schatten der knorrigen Buchen liegen. Vor allem aber sollte man von hier oben die herrliche Aussicht auf dieses verwunderliche Fleckchen Erde genießen.

Der Blick fällt auf den Hämmersberg, den Eierberg und schließlich den Kalvarienberg, der über und über mit Wacholder bewachsen ist. Direkt von der Bergkapelle aus führt ein schmaler Pfad zum Fuß des Kalvarienbergs. Dort beginnt der steile, aber kurze und leicht zu bewältigende Kreuzweg. Nach wenigen Minuten ist das Gipfelkreuz des Kalvarienbergs erreicht (525 Meter), das die Jahreszahl 1675 trägt. Lassen Sie sich auf einer der Bänke nieder und genießen Sie den phänomenalen Rundblick über die Eifelhöhen. Der Ort verfügt über eine ganz besondere Atmosphäre und will mit seinen sanften Wacholderhügeln, den windschiefen Bäumen und den bizarren alten Kreuzen kaum in die Eifel passen. Es ist ein magischer Platz mit einer ganz eigenen Ausstrahlung. Je nach Wetter, Tages- und Jahreszeit kann man hier oben die verschiedensten Stimmungen erleben.

Am schönsten ist es im Hochsommer, wenn das Gras von der Sonne ausgedörrt ist, die Steinkreuze aufgeheizt sind und der Wacholder sein südliches Flair verbreitet. Aber auch der Herbst hat seine Momente. So kann es einem im Nebel auf dem Kalvarienberg sogar ein wenig angst und bange werden. Und wenn die Schneeflocken um das Gipfelkreuz und den immergrünen Wacholder wirbeln, bekommt der Platz etwas vollkommen Unwirkliches. So ist dieser Ausflug zu allen Jahreszeiten ein Genuss.

Der Rückweg führt zunächst wieder durchs Lampertstal. Ein Pfad, der direkt am Berghang des Kalvarienbergs entlang führt, bringt uns hinunter. Während wir im Tal auf dem uns schon bekannten Weg zurückmarschieren, können wir über eine Sage nachsinnen, die sich im Lampertstal begeben haben soll: Ein Ritter soll dort eine wunderschöne blaue Blume gefunden haben. Er pflückte sie, und plötzlich tat sich ein Gang zu einem unterirdischen Gewölbe auf. Darin war eine Frau in einem weißen Gewand, die ihm Gold- und Silberschätze anbot. Der Ritter stopfte sich die Taschen voll und machte sich auf den Rückweg. Doch dabei überhörte er den Ratschlag der Zauberin, die sagte: „Vergiss das Beste nicht.“ Aber genau das tat er. Er vergaß die blaue Blume. Als er wieder im Lampertstal angekommen war, fand er seine Taschen leer und der Gang war verschwunden. Die blaue Blume war der Schlüssel zum Schatz, und sie blüht nur alle 100 Jahre. Schon die Romantiker suchten die „blaue Blume“ als Erlösungsort.

Im Lampertstal scheint von der romantischen Stimmung etwas übrig geblieben zu sein. Machen Sie die Augen auf – und nehmen Sie die besten Gedanken vom Kalvarienberg mit nach Hause. Wir können nun den gleichen Weg zurück zum Parkplatz gehen, den wir gekommen sind. Wanderer, die etwas abenteuerlustiger sind, variieren die zweite Hälfte des Rückwegs. In diesem Fall muss man auf die Abzweigungen linker Hand achten. Wir nehmen das zweite Seitental, durch das zwei Wege führen, und folgen dem zweiten Pfad. Er führt entlang der rechten Seite des Tals. An den beiden Bänken mit der Statue des Heiligen Mathias biegen wir nach rechts in den Wald ein und gelangen nach wenigen Metern bergauf auf einen Waldpfad. Diesem folgen wir in nordöstlicher Richtung. Links liegen weite Felder, rechts der Waldrand.

Auf der Höhe von Ripsdorf zweigen von einer Gabelung mehrere Wege ab. Hier folgen wir der Markierung W und spazieren nun am Hang entlang auf dem Wacholderweg. Die Landschaft strahlt auf dieser Strecke eine seltene Ruhe aus. Am Ende des Weges folgen wir dem steilen Pfad zur Linken den Berg hinunter. Die Markierung W führt bis zur Kreisstraße. Auf der anderen Seite geht der Wacholderweg weiter. Über den Höneberg bringt er uns durch einen lichten alten Kiefernwald zum Parkplatz zurück.

Die Wanderung stammt auszugsweise aus:

Orte der Muße, 2. Auflage
12 Ausflüge zu zauberhaften Plätzen im Rheinland
Gerti Keller, Willy Peter Müller; mit Fotografien von Eddi Meier
160 Seiten, mit 134 farbigen Abbildungen und 12 Karten und einer Übersichtskarte
12,0 x 20,5 cm

Erschienen im Bachem-Verlag
12,95 Euro (ISBN: 3-7616-1937-5)

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Anfahrt: Zum Lampertstal: A 1, Abfahrt Blankenheim, B 51 nach Blankenheim. Auf der B 258 in Richtung Ahrhütte. Abzweigung nach Dollendorf nehmen. Abstecher über Schloßthal. Weiter bis Dollendorf. Nun Richtung Ripsdorf. Nach der Brücke über den Lampertsbach zum Wanderparkplatz Wacholderweg. Dort gibt eine Karte Auskunft über das Gebiet.
Länge: rund 10 km
Gehzeit: gemütliche 4 Stunden
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittel, kurzer, etwas steiler Aufstieg zum Kalvarienberg

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