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Erzabbau vor den Toren Kölns

Auf Bergbautour im Bensberger Revier

Bergbau - das ist Ruhrgebiet. Bergbau - da ist aber auch Köln: Östlich der Domstadt wurde 2000 Jahre lang Erz abgebaut. Auf der 12 Kilometer langen Wanderung bei Rösrath begibt man sich auf die Spuren der Kumpel im Bensberger Revier.

Schon vor 2000 Jahren schürften die Römer am Lüderich im Bensberger Revier östlich von Köln Blei- und Zinkerz. Heutzutage ist es schwer vorstellbar, dass bei Bensberg, Overath, Rösrath und Umgebung einst eine Vielzahl teils großer Bergwerke existierte. Große Gebäude mit Erzwäschen und Fördertürme ragten in den Himmel. Zahllose Bergarbeiter holten aus großer Tiefe metallhaltiges Gestein hinauf, Lorenbahnen fuhren umher und überall rauchten die Schlote. Wir besuchen das einst größte Bensberger Erzbergwerk, die Grube Lüderich, und finden auf unserer Tour zahlreiche Spuren des historischen Bergbaus.

Wegbeschreibung

In Untereschbach am Kreisverkehr mit der historischen Bergbaulore steht ein deutlicher Wegweiser zum Golfclub am Lüderich, an dessen Parkplatz unsere Tour startet. Vom Parkplatz gehen wir auf den unübersehbaren Förderturm der ehemaligen Grube Lüderich zu. Am Förderturm angekommen sehen wir rechts eine schmale Treppe, der wir nach oben folgen. Wir gehen links bis zum Tor, das nicht verschlossen ist, und auf dem Weg nun immer nach links in Richtung Mariengrotte, die in einem ehemaligen Luftschutzbunker eingerichtet wurde.

Hinter der Mariengrotte sind es nur noch 150 Meter zum gewaltigen Barabarakreuz, das im Jahre 1997 zu Ehren der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute, erbaut wurde. Wir gehen den Pfad wieder zurück, an der Mariengrotte vorbei bis zum Tor am Förderturm, gehen nun aber geradeaus und folgen der roten Markierung des Bergbauwegs, dem wir nun den größten Teil unserer Wanderung folgen werden.

Es geht hangabwärts, und bald stoßen wir auf zwei große, mit Folien ausgekleidete Wasserauffangbecken. Wir folgen dem Weg nach rechts, gelangen in den Wald und finden bald links am Wegesrand zwei alte gemauerte Becken. Der erste große Betonkubus ist ein altes Wasserreservoir, das zweite Becken hat ein Ablaufrohr und ein Drehrad. Hier betrieb die Grube Lüderich einst eine Verrieselungsanlage. Unser Weg führt nun hangaufwärts. Wir gehen eine ehemalige Bergbauhalde hinauf.

Weitere Wanderungen durchs Bergische Land

Förderturm des Franziska-Schachtes

An der nächsten Wegkreuzung halten wir uns mehr oder weniger geradeaus, gehen erst leicht links auf die Häuser zu, biegen aber vor den Häusern der Ortschaft Bleifeld nach rechts ab und folgen auch hier der Markierung des Bergbauwegs. Überall gibt es kleine Hügel und Mulden, ehemalige Abraumhalden, die auf den Franziska-Schacht hindeuten. Urplötzlich taucht dieser hinter den Bäumen auf. Mitten im Wald steht der ehemalige Förderturm des Bergwerks. Wir gehen nun vom Förderturm aus auf der dem Picknickplatz abgewandten Seite in den Wald hinein und finden dort den Eingang eines ehemaligen Stollens.

Hinter dem Franziska-Schacht folgen wir dem Waldweg, den wir nach der Kurve verlassen. Wir gehen nach links auf einem Pfad den Hang hinab. Hier ist etwas Trittsicherheit erforderlich. Wir gehen an einem Bach entlang, bis wir unten auf einen asphaltierten Fahrweg treffen. Nun sind wir in der kleinen Ortschaft Rothenbach angekommen. Weiter hinab führt der Fahrweg, dem wir folgen. Links an der Straße fließt der Bach direkt an einer alten Mauer aus Grauwacke entlang, das typische Gestein des Untergrunds, in dem sich auch die Vererzungen befinden. An der Hauptstraße halten wir uns links, queren diese am Fußgängerüberweg und folgen auch hier der Beschilderung des Bergbauwegs. An der Sülz halten wir uns links und folgen ihr bis zum Rathausplatz mitten in Rösrath-Hoffnungsthal.

Ein bisschen müssen wir nun links entlang auf der Hauptstraße gehen, biegen nach der Kurve aber nach rechts in die Hofferhofer Straße ab und stehen bald vor dem Freibad. Wir gehen rechts am Bad vorbei über die Bahnschranke, dahinter links.  Am Sportplatz folgen wir dem Pfad nach rechts oben, passieren einige Pferdeweiden, folgen der asphaltierten Straße nach links durch den kleinen Ort Brunsbach, überqueren die Eisenbahngleise, biegen nach rechts ab und folgen nach 100 Metern wiederum nach rechts dem Bergbauweg.

Ein Bach, der über Eisenbahngleise fließt

Es dauert ein Weilchen, bis wir an einer wirklich außergewöhnlichen Brücke vorbeikommen: Hier wird doch tatsächlich der Bach über die Eisenbahngleise geleitet, um auf der anderen Seite der Gleise ganz normal weiterzufließen. Wir überqueren den Bach und folgen dem linken Weg durch den Buchenwald. Bald erreichen wir die Ansiedlung Lüderich/Berg, wandern durch die Felder, biegen vor dem zweiten kleinen Wäldchen nach links ab und gehen über die Wiese hinein in den Wald. Neben uns liegt ein alter, aufgelassener Steinbruch.

Bald erreichen wir Bleifeld, der Name verrät es schon, eine alte Bergmannssiedlung. Auch hier folgen wir dem Bergbauweg und passieren den Bleifelder Hof. Am Ende der Ortschaft gehen wir geradeaus, vor dem Waldrand am Picknickplatz wählen wir den rechten Weg und erreichen nun die Stelle, die wir schon vor einiger Zeit auf dem Weg zum Franziska-Schacht passiert haben. Wir gehen geradeaus. Am Wohnhaus im Wald wählen wir den rechten Weg und sehen 40 Meter hinter dem Haus eine Pinge im Wald, wie es sie in dieser Bergbaulandschaft zahlreich gibt.

Wir gehen immer geradeaus und an einer Wegkreuzung nehmen wir einen kleinen Pfad, der rechts in einen Fichtenwald führt. Dann stehen wir plötzlich an der Erddeponie Lüderich, auf der aktuell Bauaushub abgekippt wird. An der Einfahrt zur Deponie gehen wir die asphaltierte Straße nach links hinab und stehen kurz darauf am Förderturm auf dem Lüderich.Vom Förderturm aus gehen wir zurück zum Parkplatz des Golfclubs, wo wir gestartet sind. (Foto: Verlag Bachem)

Die Wanderung stammt auszugsweise aus:

Expedition Rheinland
16 spannende Wanderungen durch die Erdgeschichte

Sven Loga
192 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen und Karten
12 cm x 20,5 cm, kartoniert

Erschienen im Bachem-Verlag
14,95 Euro
(ISBN: 978-3-7616-3144-7)

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Start und Ziel: Golfclub am Lüderich, 51491 Overath
Streckenlänge: 12 Kilometer
Anfahrt mit dem ÖPNV: Regionalbahn zum Bahnhof Hoffnungstal, von dort zu Fuß 200 m auf der Rotdornallee zum Schwimmbad und dort in den Rundweg einsteigen
Anfahrt mit dem Auto: Am Golfplatz 1, 51491 Overath, Parkmöglichkeiten sind direkt vor Ort vorhanden.
Navi: Am Golfplatz 1, 51491 Overath

 

Tourenbeschreibung | Bergbau östlich von Köln

 

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