Durch längst vergangene Zeiten

Vorbei an Klöstern und Schlössern

Verzaubert wirkende Schlösser, alte Klöster und tolle Sehenswürdigkeiten, kleine romantische Ortschaften, Wälder und Feldwege mit weitreichenden Ausblicken auf wundervolle Landschaften – diese 46 Kilometer lange Route von Grevenbroich nach Rommerskirchen bietet alles, was das Radlerherz begehrt und versetzt uns zeitweise in eine ganz andere Welt. Wir können auf dieser Tour einen guten Eindruck vom Charakter der niederrheinischen Landschaft erhalten. Also, los geht’s!

Wegbeschreibung

Am Grevenbroicher Bahnhof nutzen wir den neu gebauten Ausgang an der Merkatorstraße und fahren über den Parkplatz an den Bikey-Boxen vorbei und zunächst ein Stück durch die Straßen Grevenbroichs. Aber schon nach wenigen hundert Metern lassen wir die Wohnbebauung hinter uns und können eine fantastische Aussicht auf die Landschaft rund um Grevenbroich genießen. Ab hier folgen wir erst einmal der Strecke der Euroga-Route, die uns zu dem ersten Highlight unserer heutigen Tour, dem wunderschönen Schloss Dyck bringt. Wir biegen an einem alleinstehenden Hof links ab und können links am Horizont die Kraftwerke in Frimmersdorf und Neurath erkennen. Über gut ausgebaute Radwege geht es an der Ortschaft Gierath vorbei. Hinter Gierath verlassen wir die Landstraße und biegen rechts ab und fahren durch einige kleine, aber verträumte Ortschaften. Die erste ist Damm, es ist eine für den Niederrhein typische und natürlich gewachsene Ortschaft. In Damm fahren wir an einem Gedenkstein für die Gefallenen der Weltkriege und einem Reiterhof mit weiten Pferdeweiden vorbei und durchfahren Wallrath.

Kurz darauf gelangen wir aber schon zum Dycker Wäldchen, einem alten Wald, der Schloss Dyck umgibt. Am Ende des Waldes biegen wir rechts ab und sehen links die wunderbare Kastanienallee am Schloss Dyck, die eine der ältesten Kastanienalleen in Deutschland ist. Da einige Stämme im Laufe der Jahrzehnte morsch geworden sind, sollte sie vor einigen Jahren wegen Einsturzgefahr abgeholzt werden. Dies konnte aber glücklicherweise durch eine Einzäunung verhindert werden.

Auf der rechten Seite sehen wir nun schon das Tor von Schloss Dyck. Dieses gehört als Wasserschloss mit mehreren Vorburgen und seinem bedeutenden englischen Landschaftsgarten zu den wichtigsten Kulturdenkmälern im Rheinland und blickt auf eine fast 1000-jährige Geschichte zurück. Schloss Dyck ist heute Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur und bietet sowohl Familien als auch kulturinteressierten Besuchern, Gartenliebhabern oder Fachleuten ein facettenreiches Angebot. Es lohnt sich hier, das Fahrrad abzustellen und Park und Schloss bei einem Spaziergang zu erkunden. Im Jahr 2002 war Schloss Dyck Zentrum der dezentralen Landesgartenschau, wovon noch die imposanten Gartenanlagen zeugen, die wir auf unserer Weiterfahrt auf der linken Seite sehen. Am Ende dieser Gartenanlage liegt auf der rechten Seite bereits das nächste Highlight unserer Tour, dessen Geschichte eng mit Schloss Dyck verbunden ist. Das Nikolauskloster hat seine Ursprünge im 15. Jh., als der damalige Schlossherr des Schlosses Dyck den Einsiedler Heinrich von der Blume bat, dort ein Kloster zu gründen.

Nun fahren wir weiter, vorbei an Scherfhausen und über Wirtschaftswege bis nach Damm. Diese kleine Ortschaft verlassen wir aber direkt wieder über eine kleine, verschlafen wirkende Straße und fahren an zwei Getreidesilos vorbei weiter über die Wirtschaftswege und können hierbei erneut die weite Aussicht genießen. Wir überqueren eine Straße und fahren weiter auf dem Wirtschaftsweg, der auf den ersten Metern nach der Straße dicht von Bäumen und Sträuchern umgeben ist. Wir gelangen zum Heckhauser Hof, einem alten Bauernhof, wo wir links abbiegen, die Landstraße überqueren und weiter auf gut ausgebauten aber sehr ruhigen Wegen fahren. Am Horizont haben wir einen sehr guten Blick auf Deutschlands erste und größte Skihalle in Neuss-Grefrath sowie den Düsseldorfer Fernsehturm. Wir radeln immer weiter auf die Skihalle zu, biegen aber rechts ab und überqueren die A 46. Wenn wir Lust haben, können wir aber auch weiter geradeaus fahren und uns in der Skihalle kurz im Schnee erfrischen, unsere Kletterkünste an der 32 m hohen Outdoor-Kletterwand erproben oder uns in der dortigen Gastronomie ein wenig für den weiteren Weg stärken.

Direkt nachdem wir die Autobahn überquert haben, gelangen wir zu einem weiteren Highlight auf unserer heutigen Tour. Die Raketenstation war in den Zeiten des kalten Krieges eine Abschussbasis für Raketen der NATO-Streitkräfte und ist Teil des Kulturraums Hombroich, zu dem auch das Museum Insel Hombroich zählt. Dieses erreichen wir schon nach wenigen hundert Metern im Verlauf unserer weiteren Fahrt am Ortseingang von Minkel. Inmitten einer renaturierten Auenlandschaft bietet das Museum Insel Hombroich ein Museumserlebnis der besonderen Art. Wieder zurück auf dem Fahrrad fahren wir durch das kleine Örtchen Minkel, überqueren auf einer Holzbrücke die Erft und gelangen auf den „Strategischen Bahndamm“, der auf eine bewegte Vergangenheit zurückblickt. Wir verlassen den Bahndamm aber bereits nach ca. 1 km und fahren weiter in Richtung Hülchrath.

Am Ortseingang von Hülchrath kommen wir direkt auf den Parkplatz des Schloss Hülchrath. Die mittelalterliche Niederungsburg Schloss Hülchrath mit dem weithin sichtbaren Bergfried geht zurück auf Anfänge im 10. Jh. Der historische Ortskern der kleinen kurkölnischen “Stadt Hülchrath” beruht auf der Neugründung zum Beginn des 17. Jh. Die Stadt Hülchrath besaß bis ins 19. Jh. Stadtrechte und war Amtsitz des ehemaligen „Amtes Hülchrath”. Seit der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 ist die Schloss-Stadt Hülchrath ein Stadtteil von Grevenbroich. Heute ist es ein beliebter Veranstaltungsort. Der idyllische Biergarten vor den Toren des Schlosses lädt zu einer Rast in entspannter Atmosphäre ein.

Wir radeln weiter über die K 33 nach Mühlrath, fahren durch die kleine Ortschaft und gelangen in ein Waldstück. Am Ende des Waldes wartet schon das nächste Highlight auf uns. Das Kloster Langwaden wurde im 12. Jh. als Prämostratenserinnenkloster gegründet. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1805 durch die Napoleonischen Revolutionsarmeen wurde das Areal von der Familie des französischen Diplomaten Nicolas-Joseph Maison als Privatwohnsitz genutzt. In dieser Zeit wurde das Gebäude umgebaut und die Parkanlagen angelegt. 1913 erwarb Graf von Nesselrode das ehemalige Kloster und schloss 1962 einen Erbpachtvertrag mit dem Zisterzienserorden, der das Gebäude seit 1964 wieder als Kloster nutzt. Heute beherbergt das Kloster neben dem Wohnbereich der Mönche eine Gastronomie mit einem sehr schönen Biergarten im Park des Klosters auch ein Gästehaus und einen Klosterladen. Das hauseigene Klosterbier darf hier auf unserer Rast nicht fehlen. Wir fahren weiter in Richtung Neukirchen, überqueren den Strategischen Bahndamm und biegen direkt dahinter am Neukirchener Sportplatz rechts ab in Richtung Gohr.

Nachdem wir die Ortschaft Neukircher Heide durchquert haben, können wir auf den weiten Feldwegen nochmals den schönen Ausblick genießen. In Gohr angelangt, überqueren wir die B 477 und gelangen zur Pfarrkirche St. Odilia, einem Kleinod rheinischer Kirchenbaukunst, die im 12. Jh. erbaut wurde. Vorbei am Gohrer Sportplatz und einer Gärtnerei fahren wir in den Knechtstedener Busch. Dieser ist ein Teil des Knechtstedener Waldes, dem mit 1.200 ha größten Waldgebiet im Rhein-Kreis Neuss. Schon nach wenigen Metern nimmt uns die herrliche Ruhe des Waldes ein.

Am Ende des Waldes sehen wir auf der rechten Seite bereits das Libermann-Haus des Klosters Knechtsteden, einer Tagungsstätte, in der wir Einblick in die Missionsarbeit der Spiritaner-Mönche erhalten können. Das Kloster Knechtsteden ist eine 1138 bis 1162 in Tuffstein errichtete romanische Gewölbebasilika. Sie wurde als Stiftskirche der Prämostratenser Abtei errichtet. Über den Parkplatz des Klosters gelangen wir zum Klosterhof, in dem wir uns mit einer deftigen Mahlzeit und dem berüchtigten Knechtstedener Schwarzbier stärken können. Rechts sehen wir das Klostertor, durch das wir zur Basilika gelangen können. Weiter geht es entlang des sehr gut ausgebauten Radweges an der Landstraße in Richtung Rommerskirchen. Wir erreichen so die Reit- und Freizeitanlage Haflingergestüt Ziegelhof, einem idyllischen alten Hof. Früher wurde hier über viele Jahre eine Ziegelei betrieben. In seiner heutigen Form existiert der Ziegelhof seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts. Am Ziegelhof verlassen wir die Landstraße und fahren ein Stück auf Wirtschaftswegen bis nach Anstel. Hier überqueren wir die Bundestraße und biegen an dem Gedenkstein links ab.

Es geht immer geradeaus durch die aneinander gereihten Ortschaften Frixheim, Nettesheim und Butzheim. In Butzheim fahren wir rechts an einem imposanten Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege vorbei, verlassen die Ortschaft und unterqueren noch einmal den Strategischen Bahndamm. Hier haben wir nun einen sehr guten Ausblick auf die riesige Baustelle des weltweit modernsten Braunkohlekraftwerks mit optimierter Anlagentechnik „BoA-Kraftwerk“, in Neurath, biegen aber direkt wieder links ab, kreuzen erneut den Bahndamm und gelangen zurück zum Rommerskirchener Bahnhof, wo unsere Tour endet.

Die Radtour stammt auszugsweise aus:

Mit dem Fahrrad durch den Rhein-Kreis Neuss - Die 12 schönsten Touren zwischen Rhein, Erft und Gillbach
Wirtschaftsförderung Rhein-Kreis Neuss (Hrsg.)
128 Seiten, mit 90 farbigen Abb., 12 Karten und einer Übersichtskarte
21 x 14,8 cm, Querformat, Spiralbindung, kartoniert

Erschienen im Bachem-Verlag, Oktober 2009
14,95 Euro (ISBN: 978-3-7616-2387-9)

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Start: Bahnhof Grevenbroich
Ziel: Bahnhof Rommerskirchen
Anfahrt per Bahn: mit den Linien RB 38, RB 27 und RE 8. Die letzten beiden Linien halten auch am Bahnhof Rommerskirchen.
Sehenswürdigkeiten: Schloss Dyck, Nikolauskloster, Skihalle Neuss, Langen Foundation, Museum Insel Hombroich, Schloss Hülchrath, Kloster Langwaden, Kloster Knechtsteden
Einkehrmöglichkeiten: Gaststätte Mockel, Café und Bistro Botanica, Dycker Weinhaus, Alte Burgschänke, Kloster-Schenke, Gohrer Café und Backhaus, Klosterhof
Länge: 46 km
Schwierigkeitsgrad: leicht
Wegbeschaffenheit: sehr gut ausgebaute Wald- und Wirtschaftswege GPS-Datei unter www.bachem-verlag.de abrufbar.

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Durch längst vergangene Zeiten
Vorbei an Klöstern und Schlössern
Am Niederrhein warten auf 46 Kilometern verzaubert wirkende Schlösser,alte Klöster und tolle Sehenswürdigkeiten, kleine romantischeOrtschaften, Wälder und Feldwege mit weitreichenden Ausblicken aufwundervolle Landschaften.
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