Den Strom im Blick

Am mächtigen Rhein zwischen Neuss und Köln

Entlang des imposanten Rheins führt die koeln.de-Radtour von Neuss bis ins Zentrum der Domstadt Köln. Immer am Ufer des mächtigen Stromes entlang radelt man durch historische Städte, vorbei an geschichtsträchtigen Orten und durch Wälder und Wiesen. Die Tour entstammt dem Buch "Mit dem Buch an Rhein, Erft und Ahr".

Auf 12 Streckentouren sollen darin Familien sowie sportliche Fahrer und Genussradler gleichermaßen angesprochen werden. Jedem Fluss sind vier Etappen gewidmet. In Touren zwischen 18 und 55 Kilometern Länge aufgeteilt, sind die Strecken für Familien wie auch für Tagesausflügler und Mehrtagesradwanderer machbar. Alle Tagestouren führen über gut angelegte und sehr gut ausgeschilderte Radwege.

Die Radfahrer passieren von Remagen bis Blankenheim, von Nettersheim bis Grevenbroich und von Neuss bis Bonn beeindruckende historische Bauten, Denkmäler und Parkanlagen, die zum Verweilen einladen. Damit der Genuss auch nicht zu kurz kommt, bieten zahlreiche Gastronomien und Lokale entlang der Strecken die Gelegenheit,

Wegbeschreibung:

Wir starten in Neuss; einer der ältesten Städte in Deutschland, die wie unser Ziel Köln auf eine über 2000-jährige Geschichte zurückblickt. Vom Bahnhof aus durchqueren wir die lebendige Stadt, fahren vorbei am berühmten Quirinus-Münster. Wir verlassen die Neusser Altstadt durch das Obertor, dem einzigen noch erhaltenen mittelalterlichen Stadttor in Neuss. Es war einst Teil der Stadtmauer. Früher wurde dort die Handelsstraße nach Köln kontrolliert.

Auf gut angelegten Radwegen gelangen wir durch die Stadt hindurch zum Sporthafen Neuss und gewinnen hier freies Gelände; der Radweg ist breit und wir bewegen uns unter Bäumen hindurch auf die Erftmündung in Neuss-Grimlinghausen zu, die am Ende des kleinen Hafens gelegen ist. Ein wenig fahren wir noch durch bebautes Gebiet, dann landen wir auf einem Radweg in der großen Auenlandschaft am Rhein, die wir mal näher, mal weiter vom Fluss entfernt durchqueren. Wiesen, Felder, Pferdekoppeln, einzelne Haine mit Weiden prägen das Bild, und der hoch aufragende rote Pfeiler der Fleher Autobahnbrücke ist weithin sichtbar.

Auf unserem Weg berühren wir die Orte Uedesheim und Stüttgen und müssen schließlich ein Stück weit an der B 9 entlangradeln, bis wir in Zinkhütte wieder hineintauchen in die Flusslandschaft und schließlich Stürzelberg erreichen. Am Ortsausgang gegenüber der Gaststätte „Vater Rhein“ steht das vom Kölner Künstler Herbert Labusga geschaffene und 2001 eingeweihte Treidelschifffahrtsdenkmal. Beim „Treideln“ zogen Pferde und Menschen die Schiffe im Strom auf dem eigens hierzu zwischen Deich und Rheinufer angelegten Leinpfad an dicken Hanfseilen stromaufwärts. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein war das neben dem Segeln die einzige Möglichkeit, Schiffe gegen den Strom zu bewegen für Mensch und Tier eine wahre Plackerei.

Wir umfahren einen Campingplatz, der mitten im „Grind“ genannten Naturschutzgebiet liegt, folgen hier dem lang gezogenen Rheinbogen und landen ganz unvermittelt in Zons, der mittelalterlichen Festung am Rhein. Vor dem Rheintor finden wir nicht weit von der Anlegestelle der Fähre nach Urdenbach das „Gasthaus zur Rheinfähre“, wo man sich draußen und drinnen zur gemütlichen Rast niederlassen kann. Natürlich ist ein Stadtrundgang durch die Altstadt des niederrheinischen Kleinods Zons Pflicht. Etwa um die Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Ort zum „castrum“ befestigt, und 1372 verlegte der Kölner Erzbischof Friedrich III. den Rheinzoll von Neuss nach Zons. Zu seinem Schutz erfolgte eine Befestigung durch Mauern und Gräben sowie die Stadterhebung im Jahre 1373. Den Kern der Festung bildete die stark umwehrte Burg, die der Verwaltung und Sicherung des Zolls diente und Sitz des neu geschaffenen Amtes Zons war. Der planmäßige Bau der Zollfestung mit Stadtmauer wurde wahrscheinlich im 15. Jahrhundert vollendet.

Vieles ist hier noch erhalten und gepflegt, und wir können uns wie viele andere Touristen, die die Stadt jedes Jahr besuchen, eine kleine Reise ins Mittelalter gönnen. Für Familien sind natürlich die Märchenspiele der Freilichtbühne Zons hochinteressant – deshalb Spielplan für einen späteren Besuch nicht vergessen!

Wir verlassen den Ort und kehren in die sich weit ausdehnende Landschaft zurück, die wir von unserem auf dem Rheindamm angelegten Radweg aus betrachten; wir sehen Ackerflächen, Wiesen und Weiden am Fluss, atmen frische Landluft, hören das schwere Stampfen der Schiffsmotoren und je nach Jahreszeit singt die Lerche hoch über uns ihr Lied, oder Scharen von Saatkrähen suchen sich auf den abgeernteten Weizenfeldern ihr Futter.

Bald wechselt das Bild, wir nähern uns Dormagen, der Bayer-Stadt. Der Chemiekonzern hat hier einen seiner wichtigsten Produktionsstandorte, und über den Rhein hinweg sehen wir das große „Bayerkreuz“ in Leverkusen stehen. Wir können nun nicht mehr am Fluss bleiben, sondern müssen auf den Radweg an der Neusser Landstraße wechseln, der breit und gut ausgebaut ca. drei Kilometer direkt an den Gebäuden des Bayer-Werkes entlangführt. In Worringen biegen wir dann wieder auf unseren Weg am Fluss ein. Dieser Ort ist in historischer Hinsicht für die Region von großer Bedeutung, nahm doch hier im Jahr 1288 die Schlacht von Worringen ihren Anfang. Sie entschied den sechs Jahre andauernden Limburger Erbfolgekrieg. Unter anderem brachte sie der Kölner Bürgerschaft die Unabhängigkeit und Düsseldorf die Stadtrechte ein. An der Kirche im Ortskern von Worringen erinnert ein Gedenkstein an die berühmte Schlacht.

Noch einmal genießen wir eine Wegstrecke durch saftiges Grün, passieren die Fähre bei Köln-Langel, fahren an den hübschen Orten Rheinkassel und Kasselberg vorbei auf die Leverkusener Autobahnbrücke zu und landen in Köln-Merkenich. Jetzt ist es endgültig vorbei mit der Flussromantik, denn hier hat Ford, größter Arbeitgeber in Köln, seine Produktionsstätte. Und die nimmt Raum ein. Auf dem Radweg an der Emdener Straße durchqueren wir das riesige Werksgelände des Autoherstellers, passieren zahllose Werkseinfahrten, links und rechts von uns sehen wir Lager- und Produktionshallen, Verwaltungsgebäude und Parkplätze mit Neuwagen.

Nach ca. drei Kilometern endet das Gelände und wir fahren in Köln-Niehl wieder auf den Rhein zu. Es geht auf einem schön angelegten Radweg weiter bis zum Niehler Hafen, dessen Einfahrt wir über eine Rundbogenbrücke überqueren, die uns in die Rheinauen bringt. Hinter der Mülheimer Brücke wird unser Weg zur viel bevölkerten Promenade, die sich vorbei an Zoo und Flora im Stadtteil Riehl unter der Zoobrücke hindurch an der nördlichen Kölner Altstadt vorbei bis hin zu unserem Ziel, dem Hauptbahnhof Köln zieht, hinter dem hoch aufragend und weithin sichtbar die letzte und wohl schönste Attraktion unserer Reise auf uns wartet: der Kölner Dom.

Die Radtour stammt auszugsweise aus:

Mit dem Fahrrad an Rhein, Erft und Ahr
Die schönsten Strecken der 3-Flüsse-Tour

Benjamin Franck; mit Fotografien von Fritz Schnell
128 Seiten mit Fotografien und 13 Karten
21 cm x 15 cm, Spiralbindung

Erschienen im März 2009, Bachem-Verlag
14,95 Euro (ISBN: 978-3-7616-2262-9)

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Den Strom im Blick
Am mächtigen Rhein zwischen Neuss und Köln
Entlang des imposanten Rheins führt die koeln.de-Radtour von Neuss bis ins Zentrum von Köln. Am Ufer des mächtigen Stromes entlang radelt man durch historische Städte, vorbei an geschichtsträchtigen Orten und durch Wälder und Wiesen.
http://www.koeln.de/koeln/freizeit/freizeitsport/radfahren/am_maechtigen_rhein_zwischen_neuss_und_koeln_187586.html
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