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Teuer, nicht erweiterbar

Fernbusbahnhof soll vom Breslauer Platz weg

Der Fernbusbahnhof soll vom Breslauer Platz nach Gremberghoven verlegt werden. Teuer, unwirtschaftlich, nicht erweiterbar, eine starke Einschränkung für eine hochwertige städtebauliche Entwicklung - zu groß seien die Nachteile des bisherigen Standorts. Aufgrund eines Gutachtens eines Ingenieurbüros spricht sich die Verwaltung für eine Verlagerung aus. "Es war schon immer schwierig, alle Nutzungswünsche auf der kleinen Fläche am Breslauer Platz unterzubringen", sagte Jörg Kreikebaum vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik gegenüber koeln.de.

Eigentlich war ein Konzept mit einem Busbahnhof am Breslauer Platz vorgesehen, der in ein Sondergebäude integriert wird. Um die Anforderungen an einen solchen Fernbusbahnhof festzustellen, ermittelte eine Neusser Ingenieurgesellschaft Fahrgastaufkommen, Anreiseverhalten und den maximalen Bedarf. Linienbusbetreiber und Fahrgäste wurden befragt, Erfahrungen von Fernbusstandorten in Hamburg, Berlin und fünf weiteren Großstädten eingeholt. Die Fachleute prüften zudem alternative Standorte.

Das Gutachten ergab, dass der Fernbusbahnhof täglich von bis zu 80 Fernlinienbussen angefahren wird. Pro Stunde halten und starten am Breslauer Platz bis zu elf Fernlinienbusse. Pro Jahr ergeben sich etwa 30.000 An- und Abfahrten und bis zu 300.000 Fahrgastwechsel. Die Anfahrt erfolgt laut Untersuchung zu 33 Prozent mit der KVB. 27 Prozent nutzen vor der Fernbusfahrt die Bahn-Regionalzüge, weitere 27 Prozent werden mit privaten Autos gebracht. Nach den Experten müssten bei einem neuen Fernbusbahnhof mindestens zehn Haltestellen existieren.

Weiter kommen die Experten zu dem Schluss, dass ein kostenneutrales Betreiben eines neuen Fernlinienbusbahnhofes am Breslauer Platz, der in ein Gebäude integriert wird, eher unwahrscheinlich ist. So hätten Beispiele aus anderen Städten gezeigt, dass ein Busbahnhof nur in Verbindung mit anderen Einnahmen aus Systemgastronomie, bewirtschafteten Auto-Stellplätzen oder Einkaufszentren wirtschaftlich betrieben werden kann. Derartige Lösungen für den Breslauer Platz sehe die Verwaltung als nicht gegeben an.

Stadt: Kein Erweiterungspotenzial am Breslauer Platz

Die Integration in einem Gebäude erfordere einen höheren finanziellen Aufwand als eine freistehende, offene Anlage, so die Gutachter. "Zumal wir von Zuwachs bei den Fernbuslinien ausgehen", erklärte Kreikebaum. Eine Liberalisierung des innerdeutschen Fernbuslinienverkehrs sei wahrscheinlich. Bisher existiert - im Gegensatz zu europäischen Nachbarländern - eine Monopolostellung der Deutschen Bahn: Linienbusse sind überall dort verboten, wo Züge fahren. Kreikebaum: "Am Breslauer Platz haben wir für den Fall der Liberalisierung überhaupt kein Erweiterungspotenzial." Aus Kapazitätsgründen wurden seit 2006 für 13 Linien keine Genehmigungen mehr für die Station Breslauer Platz erteilt.

Die Ingenieure prüften mehrere alternative Standorte. Grundsätzlich würden nämlich auch andere Plätze für einen Fernbusbahnhof in Frage kommen. Besonders wichtig sei dabei eine gute Anbindung an den Nahverkehr - auch nachts. Die Verwaltung favorisiert unter dem Strich das Gebiet am S-Bahnhof Frankfurter Straße im Industriegebiet Gremberghoven. Dieses Areal befinde sich zwar nicht in städtischem Eigentum, ein Erwerb scheine jedoch kurzfristig realisierbar.

Das Gelände in Gremberghoven bietet mehrere Vorteile: unmittelbare Autobahnnähe, nahezu 24-Stunden-Anbindung durch S-Bahn und Regionalbahn an den Bahnhof Deutz, den Hauptbahnhof und das Umland. "Zehn Minuten mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof zu fahren - das dürfte für die Fernbus-Klienten keine große Zumutung sein", schätzt Kreikebaum. In unmittelbarer Nähe befinden sich zudem ein Schnellrestaurant sowie Autobahnhotels. Erweiterungsflächen seien vorhanden. Die Experten rechnen mit bis zu 2,5 Millionen Euro Baukosten und eine Million Euro für den Grunderwerb.

Grundsätzlich biete auch der an zweiter Priorität stehende Standort „Weiden-West“ große Vorteile. Allerdings könnten dort zusätzliche Kapazitäten nur geschaffen werden, wenn zusätzlich ein Parkdeck errichtet wird, was zu Zusatzkosten führen würde. Die Stadtverwaltung schlägt in einer Beschlussvorlage vor, den Experten-Einschätzungen zu folgen und den Fernbusbahnhof nach Gremberghoven zu verlagern. Anfang Juni beraten darüber die Ausschüsse, am 20. August entscheidet der Stadtentwicklungsausschuss. (sar)

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