Solbaken fordert
FC muss "Idiotenbälle" klären und "laufen, laufen, laufen"
Mit „Ruhe statt Panik“ will FC-Trainer Stale Solbakken in Kaiserslautern endlich die ersten Punkte der Rückrunde einfahren. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg und dem umstrittenen Wechsel von Zweitliga-Stürmer Chong Tese zu den Geißböcken brodelt es in Köln an allen Ecken und Enden. Auf dem "Betze" sollen die Spieler am Sonntag "Idiotenbälle" klären und gegen die Kälte anlaufen.
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Von Cora Finner
„Es gab ein bisschen Unruhe diese Woche“, sagte FC-Trainer Stale Solbakken bei der Spieltagspressekonferenz am Freitag und fügte schon fast ein wenig resigniert hinzu: „Mal wieder“. Tatsächlich verlief die Vorbereitung auf das für den 1. FC Köln so wichtige Spiel in Kaiserslautern am Sonntag (17.30 Uhr) alles andere als unproblematisch. Die schlechten Platzverhältnisse machten dem Coach beim Training immer wieder zu schaffen, und auch von Neuzugang Chong Tese ist Solbakken bislang noch nicht hundertprozentig überzeugt. „Seine ersten Trainingseinheiten waren okay“, sagte der 43-Jährige wenig euphorisch. Dennoch werde Chong Tese gegen Kaiserslautern im Kader stehen, so der Norweger, der nach der Verletzung von Lukas Podolski froh um jede Alternative im Sturm sein dürfte. Für die Startelf wird es beim Nordkoreaner allerdings nicht reichen.
„Jetzt kann die Mannschaft zeigen, dass Köln auch ohne Lukas gewinnen kann“, ist Solbakken für die Partie am Sonntag aber optimistisch. „Wir müssen offensiv sein und nicht auf einen, sondern auf drei Punkte spielen“, gab der Coach die Marschroute vor. Denn obwohl Solbakken sich nach eigener Aussage auch bei einer Niederlage „keine Sorgen um seinen Job“ macht, weiß der Norweger: „Alles wird viel leichter wenn wir drei Punkte holen.“
Betzenberg kein gutes Pflaster
In den vergangenen Jahren ist der Betzenberg für die Kölner jedoch alles andere als ein gutes Pflaster. Der letzte Sieg in Kaiserslautern liegt schon mehr als 22 Jahre zurück: Am 16. Dezember 1989 gewann der FC durch Treffer von Ralf Sturm und Pierre Littbarski unter Trainer Christoph Daum mit 2:1. Wie wichtig es wäre, diese Negativserie am Sonntag zu beenden, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Sollten die Geißböcke beim Angstgegner aus der Pfalz verlieren und Hertha BSC Berlin gleichzeitig gegen Hannover 96 zumindest einen Punkt holen, stünde Köln auf dem Relegationsplatz 16.
Ein Szenario, welches dem Norweger aber nur wenig Sorgen bereitet. „Wir brauchen Ruhe statt Panik“, bleibt Solbakken gelassen. „Wenn der Druck von außen groß ist, müssen wir als Team noch mehr zusammen stehen.“ Dass der Trainer mit schwierigen Situationen umgehen kann, hat er in der Hinrunde bewiesen. Nach zwei Pleiten zum Saisonauftakt, wurde bereits das Hinspiel gegen Kaiserslautern zum „Endspiel“ für den Norweger deklariert. „Ich glaube, wir haben damals die richtige Antwort gegeben“, so der 43-Jährige über das 1:1. „Die Mannschaft weiß um ihre Stärken“.
Solbakken verteidigt Taktik – mit Handys und Kronkorken
Die lagen zuletzt jedoch nicht in der Defensive: Hinter Schlusslicht Freiburg kassierte Köln mit 40 Treffern die meisten Gegentore. An seinem System hält Solbakken aber nach wie vor fest – trotz zuletzt öffentlich geäußerter Kritik durch die Vereinsführung und Sportchef Volker Finke. „Für mich ist wichtig, dass die Spieler mein System verstehen. Was andere denken, interessiert mich dabei nicht“, stellte der Trainer klar. Wie genau sich der Coach seine Abwehr vorstellt demonstrierte er den erstaunten Journalisten kurzerhand mit zwei herumliegenden Handys, die als Innenverteidiger fungierten, und einem Kronkorken als Ball. „Wenn wir vor dem Tor eine Überzahl schaffen, sollten hereinkommende Flanken für eine gute Mannschaft kein Problem sein“, sagte Solbakken, der statt von Flanken auch gerne mal von „Idiotenbällen“ spricht.
Von der Tatsache, dass es aber gerade diese „Idiotenbälle“ waren, die den Kölnern in dieser Saison schon wertvolle Punkte gekostet haben und die in der Domstadt derzeit für einigen Diskussionsstoff sorgen, lässt sich Solbakken jedoch ebenso wenig beeindrucken, wie von den für Sonntag angekündigten minus zehn Grad auf dem Betzenberg: „Da hilft nur laufen, laufen, laufen.“
(Erstellt am 3. Februar 2012 - 17:27 Uhr; aktualisiert 5. Februar 2012 - 20:46 Uhr)










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