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Süße Köln-Kekse aus Argentinien

3. Advent und noch keine Kekse gebacken? Lust auf ausgefallene Weihnachtsplätzchen? Kein Problem. Probieren Sie doch einmal die für Argentinien so typischen Alfajores aus Maismehl aus. Dort gibt es die Doppelkekse sogar unter dem Namen „Köln-Alfajores“.

Quasi ganz Argentinien schwört auf Alfajores de Maizena. Die Doppelkekse aus Mürbeteig mit Dulce-de-Leche-Füllung werden fast bei jeder Gelegenheit serviert – so zum Beispiel zum Mate-Tee, den die Argentinier beinahe rund um die Uhr trinken. Überall in den Geschäften und auf den Straßen gibt es Alfajores zu kaufen. Und jede Region hat seine eigene spezielle Variante.

Auch der derzeit wohl bekannteste Argentinier wird wohl auf Alfajores schwören. Lionel Messi sagt auf die Frage, welchen Nachtisch er am liebsten esse: „Jedes Dessert, das Dulce de Leche enthält.“ Und bei der Wahl zwischen weißer und dunkler Schokolade schwört der Weltfußballer vom FC Barcelona natürlich auch lieber auf Dulce de Leche, der süßen Creme aus Milch, Zucker und Vanille. 2003 soll Argentinien sogar versucht haben, Dulce de Leche als Weltkulturerbe bei der Unesco anzumelden. Uruguay protestierte, das Ansinnen ruht.

Beim Spaziergang durch die argentinische Kleinstadt Villa General Belgrano in der Nähe von Cordoba kann man beim Oktoberfest (Fiesta Nacional de la Cerveza) nicht nur wirklich leckeres Oktoberfestbier trinken, sondern eben auch „Köln-Alfajores“ kaufen. In einem kleinen Geschäft auf der Avenida Julio A. Roca, der Flaniermeile der 6000-Einwohner-Stadt, die von deutschen Einwanderern geprägt ist und entsprechend klischeehaft touristisch vermarktet wird, werden die Kekse mit dem Namen „Köln-Alfajores“ verkauft.

Direkt nebenan wirbt die örtliche Apotheke mit einer Holztafel, auf der eine überdimensionierte Aspirin-Tablette von Bayer zu sehen ist, die ein Mann in Lederhosen in der Hand hält. In Villa General Belgrano in den Bergen im westlichen Argentinien leben noch heute Nachkommen der überlebenden Besatzung des deutschen Panzerschiffes „Graf Spee“. Auf Befehl Hitlers hatte die eigene Truppe das Schlachtschiff vor Uruguay im 2. Weltkrieg selbst versenkt. Heute kommen die Touristen in Scharen nach Villa General Belgrano, um dort in Fachwerknachbauten bei Oktoberfestbier, Dresdner Stollen und eben auch „Köln-Alfajores“ in die für typisch deutsch gehaltene Atmosphäre einzutauchen.

Das Rezept: So gelingen Ihnen Alfajores de Maizena

Für rund 20 Alfajores braucht man:

- 250 Gramm Maisstärke (Maizena)
- 200 Gramm Mehl
- 1/2 Teelöffel Natron
- 2 Teelöffel Backpulver
- 150 Gramm Zucker
- 200 Gramm Margarine oder Butter
- 3 Eigelb
- 1 Esslöffel Cognac
- 1 Esslöffel Vanille-Extrakt
- Abrieb von 1 Zitrone
- Dulce de Leche

Die Butter (oder Margarine) und den Zucker verrühren und beim Schlagen langsam nach und nach das Eigelb hinzufügen. Nun den Cognac, das Vanille-Extrakt und die Zitronenschale daruntermischen. Die Maisstärke, das Mehl, das Natron und das Backpulver vermengen und hinzugeben. Die Mischung zu einer zähen Masse verkneten.

Jetzt rollt man den Teig dünn aus (nicht dicker als 0.5 Zentimeter) und sticht runde Plätzchen aus. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und die Kekse 10 bis 15 Minuten backen. Wichtig dabei ist, dass sie nicht braun werden dürfen. Sie sollten immer noch sehr hell sein (beinahe weißlich).

Nachdem sie ausgekühlt sind, bestreicht man einen Keks mit Dulce de Leche und setzt einen anderen oben drauf. Den Rand durch Kokosflocken rollen oder den Doppelkeks ganz oder halb in erwärmte, flüssige weiße oder dunkle Schokolade tauchen. Die Kokosflocken-Variante sollte dann etwa so aussehen wie auf diesem Foto.

Dulce de Leche aus Argentinien bekommt man in Köln unter anderem bei Estilo Argentino. Wer die Creme selbst herstellen möchte, muss 1 Liter Milch, 250 Gramm Zucker und etwas Vanilleessenz bei niedriger Hitzezufuhr unter ständigem Rühren in einem Topf so lange kochen, bis die gewünschte Creme-Konsistenz (ein wenig flüssiger als Nutella) und die bräunliche Karamell-Farbe erreicht sind. (sar)


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