"Art is Liturgy" im Kolumba
Erzbistum Köln zeigt gewagte Kunst
Einen teilweise verstörenden Blick auf die Darstellung von religiösen Riten und Zeremonien in der Kunst liefert eine neue Jahresausstellung im Kunstmuseum des Erzbistums Köln.
Unter dem Titel "Art is Liturgy - Paul Thek und die Anderen" werden seit Samstag im Kolumba (15. September) neben Figuren, Gemälden und Kruzifixen auch gewagte Interpretationen von der christlichen Religion geliefert. In einem Werk hängt ein verblüffend echt wirkender Christuskopf an der Wand. In einer anderen Installation aus Wachs wimmeln Schmetterlinge und Larven um ein Stück Fleisch, wie das Museum Kolumba am Freitag mitteilte.
Bei der Skulptur "Madonna auf dem Mond" aus dem 16. Jahrhundert schwebt eine auf Hörnern hockende Madonna mit dem Christuskind durch den Raum. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht aber der amerikanische Künstler Paul Thek (1933-1988), der sich umfassend mit den Themen Mythologie, Spiritualität und Transzendenz beschäftigt hat. Von ihm stammen auch mehrere Fischer-Figuren. Eine liegt auf dem Boden, bedeckt von unzähligen Fischen. In einem anderen Raum hängt der Fischer festgebunden unter einem Tisch. Es wirkt beängstigend.
In einer Videoinstallation gibt die Künstlerin Mira Bergmüller eine sehr persönliche Antwort auf die Frage "Was ist mir heilig?". Um den aufgestellten Fernseher versammeln sich als Publikum Dutzende kleine Holzfiguren, meist religiösen Ursprungs. Auch das Gemälde "Hl. Georg" von August Macke ist zu sehen. Die Schau dauert bis zum 15. August 2013.
(Erstellt am 15. September 2012 - 10:32 Uhr; aktualisiert 15. September 2012 - 10:49 Uhr)
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