Einzigartig Einkaufen (16)
Mittelalter-Utensilien für echte Poser und Kreuzritter
„Wo gibt es sonst in der Nähe mittelalterliche Kostüme, Gewänder und Rüstungen“, fragt Thorsten Otto. In seinem „Leuengold“-Geschäft im Severinsviertel bietet er auf 220 Quadratmetern ein „stranges, aber interessantes“ Sortiment an Produkten an, wie es eine Kundin ausdrückt.
Dazu gehören Schwerter und Waffen aller Arten aus Latex oder wahlweise aus Stahl genauso wie Kettenhemden, die schon mal satte 15 Kilo wiegen können. Zudem gibt es die verschiedensten Accessoires, die Mittelalter-Fans oder Karnevalisten so brauchen.
Das Geschäft für alles, was das mittelalterliche Herz begehrt, gibt es Im Dau 1 unter dem Namen Leuengold seit 2007. Zuvor existierte am selben Standort jahrelang die „Alte Schatzkammer“. „Sie ließ über etliche Jahre Generationen von Liverollenspielern aus ganz Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern nach Köln zum Einkaufen pilgern“, betont Leuengold-Geschäftsführer Michael Schaad. Seit Anfang 2009 betreiben Thorsten Otto und Matthias Conrad zusammen mit einigen Aushilfen den Laden als Konzessionbetrieb.
Bildergalerie: So sieht es bei Leuengold in Köln aus
Otto ordnet die Leuengold-Kundschaft hauptsächlich drei verschiedenen Hintergründen zu: der Mittelaltermarkt-Szene, in der es vorrangig um Spaß gehe, dem Liverollenspiel (Larp) und dem Reenactment. „Beim Larp kann man für ein paar Stunden in eine andere Haut schlüpfen“, so der Ladenleiter. „Dabei geht es im Grunde genommen ums Posen“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu. Unter Reenactment verstehe man das Nachspielen konkreter geschichtlicher Ereignisse in möglichst authentischer Weise. „Allerdings haben wir auch viel Laufkundschaft, die nichts mit diesen Szenen zu tun hat“, erklärt Otto.
"Kein Plastik-Schwert aus dem Supermarkt"
In Vorbereitung der fünften Jahreszeit in Köln schauen laut Otto auch viele Karnevalisten im Leuengold vorbei, die dann mitunter bereit seien, für eine Verkleidung mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen. „Sie stechen dann aber dafür auch richtig aus der Masse heraus“, sagt Otto. „Das sind dann richtige Kreuzritter und nicht billig Kostümierte mit einem Plastik-Schwert aus dem Supermarkt.“ Um nächstgelegene Geschäfte zu finden, in denen ähnliche Produkte erhältlich sind, müsse man schon mindestens bis ins Ruhrgebiet fahren, so Otto, der Nordrhein-Westfalen zu einer „Liverollenspiel-Hochburg“ zählt.
Sonderposten, Auslaufmodelle und B-Waren werden im „Schlachtfeld“ in den Kellerräumen des Geschäfts verkauft. Ob zerrissene Handschuhe, Mäntel mit fehlenden Knöpfen, verschmutzte Hemden, Einzelstücken oder defekte Polsterwaffen – mittelalterliche Waren werden hier mitunter mit einem Rabatt von bis zu 70 Prozent angeboten.
Neben vielen Einzelanfertigen, die oft aus der Bochumer „Engelsschmiede“ stammen, für die ebenfalls Otto und Conrad verantwortlich zeichnen, und Kleidung, wie Schuhe, Gürtel und Tuniken, werden im Geschäft Im Dau auch Materialen zum Selbstbau von mittelalterlichen Utensilien verkauft – für echte Poser und echte Kreuzritter. (sar)
Leuengold
Im Dau 1
50678 Köln
Telefon: 0221 – 20 53 48 95
E-Mail: info@engelsschmie.de
Internet (Leuengold): www.leuengold.com
Internet (Engelsschmiede): www.engelsschmie.de
Öffnungszeiten
Montag-Freitag
12:00-19:00
Samstag
12:00-19:00
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(Erstellt am 15. März 2010 - 12:35 Uhr; aktualisiert 19. Mai 2011 - 7:21 Uhr)
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