Einzigartig Einkaufen (72)

Hausen mit Charme und Vintage-Tapete

Es war im Jahr 1990, als Bernd Saßmannshausen als Student des Grafikdesigns in Aachen eine dunkle, opulente Tapete aus den 1960er Jahren in seinem Zimmer anbrachte. Seine Kommilitonen waren irritiert, Saßmannshausen nur seiner Zeit voraus. „Es war absehbar, dass nach der Zeit der weißen Wände und der Wischtechniken die Ornamente ein Revival in den Wohnungen feiern würden“, erklärt Saßmannshausen, der seit September 2001 gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Stephan Herczeg ein besonderes Tapeten-Geschäft in Köln führt. Dort gibt es Original-Tapeten aus den 1950er, 1960er, 1970er und 1980er Jahren; zudem aktuelle Produktionen sowie Foto-Tapeten. Die Inhaber kommen auf etwa 800 verschiedene Tapeten-Modelle, die sie im Sortiment haben.

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War der Laden von Herczeg und Saßmannshausen in der Gladbacher Straße 35 zunächst noch als Geschäft gedacht, in dem es neben Tapeten auch Bücher, Lampen und andere Wohnaccessoires gab, konzentrierten sich die Inhaber mit der Zeit immer mehr auf das Sammeln und Verkaufen von Tapeten. „Wir haben ständig andere interessante Tapeten gefunden“, erzählt Saßmannshausen. „Irgendwann mussten wir uns entscheiden, damit dem Laden auch eine klare Struktur gegeben werden konnte.“ Mittlerweile bieten die Beiden ausschließlich Tapeten an – Vintage- und Foto-Tapeten sowie Neuproduktionen. Wobei die Tapeten-Experten betonen, dass die Vintage-Modelle auch „tatsächlich so alt sind, wie ihr Stil erahnen lässt“ – also keine nachproduzierten Retro-Tapeten sind, die es bei Herczeg und Saßmannshausen aber auch gibt, in der Kategorie „Neo“, in der sie aktuelle Produktionen präsentieren.

Bildergalerie: So sieht bei Hausen aus

Seine erste Tapete fand Saßmannshausen als Student als weggeworfene Rolle im Müll vor einem Tapetengeschäft. „Ich konnte es nicht glauben, dass solche Tapeten weggeworfen wurden“, erzählt er im Rückblick. Heute halten Saßmannshausen und der studierte Kunsthistoriker Herczeg vor allem bei Händlern, die zum Beispiel ihr Geschäft aufgeben, oder bei Herstellern, die sich von alten Beständen trennen, nach weiteren Tapeten für ihr Geschäft Ausschau. Dachbodenfunde sind dabei eher die Ausnahme. Obwohl oft auch kleine Flächen tapeziert werden, werden zum Beispiel für Film- und Theaterausstattungen in der Regel größere Mengen an Rollen benötigt. Schließlich gehören solche Ausstatter genau wie Privatkunden und Innenarchitekten zu den Kunden von Hausen.

Vintage-Tapeten und Neuware, Ladengeschäft und Online-Versand – in dieser Kombination ist Hausen laut den beiden Inhabern auch einmalig. Die etwa 350 verschiedenen alten Original-Tapeten sind komplett online im Internet anschaubar, die Neuproduktionen als Muster im Geschäft. „Wir bemühen uns, unseren Kunden vom Stil her, aber auch was die Hersteller und den Preis betrifft, ein breites Spektrum an Tapeten anzubieten“, sagt Saßmannshausen. Viele Tapeten, die bei Hausen in der Gladbacher Straße angeboten werden, stammen aus England, Frankreich oder Italien, wo es im Gegensatz zu Deutschland eine „ungebrochene, kontinuierliche Tapetentradition“ gibt, wie Saßmannshausen erzählt.

Als „schwindendes Gut“ bezeichnet Hausen-Mitinhaber Saßmannshausen Tapeten, besonders meint er dabei Original-Modelle aus vergangenen Jahrzehnten. Anders als bei Möbeln ist „die Sache gelaufen, wenn die Tapete einmal tapeziert“ worden ist. Ihre Aufgabe dabei sehen Herczeg und Saßmannshausen darin, für eine Anwendung die richtige Tapete zu finden und die Kunden fachkundig durch ihr Tapeten-Labyrinth zu führen. „Die Kunden sind schnell überfordert, wenn sie sich systematisch durch alle Kataloge mit den verschiedenen Mustern und Farbgebungen finden sollen“, so Saßmannshausen, der dabei den „Parfümerie-Effekt“ kennt, wie er es nennt. Ob so vieler Eindrücke an Farben und Mustern müsse der Kunde oft vor der Tapeten-Entscheidung eine Pause machen, um eine gute Wahl treffen zu können. Zuhause gönnt sich Saßmannshausen indes auch mal eine Tapeten-Pause. Dort gibt es sowohl weiße Wände, auf denen das Auge ruhen könne, als auch tapezierte Flächen. (sar)

Hausen / 5qm.de
Sankt-Apern-Straße 17-21
50667 Köln

Telefon: 0221 – 29 48 455
Telefax: 0221 – 29 48 456

E-Mail: mail@5qm.de
Internet: www.5qm.de

Öffnungszeiten
Montag-Freitag
12:00-19:00
Samstag
12:00-16:00

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