Einzigartig Einkaufen (62)

Hack Lederware - ein Schneider, der auf Leder steht

Christoph Hack nimmt für sich in Anspruch, den Hirschleder-Äquator um 200 Kilometer nach Norden verschoben zu haben. Traditionelle Verarbeitung, natürliche und strapazierfähige Materialien, Funktionalität und zeitgemäße Gestaltung – das sind die Kriterien, nach denen bei Lederware Hack gearbeitet wird. 

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„Bei Hosen aus sämisch gegerbtem Hirschleder achten wir zum Beispiel auf die neutrale Gestaltung. Es soll keine trachtige Hose sein“, erklärt Hack. Die Hosen sollen auch nach Berlin-Mitte passen. Der Kölner Christoph Hack ist einer der wenigen, die das alte Lederschneider-Handwerk bewahren. Hack: „Viele alte Berufe sind in die industrielle Verarbeitung aufgegangen.“ 

Mit den Werkzeugen seines Großvaters, eines gelernten Sattlermeisters und Polsterers, probierte sich Christoph Hack erstmalig am Material Leder aus. 21-jährig gelangen an der Nähmaschine prompt die ersten Rucksäcke und Hosen aus Leder. Hack machte sich selbständig, fertigte Einzelstücke, stellte auf Designer-Messen aus, restaurierte die Innenausstattung von Oldtimern. 1997 eröffnete Hack sein erstes Ladenatelier in der Jülicher Straße, zog später in das Belgische Viertel um, wo er mit Lederware Hack mittlerweile mit Atelier auf der Antwerpener Straße und Laden auf der Maastrichter Straße an zwei verschiedenen, nahe beieinander liegenden Standorten führt. „Die Seele des Geschäfts sind die Einzelanfertigungen“ erklärt Hack beim Besuch von koeln.de. „Wir wollen den engen Kontakt zu den Kunden.“

Die Fertigungstiefe ist laut Hack eine Besonderheit seiner Firma. Von der Bestellung des Materials über die Verarbeitung und Maßanfertigung bis zur späteren eventuellen Reparatur nach jahrelanger Benutzung – diese Begleitung des Produkts gehöre zum Konzept. „Ich freue mich, wenn ich am Ende einen Kunden glücklich aus dem Geschäft rausgehen sehe“, sagt Hack. Viel mehr Schritte könne man bei der Herstellung eines Produkts nicht machen. „Diese Ganzheit macht viel Freude.“ Den Lederschneider begeistert an seinem Beruf auch die Bandbreite an Produkten und die Unterschiedlichkeit des Materials. „Ein Zehntel Millimeter in der Stärke des Leders macht richtig viel aus“, fügt Hack an. Leder sehe nie gleich aus. „Unsere Produkte sind am Ende wirklich das wert, was sie kosten“, so der Firmenchef. „Das Geld steckt größtenteils in echten Kosten – und nicht zum Beispiel in Werbekosten.“

Auch „Manufactum“ hat die besondere Qualität der Hack-Produkte erkannt

Hosen, Taschen, Jacken, Turnmatten, Einkaufswagen („Hackenflitzer“) und Accessoires aus Rind-, Hirsch-, Pferde- und Rentierleder: Schneider Hack steht hinter allen seinen Produkten – er steht auch auf Leder. In seinem Büro im Atelier sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Der Boden ist dort mit Bohlen aus Rind-Schuhsohlen-Leder ausgelegt. „Die Funktionalität ist mehr sehr wichtig“, erklärt Hack die Auswahl der jeweils benutzen Leder betreffend. Sehr ausgefallene Ledersorten benutzt er aus diesem Grund eher nicht. Hack, den die Verarbeitung reizt („der Griff, das ständig in die Hand nehmen“) verwendet größtenteils hochwertige, in Deutschland gegerbte Leder. Auch „Manufactum“ hat die besondere Qualität der Hack-Produkte seit einigen Jahren erkannt und führt eigens für das Versandhaus entworfene Artikel von Lederware Hack.

Sechs bis acht Angestellte arbeiten in der Firma von Christoph Hack; wobei jeder Verkäufer auch schneidern könne, so Hack: „Bei uns wartet niemand, darauf dass ein Kunde kommt. In dieser Zeit schneidern und gestalten dann die Mitarbeiter, in denen alle ein Lederexperte steckt.“ Am Ende des Besuch von koeln.de hält Christoph Hack noch ein Plädoyer für das Material Leder. Die Haut des Tieres sei immer ein Restprodukt. „Tiere sterben nicht für die Leder-Produktion“, sagt Hack. Die Tierhaut koste vergleichsweise wenig. Es gebe niemand, der Tiere nur für die Leder-Produktion züchte. Das Pferde-Leder bezieht Hack deshalb zum Beispiel aus Italien oder Frankreich, wo mehr Pferdefleisch als in Deutschland gegessen wird – beziehungsweise auch Eselswurst. „Was Leder so teuer macht, sind die aufwendigen Schritte bei der Verarbeitung.“ (sar)

Adresse Maastrichter Straße 22, 50672 Köln Im Stadtplan | Öffnungszeiten Montag bis Freitag 11 - 13:30 Uhr, Dienstag bis Freitag auch 14 - 19 Uhr, Samstag 11 - 16 Uhr | ÖPNV Rudolfplatz Zur Fahrplanauskunft Telefon 0221 – 24 09 221 E-Mail info@lederware.de Webseite www.lederware.com

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