Kölns schönste Biergärten
Dschungelklima macht Biergarten-Betreibern zu schaffen
Morgens brennt die Sonne, Abends krachen Blitz und Donner und es schüttet wie aus Eimern: Die Kölner leiden zurzeit unter tropischen Wetterverhältnissen und eine Besserung ist nicht in Sicht. Besonders für Biergarten-Betreiber ist dieser Dschungel-Sommer hart.
von Christian Rentrop
Nach einem heißen Tag ein kühles Kölsch im Biergarten - für viele Kölner bleibt das in diesem Jahr ein frommer Wunsch. Das Wechselwetter vermiest selbst hartgesottenen Freiluft-Biertrinkern die Laune. Denn kaum winkt nach einem verschwitzten Tag im Büro der Feierabend, schon ziehen Gewitter auf. Der Biergartenbesuch fällt regelrecht ins Wasser, hinzu kommen unberechenbare Temperaturschwankungen."Dieses Jahr ist eindeutig ein wirklich schlechtes Jahr für uns", erklärt Youssef El Rayes, Betreiber des Biergartens am Aachener Weiher, zu koeln.de. "Die meisten Leute kommen zwischen 19 und 23 Uhr, aber da regnet es ja dauernd." Die umsatzstärksten Stunden fallen damit aus, bemängeln auch andere Wirte.
Bildergalerie: Biergarten Volksgarten
"Ärgerlich
ist vor allem dieses Auf und Ab", schimpft Ralf Kunze, Betriebsleiter
des Biergartens am Rathenauplatz. "Zwei Stunden Sonne, man baut auf,
dann kommt der Regen und man muss wieder einpacken und das manchmal
mehrmals täglich. Wir haben dadurch enorme Personalkosten, aber keine
Kundschaft."
Christian Biernath, Leiter des Hellers-Biergartens
im Volksgarten: "Wir schicken die
Kellner dann jedesmal nach Hause." Allerdings kann es sein, dass das Personal
Dank des Wechselwetters gleich mehrmals täglich anrücken darf: "Wir
haben auch schon dreimal an einem Tag auf- und abgebaut." Auf Dauer ist
das natürlich ärgerlich, insbesondere auch für die Bedienungen, die
einerseits den ganzen Tag in Bereitschaft sind, andererseits aber kaum
Trinkgelder kassieren.
Bildergalerie: Biergarten Rathenauplatz
Dabei kann es in den Kölner Biergärten so schön sein, wenn das Wetter mitspielt. Youssef El Rayes erinnert sich: "2006, bei der WM, das war ein gutes Jahr, da hatten wir fast zwei Monate durchgehend Sonne und waren permanent voll besetzt." Und Christian Biernath ergänzt: "Das lag zwar auch an der WM, aber das mit dem Wetter passte genau."
Die Wirte rüsten sich allerdings inzwischen gegen Petrus Ungemach: Per Wetter-Radar verfolgen sie die aktuelle Wetter-Entwicklung und können damit zumindest drei bis vier Stunden zuverlässig planen. Auch für Besucher ist das nicht schlecht, denn oft genug ziehen Regenfronten einfach nur vorbei.
(Erstellt am 15. Juli 2009 - 13:09 Uhr; aktualisiert 15. Juli 2009 - 15:47 Uhr)
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