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Finale des Rock-Märchens

Tabaluga: Erwachsen sein will hier keiner

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30 Jahre ist er inzwischen alt, der kleine Drache Tabaluga, der nie erwachsen werden wollte. Erwachsen sein, das wollte bei der Abschiedstournee des Rock-Märchens in der Lanxess Arena am Freitagabend keiner: Kinder und Eltern im Publikum ließen sich von der bunten Welt des liebevollen "Grünschnabels" verzaubern.

Zeit kann kurz sein oder sich endlos lang ausdehnen. Bei „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“ verging die Zeit jedenfalls wie im Fluge. Ja, sie schien sich sogar ein Stückchen zurückzudrehen: Die Bühne der Lanxess Arena erstrahlte in bunten Lichtern, die an eine Kindergeburtstagsfeier aus vergangenen Tagen erinnerte. Rote, gelbe und grüne Blumen schienen aus den Ecken der großen Veranstaltungshalle zu sprießen. Eine Videoprojektion verwandelte den meterhohen Bühnenvorhang in eine leuchtend-blühende Blumenwiese.

Genauso verspielt wie das Bühnenbild beginnt auch das Märchen rund um Tabaluga: Stellen Sie sich einmal vor, Sie wachen morgens auf, und Ihnen ist die Zeit verloren gegangen. Ihr Wecker ist beim Aufwachen auf den Boden gefallen und stehen geblieben. Genau das passiert dem Drachen im fünften und letzten Teil des Rock-Märchens. Mit imposanter Pyrotechnik, die ein riesiges Uhrwerk zersprengt, befindet sich der Zuschauer mittendrin in der Geschichte des kleinen Drachen, der davon ausgeht, die Zeit sei stehen geblieben.

Ein steinalter Felsen und eine kurzlebige Eintagsfliege

Dass man die Zeit gar nicht anhalten kann, das erklären dem Drachen phantasievolle Figuren, die quer durch die Arena tanzen und singen. Die Bühne ist mit einem meterlangem Laufsteg und kleineren Nebenschauplätzen so aufgeteilt, dass das Publikum im Unterrang durch die Nähe zu den Darstellern selbst zum Teil der Geschichte wird. Ein Gefühl von Intimität machte sich in den Zuschauerrängen breit, wenn sich Tabaluga herab kniet, um den kleinen Fans ganz nah zu sein, Gäste zum Tanz auffordert oder umarmt. 

Zweieinhalb Stunden lang ist es ein wahrer Augenschmaus, das bunte Treiben auf der Bühne zu beobachten, denn das Stück überrascht minütlich mit einfallsreichen Charakteren sowie ausgefallenen Requisiten und Kostümen: Ein steinalter Felsen, dessen Lippen sich im Takt der Musik bewegen, erklärt Tabaluga, dass man die Zeit gar nicht stoppen kann. Eine Eintagsfliege macht eine Bruchlandung vor seinen Füßen und erzählt ihm von ihrem kurzen Leben - bis sie Arktos, der böse Schneemann, mit einer riesigen Fliegenklatsche erwischt. Schließlich landet Tabaluga auf einem orientalischen Markt, auf dem ihm „Zeitverkäufer“ eine lebensverlängernde Uhr mit dreizehn Ziffern unterjubeln.

Musikalisch wird das Stück von Peter Maffay und einer sechsköpfigen Band begleitet. Dabei ist das Spektrum der Musik vielfältiger als je zuvor: Die Zuschauer hören neben den gewohnten, rockigen E-Gitarrensounds und gefühlvollen Balladen, unter anderem deutschen Hip Hop („Der Zeitverschwender“) Reggae („Hase und Schnecke“) und Country („Unter falscher Flagge“). Außerdem gab es am Freitagabend mit dem Grafen von der Band Unheilig („Der gut gelaunte Fremde“) und Mandy Capristo („Die Zeit hält nur in Träumen an“) prominente, stimmgewaltige Unterstützung.

Ein rührender Abschiedsmoment

Durch die Begegnung mit der Eisprinzessin Lilli lernt Tabaluga schließlich, dass nur die Liebe im Stande ist, die Zeit zu überstehen. Ähnlich philosophisch wie diese Erkenntnis ist auch der letzte Song "Alles im Leben hat seine Zeit", der in Anbetracht des endgültigen Endes der Tabaluga-Saga sentimental stimmt. Mit tosendem Applaus und Standing Ovations verabschiedet sich das Ensemble von der Bühne. 

Doch ein weiteres, emotionales Highlight sollte die Zuschauer erwarten: Maffay begibt sich erneut auf die Mittelbühne und zupft die ersten Takte des Lieds der Meeresschildkröte Nessaja auf seiner Gitarre. "Ich wollte nie erwachsen sein" stimmt er an, und plötzlich verwandelt sich die ganze Arena in einem riesigen Chor. Menschen strömen zu dem Musiker und greifen seine Hand. Ein großes Finale, das gleichzeitig fröhlich und wehmütig stimmt. Schließlich wird es Tabaluga nach der Tournee künftig nicht mehr live zu sehen geben.

Wer sich persönlich von Tabaluga verabschieden möchte, hat dazu in Köln am Samstag (24. November) um 15 und 20 Uhr eine letzte Gelegenheit. Eintrittskarten zur Show gibt es ab 38 Euro (zzgl. Gebühren), Kinder zahlen in der Nachmittagsvorstellung die Hälfte des regulären Preises.

Alle, die die Tournee verpassen, können sich "Tabaluga und die Zeichen der Zeit" auf CD, ab dem 30. November auch auf DVD, nach Hause holen (hier bei Amazon.de bestellen).


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