Den Stau bei der Wurzel packen
IHK: Vorschläge gegen den Vekehrsinfarkt
Köln 2009: Die Metropole erstickt an ihrem eigenen Verkehr! In der Rush-Hour geht rund um Köln gar nichts mehr, Auto- und LKW-Schlangen winden sich im Schritttempo über die Ringe, die Ausfallstraßen, ja sogar durch Wohngebiete. Ein Vorschlag der IHK soll das Problem endlich lösen.
Die Industrie- und Handelskammer Köln rechnet in ihrem "Verkehrsleitbild Rheinland" mit einem deutlichen Anwachsen des Straßenverkehrs bis 2025. Insbesondere der Güterverkehr auf den Straßen soll sich bis dahin fast verdoppeln, die IHK errechnet ein Anwachsen von rund 400 Milliarden Tonnenkilometern 2004 auf 710 Milliarden im Jahr 2025.
Das bedeutet auch: Doppelt so viele LKW auf den Straßen, doppelt so viele Staus. Dabei sind die Autobahnen um Köln in Stoßzeiten bereits jetzt völlig überlastet: Eine nicht enden wollende LKW-Kolonne schleicht täglich durch den Baustellen- und Unfallbrennpunkt A1 an Köln vorbei; viele, die den Stau meiden möchten, kürzen durch die Stadt ab und verursachen da weitere Staus. Der Verkehrsinfarkt droht.
Bedarfsgerechter Ausbau der Verkehrswege
Die IHK fordert nun: Die Verkehrswege müssen bedarfsgerecht und zeitnah ausgebaut werden. Im Verkehrsleitbild heißt es: "Die Verkehrsinfrastruktur ist chronisch unterfinanziert. Die eingenommenen Steuern und Abgaben (z. B.
Mineralölsteuer, Öko-Steuer, Lkw-Maut) stehen in einem krassen Missverhältnis zu den bewilligten Mitteln."
Deshalb, so die IHK, müsse dringend in den Ausbau der Verkehrswege investiert werden. Natürlich nicht nur in den der Autobahnen: Auch Schienen, Flughäfen und sogar Wasserwege sollen optimiert werden, nicht nur in Köln, sondern im gesamten rheinischen Einflussgebiet, von Blankenheim in der Eifel bis Kamp-Lintfort bei Duisburg und von Aachen bis Olpe.
Neue Autobahnverbindungen
Für Köln sieht die Planung den Bau einer Autobahnverbindung zwischen Wesseling und der A59 vor, Rheinbrücke inklusive. Ebenfalls vorgeschlagen ist - wenn auch im Süden Bonns - die ohnehin seit Jahrzehnten geplante Verlängerung der A562 zwischen A565 und A3, damit sich Ost-West-Verkehr nicht auf den Kölner Rheinbrücken staut.
Im Zugverkehr sollen Engpässe in Köln beseitigt und die Hochgeschwindigkeitsstrecken ausgebaut werden. Der Flughafen Köln-Bonn soll einen Anschluss an den Güterzugverkehr erhalten, der Güterbahnhof Köln-Eifeltor soll ausgebaut werden. Zudem ist eine Sanierung der Kölner Südbrücke geplant, die sich aktuell immer wieder als Engpass für den Güterverkehr Ost-West erweist.
Ob diese Pläne allerdings jemals Realität werden, steht in den Sternen: Die IHK ist kein Entscheidungsträger im Verkehrsausbau, da sind Kommunen, Land und Bund gefragt. Und denen fehlt wie immer das passende Kleingeld für die dringend nötigen Verbesserungen. (cr)
Weblinks:
Verkehrsleitbild Rheinland (Download)
(Erstellt am 6. Mai 2009 - 10:18 Uhr; aktualisiert 6. Mai 2009 - 13:48 Uhr)
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Kommentare
"Doppelt so viele LKW auf
"Doppelt so viele LKW auf den Straßen, doppelt so viele Staus". Wenn so das Verkehrsverständnis der IHK aussehen sollte, dann ist dort kein nennenswerter Sachverstand in Verkehrsfragen erkennbar. Bei den jetzt schon meist vollen Straßen reichen vielleicht 10% mehr Verkehr zum Stau und wo bereits Stau ist, ändert auch zusätzlicher Verkehr nichts daran.
Die entscheidende Frage ist doch: Muss dieses Verkehrswachstum unter den Bedingungen schwindender Rohstoffe tatsächlich sein oder gibt es bis 2025 nicht schonendere Alternativen? Dann hätte auch Zweitüberschrift "Den Stau bei der Wurzel packen" einen Sinn.









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