Keine Förderung
Tunnel für Nord-Süd-Bahn auch ohne Landesmittel?
Tunnel oder Kreuzung? Die Politik streitet weiter über mehrere Varianten der Nord-Süd-Bahn, um der Rheinuferstraße den Staukollaps zu ersparen. Das Land will sich an den Kosten nicht beteiligen, sondern nur die bisher geplante oberirdische Kreuzung fördern.
Für viele Kölner ist es eine Horrorvorstellung: An der vielbefahrenen Rheinuferstraße stauen sich die Autos, um alle fünf Minuten einen Zug der neuen Nord-Süd-Stadtbahn passieren zu lassen. Insbesondere im Berufsverkehr der Domstadt könnte dieses Verkehrshindernis für erheblich Probleme sorgen, finden Kritiker. Schnell wurden deshalb Forderungen nach einer Untertunnelung der Rheinuferstraße laut. Hoffnung schöpfte man, als die rot-grüne Koalition unter dem neuen Oberbürgermeister Jürgen Roters den Bau eines Tunnels im Koalitionsvertrag fixierte - allerdings nur, falls das Land Nordrhein-Westfalen den Löwenanteil der Kosten von fast 60 Millionen Euro übernehmen würde. Damit ist allerdings nicht zu rechnen: Vom Land NRW wird es keinen Cent für das teure Bauvorhaben geben.
Roters setzt sich für Tunnellösung ein
Von einer "Zukunftsentscheidung für die kommenden 50 Jahre“, spricht jedoch Oberbürgermeister Roters und möchte den Tunnel trotzdem bauen. In diesem Fall müsste die Stadt die Baukosten allein tragen. Dieser Vorschlag ruft Unverständnis beim Koalitionspartner hervor: Die Grünen berufen sich auf den Koalitionsvertrag und sehen darüber hinaus auch keinen Bedarf für einen Tunnel. Ein Durchfahrtverbot für LKW oder ein Flusstaxi könnten den Verkehrsinfarkt genauso verhindern. Die Sozialdemokraten zeigen sich noch unentschlossen: Die SPD verlangt zunächst eine genaue Ermittlung der Folgekosten, bevor sie sich festlegt. „Wir haben eine Menge großer Investitionen vor der Brust und müssen abwägen, ob wir uns dieses durchaus sehr wichtige Projekt leisten können", so die verkehrspolitische Sprecherin der SPD, Susana dos Santos Herrmann, gegenüber der "Kölnischen Rundschau".
Uneinigkeit über Bauzeit
Über die Planungs- und Bauzeit gehen die Meinungen von Stadt und Kölner Verkehrs-Betrieben auseinander. Die Verwaltung ist der Auffassung ist, dass der zweite Bauabschnitt mit einem verlängerten Tunnel im günstigsten Fall Ende 2014 zeitgleich mit dem ersten Abschnitt fertig sein könnte. Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) dagegen rechnen auch im Falle einer zügigen Ratsentscheidung für den Tunnelbau erst zwischen 2016 und 2018 mit dessen Fertigstellung.
(Erstellt am 29. Januar 2010 - 12:22 Uhr; aktualisiert 29. Januar 2010 - 17:11 Uhr)
Schon gelesen?
Vorheriger Artikel: TankE - Kölns erste Stromtankstelle
Kommentare
Wenn ich das schon lese:
Wenn ich das schon lese: „Wir haben eine Menge großer Investitionen vor der Brust und müssen abwägen, ob wir uns dieses durchaus sehr wichtige Projekt leisten können"
Ihr Torfnasen im Stadtrat! Leistet euch mal statt 300 Millionen teurer Opernhäuser WIRKLICH wichtige Dinge wie diesen Tunnel!!!!
Also so was.
Oder Vorschlag: ein renoviertes Opernhaus für 30 Mios, dann bleiben 270 übrig für wirklich sinnvolle Projekte.
Ich kann die Entscheidung des Landes verstehen - wer so leichtfertig und sorglos mit seinem Geld umgeht (Köln) braucht auch nicht gefördert zu werden.





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