NRW
Verbesserungen bei Studiengängen lassen auf sich warten
Düsseldorf (ddp-nrw). Die versprochenen Erleichterungen in den umstrittenen Bachelor- und Masterstudiengängen stehen noch aus. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp bei großen NRW-Universitäten ergab, beraten die Hochschulen noch intern über mögliche Änderungen.
Im vergangenen Jahr hatten Tausende Studenten auch in NRW gegen Prüfungsstress und Verschulung bei den neuen Studiengängen demonstriert. Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte betont, Korrekturen seien noch im laufenden Semester möglich.
Vor allem bei der Anzahl der Prüfungen und bei den strikten Anwesenheitspflichten hatten die Studenten Änderungen verlangt. Doch bislang ist offenbar kaum etwas geschehen.
«Da die Fakultäten aufgefordert sind, bis Ende Januar entsprechende Änderungen vorzunehmen, können zu diesem Zeitpunkt noch keine konkreten Beispiele genannt werden», sagte ein Sprecher der RWTH Aachen. Der Diskussionsprozess in den Fakultäten solle abgewartet werden. Man lehne «überstürzte Maßnahmen» ab.
An der Universität Duisburg-Essen werden derzeit «Standards und Konzepte zur Verbesserung des Studiensystems entwickelt», wie eine Sprecherin mitteilte. Nach Abstimmung mit den Fakultäten und der Zentralverwaltung wird das Rektorat voraussichtlich zum Ende des Wintersemesters eine entsprechende Beschlussvorlage bekommen.
«Bei uns werden Gespräche zwischen Rektorat und Fächern und jeweiligen Studierenden demnächst geführt, denn Veränderungen können nur in und mit den Fächern abgesprochen werden», sagte ein Sprecher der Ruhr-Universität Bochum.
Auch an der Uni Bonn wurde bisher nichts geändert. «Das Wintersemester endet am 6. Februar 2010», sagte ein Sprecher. «Da uns im Interesse der Studierenden nicht an Lippenbekenntnissen und Kosmetik, sondern an substanziellen Verbesserungen gelegen ist, sind in diesem Zeitraum keine ernsthaften Änderungen zu erwarten.»
«Nach Gesprächen mit der Fachschaftenkonferenz und im Senat wurden Informationen an alle Fachbereiche gegeben, um kurzfristig Veränderungen im Hinblick auf Anwesenheitspflichten zu erreichen», sagte ein Sprecher der Uni Münster. «Dieser Prozess ist somit bereits in vollem Gang», fügte er hinzu.
(Erstellt am 11. Januar 2010 - 10:02 Uhr; aktualisiert 11. Januar 2010 - 16:07 Uhr)
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