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Gesundheitstipp der Woche

Rotaviren – Kinder optimal schützen

Rotaviren sind weltweit verbreitete Erreger von schweren Magen-Darm-Infektionen. Bis zum 3. Lebensjahr erkranken über 90 % der Kinder an einer Rotavirus-Infektion. Bis zum 5. Lebensjahr hat sie praktisch jedes Kind durchgemacht. Wenn Babys angesteckt werden, dann kommt es besonders häufig zu massiven Krankheitsverläufen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts werden jährlich 13.000 bis 24.000 Kinder unter 5 Jahren in einem Krankenhaus behandelt. Studien zeigen, dass über 90 % der im Krankenhaus behandelten Rotavirus-Infektionen durch die Impfung verhindert werden könnten.

Rotaviren – winzig klein und hoch ansteckend
Gerade einmal 1/1.000 Millimeter sind sie groß, und schon eine winzige Menge reicht aus, um eine schwere Rotavirus-Infektion auszulösen. Rotaviren treiben ihr Unwesen in den Ausstülpungen des Dünndarms, der auf diese unangenehmen Besucher mit schweren Durchfällen, starken Bauchschmerzen und hohem Fieber reagiert.

Gefürchtet sind Rotavirus-Infektionen vor allem bei Kindern. Zwei bis sechs Tage hält die akute Phase an. Gefährlich ist die Erkrankung vor allem, weil der Körper in sehr kurzer Zeit sehr viel Flüssigkeit verliert und das Depot an lebenswichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen geleert wird. Das kann bei Kindern dramatische Folgen haben. Bei Babys und Kleinkindern gelingt es oft nicht, genügende Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyte per Löffel oder Fläschchen zu geben. Dann droht Lebensgefahr und die Kinder müssen unbedingt in die Klinik. Der Kreislauf muss stabilisiert und der Wasser- und Elektrolyt-Haushalt per Infusion ausgeglichen werden.

Wie bei den meisten Viruserkrankungen gibt es auch gegen Rotaviren keine Medikamente, die die krank machenden Aktivitäten oder die Vermehrung stoppen können. Während in weniger gut versorgten Ländern von Afrika, Südamerika oder Asien tausende Kinder an dieser Krankheit sterben, sind bei uns glücklicherweise Verläufe mit tödlichem Ausgang selten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen treten Rotavirus-Erkrankungen weniger häufig auf, und die Erkrankung verläuft nicht so schwer. Gefährlich kann sie allerdings für ältere Menschen werden, bei denen das körpereigene Immunsystem nicht mehr ausreichend aktiv ist. 

Rotavirus-Erkrankungen können mehrfach auftreten
Rotaviren sind auf der ganzen Welt verbreitet. Sie sind sehr hartnäckig und widerstandsfähig. Seife und Desinfektionsmittel können ihnen nichts anhaben. Haben sie sich erst einmal im Dünndarm eingenistet, werden sie bis zu zwei Wochen mit dem Kot ausgeschieden. Durch verschmutze Hände, über Spielzeug, unsauberes Wasser oder über Lebensmittel werden sie von Kind zu Kind weitergegeben. Auch außerhalb des Körpers können sie mehrere Tage überleben, bevor sie wieder in einen neuen Darm gelangen, um sich dort zu vermehren. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage. Während der Wintermonate treten sie besonders häufig auf.

Rotaviren sind also schwer in den Griff zu kriegen. Dennoch sollten vor allem in Kitas, Kinderspiel-, Turn- oder Krabbelgruppen alle vorbeugenden Möglichkeiten ausgeschöpft werden, wie zum Beispiel häufiges Händewaschen, sorgfältige Hygiene nach dem Toilettenbesuch oder Windel wechseln, häufiges Reinigen von Spielzeug, Turngeräten, Türgriffen, Besteck und Geschirr. Erkrankte Kinder müssen natürlich zuhause bleiben.

Unter den Rotaviren gibt es verschiedene Typen, sodass wiederholte Infektionen gar nicht selten sind.

Sicheren Schutz vor Rotavirus-Infektionen bieten Impfstoffe
Neu entwickelte Impfstoffe sorgen bei Kindern für einen sicheren Schutz gegen die Durchfallerreger. Die Impfung kann problemlos parallel mit anderen Impfstoffen gegeben werden. Da sie eine Schluckimpfung ist, entfällt das unangenehme Pieksen. Der Rotavirus-Impfstoff (RotaTeq® von Sanofi Pasteur MSD) enthält lebende, abgeschwächte und daher nicht krankmachende Rotavirus-Stämme. Nach Gabe des Impfstoffes bildet das Immunsystem Antikörper gegen die geimpften Rotaviren. Diese Antikörper helfen, vor einer Durchfallerkrankung zu schützen, die durch diese Rotavirus-Typen ausgelöst wird.
Die allermeisten Kinder vertragen die Impfung sehr gut, Nebenwirkungen sind äußerst selten.

Die Impfung gegen Rotaviren gehört bisher nicht zu den Standardleistungen der Krankenkassen. Dennoch übernehmen mittlerweile schon einige Krankenkassen die Kosten entweder vollständig oder teilweise. Babys können diese sichere Impfung schon ab der sechsten Woche schlucken. Die letzte Impfung sollte zwischen der 24. und 26. Woche eingenommen werden, weil das größte Risiko für eine schwere Rotavirus-Infektion zwischen sechs und 24 Monaten liegt.

Kinderärzte empfehlen diese Impfung für alle Kinder und raten Eltern, sich bei der Krankenkasse vor der Impfung nach einer Kostenübernahme-Möglichkeit zu erkundigen. Auch auf www.impfkontrolle.de finden Sie einen Überblick darüber, welche Krankenkassen wann und in welcher Form die Kosten für die Impfung erstatten. Weiterhin können Sie hier einen kostenlosen Flyer mit allen wichtigen Informationen zum Rotavirus downloaden.

Internet:
www.rki.de
www.rotavirus-info.de

Hochwertige Produkte wie z.B. RotaTeq® erhalten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt in Ihrer Apotheke.

(Erstellt am 14. Oktober 2008 - 12:22 Uhr; aktualisiert 14. Oktober 2008 - 12:45 Uhr)


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