Einmalig in Europa
Anlage zählt Autos und Fahrräder gleichzeitig
Immer mehr Kölner fahren mit dem Rad statt dem Auto. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden an vier Stellen 900.000 Fahrten gezählt, im Vergleichszeitraum 2011 waren es 800.000. Und – so die Prognosen – die Zahl wird weiter steigen. Der Trend für die Zukunft: Autos und Radfahrer teilen sich die Straße. Um zu wissen, wie gut das funktioniert, wurde jetzt die europaweit erste Anlage in Betrieb genommen, die Autos und Fahrräder gleichzeitig zählt.“Tatort” Bonner Straße, Ecke Elsaßstraße: Hier wurden jeweils kurz hinter der Insel für Fußgänger die Zählschleifen in den Asphalt eingelassen. Große Rechtecke für die Autos, je zwei Rauten für die Radfahrer. Durch darüberfahren werden die Impulse ausgelöst. Die 3.000 Euro teure Anlage hat schon vier erfolgreiche Testwochen hinter sich. “Wir haben parallel per Hand gezählt”, erklärt Kölns Fahrradbeauftragter Jürgen Möller. “Es gab eine Abweichung von drei Prozent, das ist hinnehmbar.”.
“Die Bonner Straße ist Kölns wichtigste Nord-Süd-Verkehrsachse. In diesem Bereich können wir keinen separaten Radweg abtrennen. Wir wollen jetzt wissen, wie die Radfahrer den Schutzstreifen annehmen”, begründet Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes Straßen und Verkehrstechnik, warum die neue Zählstelle ausgerechnet hier eingerichtet wurde. Außerdem sei es wichtig zu wissen, wann das Verhältnis Auto-Fahrrad auf einer Straße an seine Grenzen stoße. Aktuell werden hier täglich 10.000 Aurtos und 2.000 Radfahrer gezählt.
Bewährt sich “Eco-Combo” – unter diesem Namen wird der unter dem Pflaster verborgene kleine Rechner angeboten – könnte er an bis zu zehn weiteren Stellen eingebaut werden. Seit 2008 werden Radfahrten an vier Stellen in Köln gezählt – aber nur an Radwegen: am Neumarkt, auf der Hohenzollernbrücke, der Deutzer Brücke und an der Zülpicher Straße in Höhe der Uni-Mensa. Die Daten laufen wöchentlich bei der Stadt ein, die Zahlen der Bonner Straße sind täglich ablesbar.
Außerdem gibt es regelmäßig an anderen Stellen Handzählung, die jeweils rund 400 Euro am Tag kosten. Dabei zeigte sich, dass etwa die Maybachstraße fast eine eine Radfahrstraße ist: 350 Autos standen 2.950 Radfahrer entgegen, das entspricht einem Radanteil von rund 90 Prozent. Auf der Kalker Hauptstraße in Höhe der Köln-Arcaden machen Radfahrer nur 14 Prozent aus – das entspricht in etwa ihrem Anteil am gesamten Kölner Verkehr. (js)
(Erstellt am 30. April 2012 - 15:23 Uhr; aktualisiert 30. April 2012 - 15:33 Uhr)
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