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Konzert in der Lanxess-Arena

David Garrett - der fliegende Casanova

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Welch ein Galan: Schwungvoll wie ein Don Juan durchs Schlafzimmerfenster schwebte David Garrett zum Auftakt seines Kölner Konzertes durch die Lanxess-Arena. Gefiedelt wurde auch noch - mit allerlei Effektfeuerwerk.


Vom Hallendach hoch, da kommt er her. Als schwebender Erlöser. Das blonde Engelshaar glitzert im Scheinwerferlicht. Doch nicht Hans Klok ist es, nein, sondern der mit der Geige: Gleich zu Beginn der Präsentation seines neuen Crossover-Programms "Classic Revolution" vor ausverkauften Rängen ließ David Garrett die 14.000 Fans zu ihm aufblicken.

Eines vorweg: David Garrett ist ein verdammt guter Geiger. Daran ließ er auch bei seinem Kölner Auftritt keinen Zweifel. Doch Garrett hat ein Luxus-Problem, um das ihn Millionen von Männern rund um den Erdball beneiden: Er ist zu schön, und spielt diese Karte zu oft, um von führenden Musik-Kritikern für seine Finesse ernst genommen zu werden. Dass sein geniales Geigenspiel den Abend über nicht immer durchschien, muss sich sein Tourmanagement allerdings selbst ankreiden. 

So fielen nicht wenige Nummern sehr rockig aus. Mal überlagert von E-Gitarrenspiel, Schlagzeuggewitter, Pyrotechnik oder Videoeinspieler-Playback von Andrea Bocelli, wirkte Garrett zuweilen wie verloren: Eine fünfköpfige Band, das komplette Ensemble der Neuen Philharmonie Frankfurt und immer auch das Deutsche Fernsehballett - es kreisten viele Körper um Garrett, doch sein Spiel leuchtete nicht als Zentralgestirn.

Als wenn der Flitzebogen durch die Bluse getanzt wär

Routiniert schüttelte Garrett sich glänzende Songs wie "Let Me Entertain You" und "Born in the USA" aus dem Ärmel. Saß mal verträumt am Flügel, dann wieder mit wehenden Haaren zwischen Feuerfontänen. Indes, die angekündigte musikalische "Revolution", entpuppte sich schnell als Königsmord in Serie: Von Abba über Elton John bis Mozart, kein Vorbild, das nicht von Garrett zu einem schmalzigen Multimediabrei neu zusammengerührt wurde.

Schon nach den ersten Songs glühten den Damen im Publikum beim Vibrato seiner linken Hand reihenweise die Bäckchen, als wenn sich sein Flitzebogen in ihren Blusen verfangen hätte. Und Garrett - der eigentlich Bongartz heißt und in Aachen aufwuchs - setzte noch einen drauf: Eine ältere Dame sei im Urlaub auf ihn zugestürmt, plauderte er zwischen zwei Stücken betont naiv daher, und sie habe ihm gesagt, er sehe doch tatsächlich so aus wie David Garrett. Nur: "Garretts schöne blaue Augen, die haben Sie nicht." Dabei habe er doch braune Augen.. Nein! Doch! Oh!

Ein Schelm, wer ihn für einen Schuft hält

Mit solchen und ähnlich wirklich wahrsten Episoden, umgarnte er die Zuhörer den Abend über immer wieder. Mal die Story, seine Mutter mache sich Sorgen, weil er, der aussieht wie ein Val Kilmer für Kuschelrock-CD-Sammler, ja immer noch keine Freundin habe. Dann das Geständnis, dass er neben der Königin von England und US-Präsident Barack Obama ja immer schon mal Ernie und Bert treffen wollte (inklusive angestrahltem Promo-Foto). Kurzum: Er säuselte und fiedelte wie ein Schuft aus einem schlüpfrigen Groschenroman, in Jeans und Vagabundenstiefeln, und sein Publikum nahm es dankbar an.

So wird Garrett wohl noch eine Weile gegen den "Musik-Snobismus" seiner Kritiker angeigen müssen, die sich in der Vergangenheit schon rausnahmen, ihn als "David Hasselhoff der Klassik" hinzustellen. Garretts Konter: Mit seinem Ansatz erreiche er auch noch diejenigen Schichten, die sonst der Klassik nicht mehr zugänglich wären. Spätestens, seit er sich um Alter von 19 Jahren vom "klassischen Weg" seiner Eltern lossagte, wissen wir: Er kann einfach nicht anders. Edel und und comme il faut wie ein Musketier des Mainstream: einer für alle.

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