Aktion gegen Vorratsdatenspeicherung
Datenschützer hacken Schäubles Website
Von EDGAR FRANZMANN
Die persönliche Website von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wurde am Dienstagabend Opfer eines Hacker-Angriffs. "Visit Vorratsdatenspeicherung" prangte groß auf der Startseite, ein Protest gegen die Überwachungs-Politik des CDU-Politikers.
Gut anderthalb Stunden - von etwa 22.30 Uhr bis Mitternacht - stand auf der Website von Bundesinnenminister Schäuble (http://wolfgang-Schaeuble.de/index.php) der große Hinweis auf die Website der Gegner der sogenannten Vorratsspeicherung.
Und ausgerechnet von Schäubles Homepage führte ein direkter Link zu http://www.vorratsdatenspeicherung.de/.
Dort erfuhr der interessierte Leser zwar, dass der "Europäische Gerichtshof die von schwarz-rot beschlossene EG-Richtlinie zur verdachtslosen Sammlung der Verbindungs- und Standortdaten der gesamten Bevölkerung (Vorratsdatenspeicherung) vorerst nicht für nichtig erklärt hat", trotzdem wolle man weiter gegen "die totale Protokollierung von Telefon, Handy, E-Mail und Internet" kämpfen.
Die Hacker-Aktion gegen Schäubles Website konnte zumindest schon einmal bweisen, dass selbst die Daten des Bundesinnenministers nicht sicher sind.
Als der Angriff entdeckt war, wurde die Schäuble-Homepage zunächst vom Netz genommen. Es erschien nur ein Hinweis mit dem Text: "Page is beeing generated" (engl: Seite wird neu erstellt). Doch als die Schäuble-Seite gegen 0.35 Uhr wieder erreichbar war, hatten die Hacker schon wieder oder noch immer die Seite in Beschlag genommen.
Der Hacker hinterließ noch den Hinweis, Schäuble solle sein Passwort ändern. Und verabschiedete sich mit dem Gruß: "greetings from 007 aka "gewinner" *smile*".
(Erstellt am 11. Februar 2009 - 1:11 Uhr; aktualisiert 11. Februar 2009 - 2:00 Uhr)
Schon gelesen?
Vorheriger Artikel: lit.Cologne schon zu 76 Prozent ausverkauft





Kommentar hinzufügen